Im Landratsamt Freyung-Grafenau fand ein wichtiges Fachgespräch zwischen Verantwortlichen aus Jagd, Forst und Verwaltung statt. Die Einladung dazu erfolgte durch Landrat Sebastian Gruber. Das Hauptziel dieses Treffens war ein konstruktiver Austausch zur nachhaltigen Waldnutzung, der aufgrund aktueller Herausforderungen in der Region besondere Relevanz erhält. Themen waren unter anderem Waffensicherheit, Neuerungen im Jagdrecht, die Präsenz des Wolfs, Tiergesundheit, die Problematik des Borkenkäfers sowie die aktuellen Holzpreise. Die Sorge um den Borkenkäfer ist in den letzten Jahren gestiegen, da neuartige Waldschäden die Wälder schwächen und dadurch die Anfälligkeit gegenüber biotischen Schädlingen erhöhen, wie die muw-nachrichten berichtet.

Eines der zentralen Anliegen des Landrats war es, Transparenz und Prävention im Bereich Waffensicherheit zu fördern. Franz Stöbich berichtete über die fortlaufenden Waffenkontrollen, die für die Sicherheit in der Region von Bedeutung sind. Gunther Endres thematisierte in diesem Zusammenhang auch bevorstehende Gesetzesänderungen, die die Nutzung von Nachtzieltechnik und das Bayerische Jagdgesetz betreffen.

Borkenkäfer und Waldschutz

Besonders kritisch wurde die Borkenkäferlage diskutiert. Ursula Schuster von der Nationalparkverwaltung äußerte vorsichtigen Optimismus, solange extreme Wetterereignisse ausblieben. Der Borkenkäfer ist ein ernster Schädling, der im Rahmen eines integrierten Waldschutzes bekämpft werden muss. Diese Methode kombiniert verschiedene Maßnahmen, um die Schaderreger-Population unter eine definierte Schadensschwelle zu senken, was entscheidend ist, um die ökologischen Funktionen des Waldes zu erhalten, wie das Waldportal BW betont.

Ein wichtiger Bestandteil des integrierten Borkenkäfermanagements ist die Überwachung von Nadelbaumbeständen auf Stehendbefall. Dies umfasst die Kontrolle von Rändern sanierten Befallsnester und Bestandsrändern, die durch Holznutzung freigestellt wurden. Das Ziel dieser Maßnahmen ist die frühzeitige Entdeckung und rechtzeitige Entnahme betroffener Bäume, bevor die Käfer ausfliegen. Zudem sind regelmäßige Kontrollen während der gesamten Flugzeit der Käfer erforderlich, um akuten Befall effektiv zu bekämpfen, wie die Informationen von Waldwissen verdeutlichen.

Ein von Siegfried Jäger, dem Vertreter des niederbayerischen Bauernverbandes, vorgeschlagener „Wald-Wild-Preis“ soll zudem das Engagement zwischen Forst und Jagd würdigen. Diese Initiative fand positives Echo bei Landrat Gruber, der seine Unterstützung signalisiert, jedoch darauf hinwies, dass die Verantwortung zur Umsetzung von anderer Stelle getragen werden müsse. Die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit und ein aktiver Austausch waren zentrale Punkte, die während der Diskussionen immer wieder zur Sprache kamen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Region Freyung-Grafenau vor großen Herausforderungen steht, die nur durch Kollaboration und innovative Ansätze in der Jagd- und Forstwirtschaft bewältigt werden können. Eine kontinuierliche Informationspolitik, besonders im Hinblick auf den Wolf und die Tiergesundheit, ist entscheidend, um Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft zu schaffen. Die Diskussionsrunde schloss mit einem Dank für die zielorientierte Debatte und dem Hinweis auf die Erforderlichkeit der Kindersicherung im anspruchsvollen Feld der Waldnutzung.