Am 11. Oktober 2025 wurden die Finalisten für den renommierten Sebastian-Blau-Preis für Literatur bekanntgegeben. Dieser Preis, der seit vielen Jahren an herausragende Werke in der schwäbischen Mundart verliehen wird, zielt darauf ab, die schwäbische Sprache als Kulturerbe zu bewahren. Sechs Talente konnten sich aus über 40 Bewerbungen durchsetzen und werden ihre Texte und Gedichte am Samstagabend in der Rottenburger Zehntscheuer präsentieren.

Die ausgewählten Finalisten sind:

  • Richard Bareis (Starzach-Bierlingen, Kreis Tübingen)
  • Klaus Schmidt (Esslingen)
  • Jürgen Seibold (Leutenbach, Rems-Murr-Kreis)
  • Luise Besserer (Freiburg)
  • Suse Lichtenberger (Wien)
  • Gabi Weber-Urban (Gäufelden, Kreis Böblingen)

Der Hintergrund des Preises

Organisiert wird der Sebastian-Blau-Preis vom Verein „schwäbische mund.art e.V.“. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen, abwechselnd für Musik, Kabarett, Film und Literatur. In diesem Jahr können die Finalisten auf ein Gesamtpreisgeld von über 10.000 Euro hoffen. Zudem wird der Preis in Erinnerung an Josef Eberle, bekannt unter dem Pseudonym Sebastian Blau, verliehen. Eberle gilt als bedeutender Dialektdichter und hat einen entscheidenden Einfluss auf die schwäbische Literaturszene.

Ein beeindruckendes Element der Veranstaltung in der Zehntscheuer ist der Publikumspreis, der von den Zuschauern vergeben wird. Dadurch werden die Stimmen des Publikums aktiv in die Auszeichnung der besten Beiträge integriert.

Kultur in Bad Niedernau

Parallel zur Vorfreude auf den Sebastian-Blau-Preis fand ein weiteres kulturelles Highlight in der neuen Mehrzweckhalle von Bad Niedernau statt. Hier präsentierten verschiedene Künstler schwäbische Musik und Poesie. Der Mundartbarde Reinhold Hittinger trat auf und begeisterte das Publikum mit traditionellen Liedern, die das Herz der schwäbischen Kultur widerspiegeln. Titel wie „I wenn i Geld bloß hätt“ und „Ben i mit meim Verlange“ machten das kulturelle Erbe lebendig.

Bestsellerautor Toni Hunger stellte seine „Gebrauchsanweisung für Schwaben“ vor, in der er humorvoll die sprachlichen Eigenheiten der Region beleuchtet. Dabei vermittelte er Begriffe wie „Noi! Awa! Heidanei!“ und lud die Zuhörer in die Welt der schwäbischen Mundart ein.

Das Duo „Vivid Curls“, bestehend aus Irene Schindele und Inka Kuchler, rundete den Abend ab. Mit ihrem harmonischen Gesang und virtuosem Gitarrenspiel haben sie eine 22-jährige Karriere als Liedermacherinnen hinter sich. Ihre Lieder, darunter die Hymne „Allgäu“, thematisieren das Leben von Müttern sowie gesellschaftliche Herausforderungen und zeigen ihr Engagement für eine bessere Welt.

Dr. Wolfgang Wulz, Vorsitzender des Vereins schwäbische mund.art e.V., äußerte sich erfreut über den spürbaren Wunsch nach Dankbarkeit und Gemeinschaft, der an diesem Abend deutlich wurde. Die Veranstaltungen belegen einmal mehr die Vitalität und Relevanz der schwäbischen Kulturszene sowie deren Engagement, das kulturelle Erbe lebendig zu halten.