Am 13. Februar 2026 endete die Amtszeit von Ingolf Welte als Bürgermeister von Nufringen, nachdem er acht Jahre lang die Geschicke der Gemeinde geleitet hat. An seinem letzten Arbeitstag hatte er noch alle Hände voll zu tun: Akten mussten gelesen und unterzeichnet werden, darunter wichtige Vollmachten für ein neues Baugebiet. Diese Projekte sind Teil seiner Bemühungen, die Gemeinde zukunftsfähig zu gestalten. So hinterlässt er nicht nur 5400 Überstunden und 43 Tage Resturlaub, sondern auch eine schuldenfreie Gemeinde, in der für jedes Kind ein Kindergartenplatz zur Verfügung steht. Diese Erfolge sind das Ergebnis seines neuen Führungsstils im Rathaus, den er eingeführt hat, um die Verwaltung effizienter zu gestalten.

Ein zentrales Anliegen von Welte war der Verkauf von Grundstücken im neuen Baugebiet über ein Vermarktungsbüro. Dies sollte helfen, Baulücken zu vermeiden und die Gemeinde mit neuen Einwohnern und Grundstückserlösen zu versorgen, um die Aufgaben in der Kinderbetreuung zu finanzieren. Darüber hinaus hat er Brachflächen im Gewerbegebiet aufgekauft, um Gewerbetreibenden unter die Arme zu greifen und einen 25-jährigen Planungsstau bei der Ertüchtigung der B 14 aufzulösen. Die geplante Tangente ins Gewerbegebiet soll zudem den Dauerstau in der Region beseitigen.

Ein Mann mit vielen Facetten

Ingolf Welte, geboren in Leonberg, war vor seiner Zeit als Bürgermeister Polizeihauptkommissar und hatte verschiedene Führungspositionen inne. Seine Wahl im Jahr 2017 trat er an, um den Bürgern von Nufringen zu helfen. Neben seinen politischen Aufgaben ist er auch im Ehrenamt aktiv. So ist er Mitglied im Europagemeinderat BELC und engagiert sich in verschiedenen Arbeitsgruppen und Ausschüssen, darunter die AG Jugendhilfeplanung und der Ausschuss für Umwelt- und Verkehr. Sein Engagement ist weitreichend und umfasst auch die Mitgliedschaft im Kreistag und im Gemeindetag Baden-Württemberg.

Welte ist nicht nur ein Politiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Taekwondo-Praktizierender mit dem 4. Dan, der eine Abteilung mit 320 Mitgliedern leitet. Nach seiner Amtszeit plant er, im Kreistag für die Freien Wähler aktiv zu bleiben und hat sich bereits als Direktkandidat für die Landtagswahl am 8. März 2026 nominieren lassen. Zudem hat er ein Unternehmen namens „Sicherkomm“ gegründet, das sich mit kommunaler Datensicherheit befasst.

Die Herausforderungen für Bürgermeister in Deutschland

Die Situation von Ingolf Welte ist jedoch nicht die Regel. Laut einer Umfrage der Körber-Stiftung, die im Februar 2024 durchgeführt wurde, sind über 6000 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Deutschland mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Rund 50 Prozent der Befragten gaben an, unzufrieden mit den Rahmenbedingungen für ihr Amt zu sein. Besonders erschreckend: 88 Prozent bewerten die Unterstützung durch die Landes- und Bundespolitik als unzureichend. Auch die finanzielle Situation ihrer Gemeinden ist für 63 Prozent der Bürgermeister ein großes Problem, da fehlende Haushaltsmittel als große Herausforderung für die Zukunft gesehen werden.

Welte hat während seiner Amtszeit unter Beweis gestellt, dass man auch in schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich arbeiten kann. Doch die Befürchtungen, dass es an geeigneten Nachfolgern mangelt, sind laut Umfrage ebenfalls nicht unbegründet: 71 Prozent der Bürgermeister befürchten, dass es nicht genügend Nachfolger für ihre Ämter geben wird. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass die kommunale Politik in Deutschland vor großen Herausforderungen steht, die weit über die lokale Ebene hinausgehen.

Für Ingolf Welte endet eine Ära in Nufringen, aber sein Engagement für die Gemeinde und die Menschen wird auch in Zukunft spürbar bleiben. Er hat den Bürgern nicht nur gedient, sondern auch einen klaren Plan für die Zukunft der Gemeinde entworfen, der hoffentlich von seinen Nachfolgern weitergeführt wird.