Indien hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um bis 2028 über 200 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur zu investieren. Diese Ankündigung erfolgte auf dem AI Impact Summit in Neu-Delhi durch IT-Minister Ashwini Vaishnaw. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Indien als globales Zentrum für KI-Computing und Anwendungen zu etablieren. Ein Großteil der Investitionen fließt in den Aufbau von KI-Infrastrukturen, einschließlich Rechenzentren und Halbleitersystemen. Die Unterstützung durch US-Technologieunternehmen wie Amazon, Google und Microsoft ist bereits spürbar, mit Zusagen von rund 70 Milliarden US-Dollar zur Verbesserung der KI- und Cloud-Infrastruktur in Indien.
Die indische Regierung untermauert diese Bestrebungen durch steuerliche Anreize, staatlich unterstütztes Risikokapital und regulatorische Unterstützung. So wurde ein neues Risikokapitalprogramm in Höhe von 100 Milliarden Rupien (ca. 1,1 Milliarden US-Dollar) ins Leben gerufen, das risikoreiche Sektoren wie KI und fortschrittliche Fertigung fördern soll. Zudem wird die Förderfähigkeit von Deep-Tech-Startups auf 20 Jahre verlängert, und die Umsatzgrenze für Startup-Vorteile wurde auf 3 Milliarden Rupien (ca. 33 Millionen US-Dollar) erhöht. Ein weiterer Aspekt der IndiaAI-Mission ist die Erweiterung der gemeinsamen Rechenkapazität, wobei derzeit etwa 38.000 GPUs zur Verfügung stehen und weitere 20.000 Einheiten in den kommenden Wochen hinzukommen sollen.
Der AI Impact Summit 2026
Am 18. Februar 2026 fand in Neu-Delhi der AI Impact Summit statt, einer der größten KI-Gipfel weltweit. Regierungschefs, Tech-Konzerne, Start-ups und Forschende trafen sich, um über die Zukunft der KI zu diskutieren. Unter den präsentierten Innovationen waren beispielsweise ein Roboterhund namens Trakr, der für Überwachungszwecke entwickelt wurde und selbstständig in großen Arealen arbeiten kann. Der Gipfel brachte jedoch auch chaotische Szenen mit sich, wie lange Warteschlangen und Überfüllung, was die hohe Nachfrage und das Interesse an diesem Thema unterstrich.
Premier Narendra Modi betonte die Vision, KI verantwortungsvoll für den menschlichen Fortschritt zu nutzen, während IT-Experte Mishu Mausam darauf hinwies, dass Indien in der Anwendung von KI führend sei, jedoch bei der echten KI-Innovation noch hinterherhinke. Der Gipfel zog bis zu 250.000 Besucher an, die die Botschaft verkündeten, dass der Globale Süden im KI-Rennen nicht abgehängt werden wolle. Digitalminister Karsten Wildberger aus Deutschland kündigte an, den Fokus auf Zusammenarbeit zu legen, um das Potenzial der KI voll auszuschöpfen.
Investitionen und Zukunftsperspektiven
Ein weiterer Höhepunkt des Gipfels war die Ankündigung von Google, 15 Milliarden US-Dollar (ca. 1,25 Lakh Crore INR) in das indische KI-Ökosystem zu investieren. Diese Investition umfasst die Entwicklung grundlegender digitaler Infrastruktur, einschließlich eines neuen KI-Zentrums in Visakhapatnam sowie strategischer Unterseekabelnetze. Google-CEO Sundar Pichai beschrieb die Investition als „langfristige Wette“ auf Indiens Entwicklung. Geplante Infrastrukturprojekte beinhalten die Entwicklung eines Rechenzentrumskomplexes im Gigawatt-Maßstab, betrieben mit erneuerbaren Energiequellen, und die Verlegung neuer Glasfaser-Unterseekabel, die Indien mit den USA und anderen strategischen Standorten verbinden.
Darüber hinaus wird Google die „AI for Government Innovation Challenge“ ins Leben rufen, um KI-gesteuerte Lösungen für öffentliche Dienstleistungen zu fördern. Diese Initiative zielt darauf ab, die Lücke zwischen dem theoretischen Potenzial der KI und ihrem praktischen Nutzen in der Verwaltung zu schließen. Auch die „AI for Science Impact Challenge“ mit 30 Millionen US-Dollar wird ins Leben gerufen, um Forscher bei der Lösung komplexer wissenschaftlicher Probleme zu unterstützen. Solche Maßnahmen und Partnerschaften mit indischen Regierungsstellen sollen dazu beitragen, qualifizierte Arbeitskräfte zu fördern und einen KI-bereiten öffentlichen Sektor aufzubauen.
Die Herausforderungen sind dabei nicht zu unterschätzen: Große Rechenzentren benötigen viel Strom und Wasser, und infrastrukturelle Einschränkungen könnten die Umsetzung verlangsamen. Dennoch könnte Indiens wachsende Kapazität im Bereich der sauberen Energie ein potenzieller Vorteil sein, da mehr als die Hälfte der installierten Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammt. Der AI Impact Summit 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Indien entschlossen ist, eine führende Rolle in der globalen KI-Debatte zu spielen und aktiv in die Zukunft dieser Technologie zu investieren. Weitere Informationen zu den Entwicklungen finden Sie in unserem Artikel auf IT-Boltwise, über den Gipfel auf Tagesschau und die Google-Investitionen auf Creati.