In Holzgerlingen haben Unbekannte in den letzten Wochen wiederholt RadService-Punkte, die lokalen Fahrradstationen, vandalisiert und sogar Werkzeuge entwendet. Diese Stationen, die für Radfahrer eine grundlegende Unterstützung bei kleineren Pannen bieten, sind an zentralen Orten in der Stadt aufgestellt, darunter das Schönbuch-Gymnasium, die Stadthalle/Berkenschule, das Waldfreibad, das Freizeitgelände Rosswiesen sowie der Bahnhof. Die RadService-Punkte bestehen aus stabilen Stahlgehäusen, die standsicher im Boden verankert sind und sind ausgestattet mit frostsicheren Luftpumpen und verschiedenen Werkzeugen zur Behebung kleinerer Defekte. In Zukunft wird das benötigte Werkzeug zur kostenlosen Abholung im Bauhof bereitgestellt, was Bauhof-Leiter Reiner Mikolaj mitteilt. Dieser appelliert eindringlich an die Bürger, die Stationen nicht mutwillig zu beschädigen, um Kosten zu sparen und die Effizienz der Mitarbeitereinsätze zu gewährleisten. Vandalismus führt dazu, dass wertvolle Arbeitsstunden für Reparaturen verwendet werden müssen, die andernorts dringend benötigt werden.

Bürgermeister Ioannis Delakos äußert ebenfalls sein Bedauern über die wiederholten Zerstörungen der Radservicestationen. Er weist darauf hin, dass Vandalen nicht nur den Allgemeinplatz schädigen, sondern möglicherweise eines Tages auch selbst auf die Hilfe der sollen angewiesenen Stationen angewiesen sein könnten. Solche Verletzungen der Infrastruktur beeinträchtigen nicht nur die Radfahrer, sondern stellen auch eine Belastung für die Gemeindeverwaltung dar.

Fahrrad-Vandalismus in Deutschland

Die Thematik des Vandalismus an Fahrrädern ist nicht nur in Holzgerlingen ein Problem. Laut einer Studie des Sachversicherers Wertgarantie waren 9,3 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland bereits von Vandalismus betroffen. Besonders die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist betroffen, wobei 32,7 Prozent in dieser Gruppe Schäden erlebt haben. In vielen Fällen handelt es sich um bagatellisierte Schäden, die dennoch große Auswirkungen auf die Betroffenen haben können. Dazu zählen verbogene Speichen, zerstochene Reifen oder aufgeschlitzte Sättel.

Fahrradbesitzer werden dringend geraten, die Abstellorte ihrer Räder sorgfältig auszuwählen. Der Schutz ihrer Fahrräder kann durch abschließbare Räume wie Garagen oder Keller sowie durch öffentliche Fahrraddepots maximiert werden. Zudem sollten Fahrräder an gut beleuchteten Orten angeschlossen werden, um das Risiko einer Beschädigung zu minimieren. Die Initiative Aktion-Tu-was empfiehlt, Vandalismus zur Anzeige zu bringen, warnt jedoch vor einem voreiligen Eingreifen, da die Chance auf eine Aufklärung in den meisten Fällen gering ist, besonders wenn die Tat unbeobachtet bleibt. Eine geeignete Fahrrad- oder E-Bike-Versicherung kann ebenfalls eine Rückendeckung bieten, da bei Vandalismusschäden eine Anzeige bei der Polizei erforderlich ist, um entsprechende Versicherungsleistungen geltend zu machen.

Um die Fahrradstationen in Holzgerlingen und die Infrastruktur im Allgemeinen zu schützen, sind sowohl ein verantwortungsbewusster Umgang der Nutzer als auch eine engagierte Unterstützung vonseiten der Gemeinde notwendig.