Friedrich Gumbsch, ein leidenschaftlicher Hobby-Archäologe aus Böblingen, wird mit dem Kulturpreis der Stadt Böblingen ausgezeichnet. Dies wurde heute bekannt gegeben und ist eine bedeutende Ehrung für den Bürger, der sich seit den 1980er Jahren intensiv mit der Vor- und Frühgeschichte der Region beschäftigt. Gumbsch wird in Anerkennung seiner außergewöhnlichen Leistungen für die Erforschung der Böblinger Geschichte geehrt, insbesondere durch seine bedeutenden Funde, die die frühesten Siedlungsstrukturen dokumentieren. Die Entscheidung für die Auszeichnung fiel einstimmig durch den Verwaltungs- und Kulturausschuss der Stadt Böblingen, was Gumbschs Beitrag zur Kultur und Geschichte der Stadt unterstreicht.
Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 20. Juli, um 11 Uhr im Treff am See statt. Zu den Feierlichkeiten wird auch der Oberbürgermeister Stefan Belz anwesend sein, um Gumbsch den Preis zu überreichen. Archäologe Jörg Bofinger wird die Veranstaltung mit einem Festvortrag bereichern. Musikalisch umrahmt wird das Event von Schülern der Musik- und Kunstschule Böblingen. Die Veranstaltung ist öffentlich, jedoch ist eine Anmeldung bis zum 14. Juli erforderlich.
Bedeutende Funde und Fortbildung der Region
Gumbsch lebt seit 1960 in Böblingen und hat in dieser Zeit eine umfangreiche Sammlung an steinzeitlichen Oberflächenfunden aufgebaut. Zu seinen bemerkenswertesten Objekten zählt eine Geschossspitze aus Knochen, die auf etwa 20.000 bis 25.000 Jahre datiert wird. Daneben umfasst seine Sammlung auch Funde aus der Mittelsteinzeit, wie zierliche Mikrolithen, sowie Objekte aus der Jungsteinzeit, die mit der Linearbandkeramik verbunden sind, der ältesten bäuerlichen Kultur Mitteleuropas.
Gemäß zeitreise-bb.de dokumentieren einige seiner Funde die Lebensbedingungen und die Techniken der Menschen während der Mittelsteinzeit (ca. 10.000 bis 6000 v. Chr.). In dieser Zeit begannen die Menschen, Werkzeuge und Waffen aus Feuerstein herzustellen und diese durch eine spezielle Temperierungstechnik zu verfeinern, um deren Qualität zu erhöhen. Die Landschaft Böblingens war damals geprägt von wechselnden klimatischen Bedingungen und einem Überfluss an Flora und Fauna, was die Jagd und das Sammeln für die Menschen entscheidend erleichterte. Diese Informationen erhellen den historischen Kontext, in dem Gumbschs Funde eine zentrale Rolle spielen.
Die Funde von Silexabschlägen und anderen Restlingen im Böblinger Gewann „Bürklen“ liefern zudem wertvolle Einblicke in die Mobilität der Menschen der damaligen Zeit, die nicht sesshaft waren. Die Abgesplitterungen zeigen temporäre Lagerplätze, die die Dynamik der menschlichen Besiedlung in der Region widerspiegeln. Gumbschs Arbeiten sind somit nicht nur von persönlichem, sondern auch von historischem Wert, da sie unser Verständnis der regionalen Geschichte erweitern.