Die Temperaturen steigen und der Frühling klopft an die Tür. Mit dem Einzug der frühlingshaften Witterung beginnt die alljährliche Wanderung heimischer Amphibien zu ihren Laichgewässern. Kröten, Frösche und Molche machen sich auf den Weg, um ihre Eier abzulegen und das Leben neu zu beginnen. Doch diese Reise ist alles andere als ungefährlich; viele Amphibien überstehen die Strecke nicht, da sie häufig auf Straßen geraten. Um dem entgegenzuwirken, hat das Staatliche Bauamt Passau Amphibienschutzzäune aufgestellt, die die Tiere vor dem Verkehr schützen sollen.

Diese Schutzmaßnahmen beinhalten sowohl dauerhafte Schutzeinrichtungen als auch mobile Amphibienzäune. Freiwillige Helfer sind im Einsatz, um die wandernden Amphibien sicher über die Straße zu bringen. Die mobilen Schutzzäune bestehen aus stabilen Metallstangen und einer 40 cm hohen Plastikplane, die den Tieren den sicheren Übergang ermöglichen. Eimer werden im Boden versenkt, um die Tiere aufzufangen und sie vor den Gefahren des Straßenverkehrs zu bewahren. Erste Zäune sind bereits aufgestellt, und in den kommenden Tagen und Wochen werden weitere folgen, um den Amphibien eine sichere Wanderung zu garantieren.

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Standorte der Schutzzäune

Die Standorte der mobilen Schutzzäune erstrecken sich über mehrere Landkreise, darunter:

  • St 2319 bei Hörreut (Lkr. Passau)
  • St 2127 bei Ringelai (Lkr. Freyung-Grafenau)
  • St 2321 beim Biberbach (Lkr. Freyung-Grafenau)
  • St 2322 bei Zenting (Lkr. Freyung-Grafenau)
  • St 2630 zwischen Grainet und Fürholz (Lkr. Freyung-Grafenau)
  • St 2134 Einfahrt Kobelau (Lkr. Regen)
  • St 2135 Reinhardtsmais-Schlossau (Lkr. Regen)
  • St 2140 Weihermühle (Lkr. Regen)
  • REG 9 bei Abtschlag (Lkr. Regen)

Autofahrer werden gebeten, während der Amphibienwanderung besonders aufmerksam zu fahren, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden bei Temperaturen über fünf Grad und feuchter Witterung. Warnschilder weisen auf die Wanderrouten der Amphibien hin, um die Sicherheit der Tiere weiter zu unterstützen.

Die Bedeutung des Amphibienschutzes

In Deutschland leben etwa 21 Amphibienarten, darunter eine Vielzahl von Fröschen, Kröten, Unken, Molchen und Salamandern. Alle Amphibienarten sind seit 1980 unter besonderem Schutz, und viele stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die jährliche Wanderung zu den Laichgewässern dauert in der Regel 2-3 Monate, wobei der Höhepunkt meist Mitte März erreicht wird. Naturschutzgruppen wie der NABU suchen dringend Helfer für den Amphibienschutz. Informationen über Krötenzäune sind auf NABU-Websites und in einer Datenbank verfügbar.

Doch nicht nur der Straßenverkehr ist eine Bedrohung für die Amphibien. Auch die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen und Siedlungen gefährdet die Populationen. Abwasser, Licht und Kellerschächte sind weitere Gefahrenquellen. Um dem entgegenzuwirken, sind Schutzmaßnahmen wie die Wiedervernässung und Neuschaffung von Kleingewässern unerlässlich.

Bedrohungen durch Krankheiten

Ein besonders großes Problem stellt der Chytridpilz Bd (Batrachochytrium dendrobatidis) dar, der seit Ende der 1990er-Jahre Amphibien weltweit bedroht. Der Pilz verursacht die tödliche Chytridiomykose-Krankheit und wird häufig durch den Urin von Apothekerfröschen verbreitet. In Deutschland gibt es bislang kein Massensterben, doch die Situation ist besorgniserregend, da es immer mehr Fälle gibt. Zudem gibt es mit dem Chytridpilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) eine weitere Bedrohung, die insbesondere Feuersalamander und Molche betrifft.

Wissenschaftler forschen an Heilungsmethoden und suchen nach Wegen, wie Amphibien und der Pilz koexistieren können. Es ist wichtig, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, um diese faszinierenden Tiere zu schützen und ihre Lebensräume zu bewahren. Durch einfache Maßnahmen wie das Schließen von Gruben und Schächten oder die Teilnahme an Krötenzaunaktionen können wir alle einen Beitrag leisten.