Ab sofort können Naturfreunde und Wanderbegeisterte kostenlos mit dem Bus zum Lusen fahren. Der Landkreis Freyung-Grafenau, die Gemeinde Neuschönau und der Nationalpark Bayerischer Wald haben heute die Pilotphase des neuen Verkehrskonzepts „Verkehrskonzept unterm Lusen“ in Waldhäuser gestartet. Dieses innovative Konzept zielt darauf ab, den Individualverkehr zu reduzieren und die Erreichbarkeit der Wanderstartpunkte zu verbessern.

Im Rahmen des Projekts wurde der P+R-Parkplatz Graupsäge mit etwa 140 Stellplätzen eingerichtet, der kostenlos genutzt werden kann. An diesem Parkplatz stehen zudem eine barrierearme Bushaltestelle und Toilettenanlagen zur Verfügung. Die Initiative soll insbesondere an besucherstarken Tagen Entlastung bringen und die oftmals zugestellten Einfahrten sowie verzögerten Rettungseinsätze in der Region auferheben. Der Bürgermeister von Neuschönau, Alfons Schinabeck, sieht den Parkplatz als positiven Schritt für ein geordnetes Verkehrsleitsystem und ein wichtiges Element der Verkehrsentlastung.

Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist der kostenlose Busverkehr von Graupsäge zu den verschiedenen Wanderstartpunkten im Nationalpark, einschließlich dem Lusen. An Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien fährt ein Bus alle 30 Minuten. Dies soll den Besuchern einen Anreiz bieten, die kostenlosen Parkplätze anstelle der kostenpflichtigen Angebote in Waldhäuser zu nutzen. Die Parkraumbewirtschaftung in Waldhäuser sieht Gebühren von bis zu 10 Euro pro Tag vor, je nach Parkplatz.

Die Regelungen für die Nutzung sind klar strukturiert: Der P+R-Parkplatz Graupsäge ermöglicht kostenloses Parken und einen kostenlosen Bus zu allen Haltestellen zwischen Graupsäge und Waldhausreibe. Allerdings sind andere Parkplätze in der Umgebung gebührenpflichtig. So wird beispielsweise am Parkplatz Fredenbrücke und an der Waldhäuser Kirche von 8 bis 18 Uhr ein Tagesticket für 5 Euro benötigt.

Zukünftige Maßnahmen und digitale Innovationen

Um die Nutzung des P+R-Parkplatzes noch attraktiver zu gestalten, ist ein digitales Parkleitsystem in Planung, das die verfügbaren Parkplatzkapazitäten in Echtzeit anzeigen soll. Dank dieser Vorbereitungen wird der Parkplatz mit Beginn der Igelbussaison auch im kommenden Jahr optimal ausgestattet sein. Schriftliche Informationen über die Wanderwege sowie Sitzgruppen werden ebenfalls vor der Inbetriebnahme installiert.

Die Pilotphase wird über zwei Sommersaisons hinweg evaluiert. Das gesammelte Feedback wird wichtige Impulse für mögliche Anpassungen des Verkehrskonzepts geben, das auch umfassendere Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region umfasst. Das Ziel bleibt, eine nachhaltige und umweltbewusste Erschließung des Nationalparks zu gewährleisten und gleichzeitig den Komfort für die Besucher zu erhöhen.