Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Macht und Glauben bleibt ein zentrales Thema in der Gesellschaft und der Kirchen. In den Lehren Jesu zeigt sich klar, dass Herrscher ihre Völker oft unterdrücken, während er die Bedeutung des Dienstes an anderen betont (Mt. 20,25.26). Das Streben nach Geld und Macht kann zur Unterdrückung und Ausbeutung führen, wie die Adventgemeinde betont. Sie verweist darauf, dass finanzielle Mittel oft Entscheidungen beeinflussen, anstatt sich auf den Auftrag Gottes zu konzentrieren. Besonders eindringlich wird darauf hingewiesen, dass man nicht sowohl Gott als auch dem Mammon dienen kann (Lk. 16,13 NL).
Die Kirche wird ermutigt, sich stärker auf ihren eigentlichen Auftrag zu konzentrieren und nicht von finanziellen Einschränkungen leiten zu lassen. Vertrauen auf Gott wird dabei als wesentlich erachtet, vor allem in einem Umfeld, in dem Geld oft als Machtinstrument missbraucht wird. Hierzu wird auch auf die kommende Veranstaltung, den „Frauentreff am Nachmittag“ am Dienstag, 10. Februar um 14:00 Uhr, hingewiesen, bei dem Referentin S. Strimbu auftreten wird. Am Samstag, 7. Februar, fällt der Gottesdienst in der Adventgemeinde Weissach aus; stattdessen wird ein Gottesdienst in der Adventgemeinde Leonberg um 9:30 Uhr angeboten. Weiterhin sind Predigten über HopeTV, Satellit ASTRA und Kabel (Vodafone) am Samstag und Sonntag um 10:30 Uhr verfügbar, während ein Live-Gottesdienst am Samstag gegen 10:45 Uhr über das Internet gestreamt wird (www.bogenhofen.at/de/multimedia/livestream/).
Die Macht der Kirche im Kontext
Die Diskussion über die Macht der Kirche erhält zusätzliche Dimensionen durch verschiedene Textempfehlungen, die in vier thematische Bereiche gegliedert sind. Diese befassen sich unter anderem mit der soziologisch-philosophischen Analyse der Macht sowie den kirchenrechtlichen und theologischen Annäherungen an das Thema. Insbesondere der Fokus auf sexualisierte Gewalt und geistlichen Missbrauch ist von großer Relevanz und weist auf die produktiven, aber auch destruktiven Machtverhältnisse innerhalb der katholischen und evangelischen Kirche hin. Die Texte und Autoren, die in diesem Kontext empfohlen werden, liefern wertvolle Einblicke in die aktuelle Diskussion über Machtmissbrauch im Kirchenrecht. Darunter sind Werke von Hinnerk Wißmann und Peter Unruh, die sich tiefgehend mit den Grundbegriffen des evangelischen Kirchenrechts auseinandersetzen.
Die anhaltenden Debatten rund um Machtstrukturen in der Kirche werden auch in dem Werk „Ohnmacht. Macht. Missbrauch. Theologische Analysen eines systemischen Problems“ behandelt, herausgegeben von Jochen Sautermeister und Andreas Odenthal. Dieses Buch untersucht die Beziehung zwischen Macht und Recht im Kontext des Kirchenrechts und verdeutlicht, wie diese Strukturen soziale Phänomene erzeugen und dynamische Wechselwirkungen zwischen Rechtsmacht und Machtrecht schaffen.
Kritische Reflexion über Machtstrukturen
Eine zentrale Fragestellung, die sich aus der Analyse ergibt, ist die Unterscheidung nach Steven Lukes zwischen „Macht zu“ und „Macht über“. Dies wirft wichtige Fragen zur Verantwortlichkeit in der Machtanalyse auf, insbesondere im Kontext des Kirchenrechts. Es besteht ein dringender Bedarf, die Akteure, die in dieser Machtstruktur verantwortlich sind, zu identifizieren. Aktuelle Kritik am Kirchenrecht macht auf die machttheoretischen Probleme aufmerksam, die dringend angegangen werden müssen, um die Glaubwürdigkeit und Integrität der Kirche nachhaltig zu sichern.
Zusammengefasst ist es von äußerster Wichtigkeit, dass gelehrte Experten und die Kirchen selbst sich intensiv mit der Frage der Macht auseinandersetzen, um Missbrauch und Ausbeutung innerhalb ihrer Institutionen zu verhindern und die grundlegenden Werte des Glaubens zu wahren.
Für weitere Informationen über die genannten Themen können Sie die Artikel auf Nussbaum, EKD und Academia besuchen.