Am 22. Februar 2026 wird im Stadtmuseum in Leonberg ein besonderes Ereignis stattfinden: die Präsentation des Buches „Kepler und Hölderlin in Leonberg“, verfasst von Hans-Joachim Albinus. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr und bietet den Besuchern die Möglichkeit, nicht nur das Werk des Autors kennenzulernen, sondern auch Fragen zu stellen und an einer anschließenden Diskussion teilzunehmen. Albinus ist bekannt für seine tiefgehenden Recherchen zu Johannes Kepler, und in diesem neuen Buch beleuchtet er die Verbindungen zwischen dem berühmten Astronomen und dem bedeutenden Dichter Friedrich Hölderlin, die beide in Leonberg verwurzelt sind.

Kepler (1571-1630) und Hölderlin (1770-1843) zählen zu den herausragenden Geistesgrößen Schwabens. Beide Männer teilten nicht nur ähnliche Ausbildungen und Interessen, sondern auch Lebensentwürfe, die sie in ihrer jeweiligen Zeit prägten. Besonders hervorzuheben ist, dass Hölderlin Kepler eine Ode mit dem Titel „Keppler“ widmete, was die tiefere Verbindung zwischen diesen beiden Persönlichkeiten unterstreicht. Hans-Joachim Albinus, selbst Mitglied der Kepler-Gesellschaft und ehrenamtlicher Stadtführer, hat sich intensiv mit den Lebenswegen und dem literarischen Erbe beider auseinandergesetzt.

Die Reihe „Spuren“

Das Buch von Albinus ist Teil der Reihe „Spuren“, die vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach herausgegeben wird. Diese Reihe erscheint viermal jährlich und widmet sich wenig bekannten Orten im deutschen Südwesten, die literarische Spuren aufweisen. Die Publikationen setzen sich aus einem Bogen Druckpapier zusammen und umfassen sechzehn Seiten. Sie sind ein Mosaik einer reichen Literaturlandschaft und kombinieren Ereignisse der Weltliteratur mit regionaler Strahlkraft. Die SPUREN-Hefte zeichnen sich durch ihre thematische Tiefe und liebevolle Gestaltung aus, die durch farbige, halbtransparente Pergamin-Umschläge sowie eine eigens angefertigte Landkarte ergänzt wird.

Die Reihe lädt dazu ein, Orte zu erkunden, die oft ohne Museum oder Gedenktafel auskommen müssen, und beleuchtet vermeintliche Marginalien der Literaturgeschichte. Sie bringt bekannte Autoren, Texte oder Orte in ein neues Licht und nutzt Archive, um unveröffentlichte Manuskripte, Briefe, Zeichnungen und Fotografien zu präsentieren. Diese Entdeckungsreisen sind nicht nur für Literaturinteressierte von Bedeutung, sondern tragen auch dazu bei, die kulturelle Identität der Region zu stärken.

Friedrich Hölderlin: Ein Blick in die Biografie

Friedrich Hölderlin, geboren am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, ist eine zentrale Figur der deutschen Literatur. Sein Leben war geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Poesie und Philosophie. Als Sohn eines Klosterhofmeisters und einer Pfarrerstochter wuchs er in einem kulturell und geistig anregenden Umfeld auf. Nach dem frühen Verlust seines Vaters lebte Hölderlin in verschiedenen Städten und studierte Theologie an der Universität Tübingen, wo er Freundschaften mit bedeutenden Denkern wie Hegel und Schelling pflegte.

Sein lyrisches Werk, das oft von Pietismus, Melancholie und einer tiefen Beziehung zur Natur geprägt ist, hat einen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Literatur und Philosophie. Hölderlin ist bekannt für seine hohen Formen der Poesie und seine Auseinandersetzung mit dem Göttlichen, was ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der literarischen Tradition macht. Sein Erbe lebt weiter, und zahlreiche Straßen, Schulen und Denkmale sind nach ihm benannt, darunter das Hölderlin-Zentrum in Bad Homburg und das Hölderlin-Museum in Lauffen am Neckar. Seine Grabstätte in Tübingen ist ein Ort des Gedenkens für viele Literaturfreunde.

Das bevorstehende Ereignis in Leonberg ist somit nicht nur eine Buchpräsentation, sondern auch eine Gelegenheit, das reiche kulturelle Erbe dieser beiden großen Denker neu zu entdecken und zu würdigen.