In Gärtringen kam es am Dienstag, den 28. Januar 2026, gegen 13:35 Uhr, zu einem dreisten Betrugsfall, bei dem eine 56-jährige Frau Opfer einer Unbekannten wurde. Die Täterin gab sich als Spendensammlerin für eine Taubstummenschule aus und erweckte den Anschein, taubstumm zu sein. Vor den Augen vieler Passanten sprach sie die Frau über das Fahrerfenster ihres Fahrzeugs an und hielt ein Klemmbrett mit einem Formular in der Hand, das eine gemeinnützige Sammlung suggerierte. Das Opfer übergab der Täterin aus Gutgläubigkeit einen Münzgeldbetrag, wurde jedoch später zur Zielscheibe von Betrugseinrichtungen, die sich als Unterstützer solcher Schulen ausgeben.

Die Polizei von Gärtringen erhielt bereits Hinweise auf den Vorfall und sucht dringend nach weiteren Zeugen sowie Geschädigten. Die Täterin wird als etwa 20 Jahre alt, rund 1,65 Meter groß und mit einem runden Gesicht beschrieben. Die zuständige Polizeidienststelle ist unter der Telefonnummer 0 70 34/25 390 erreichbar, um Hinweisen nachzugehen.

Betrugsmaschen im Anstieg

Der Vorfall in Gärtringen beleuchtet ein wachsendes Problem im Bereich der Spendensammlung. Jährlich spenden die Deutschen rund zwölf Milliarden Euro an gemeinnützige Organisationen. Doch immer häufiger treten falsche Spendensammler auf, die sich als Vertreter seriöser Institutionen ausgeben. Diese Entwicklung führt nicht nur zu einem Vertrauensverlust in die guten Absichten von Sammlern, sondern verursacht auch erhebliche finanzielle Schäden.

Organisationen wie Handicap International warnen bereits vor der „Klemmbrett-Masche“, bei der viele Betrüger auf ähnliche Weise vorgehen, indem sie sich als Gehörlose ausgeben. Diese Vorgehensweise hat dazu geführt, dass geprellte Spender vermehrt bei Hilfsorganisationen nachfragen, ob diese tatsächlich Bargeldsammlungen auf der Straße durchführen. Ein anderer Betroffener, Marquardt Lund, erzählte von einem Vorfall, bei dem er in der Nähe eines Einkaufszentrums von einer angeblichen Spendensammlerin bedrängt wurde und letztlich fünf Euro übergab. Er erfuhr später, dass die Organisation, die er zu unterstützen versuchte, vor solchen Betrügern warnt.

Kriminalhauptkommissarin Antje Walloßek rät, beim Kontakt mit Spendensammlern misstrauisch zu sein und im Zweifel kein Geld zu geben, insbesondere wenn man sich bedrängt fühlt. Der Deutsche Spendenrat empfiehlt zudem, sich ausführlich über Spendenorganisationen zu informieren, da seriöse Organisationen kaum noch Bargeld auf der Straße sammeln.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um betrügerische Sammlungen entwickeln wird. Experten schätzen, dass ein erhebliches Volumen an Spendengeldern – bis zu einer Milliarde Euro jährlich – durch Betrüger in die falschen Hände gelangt, was die Notwendigkeit der Sensibilisierung der Öffentlichkeit unterstreicht.