Am 3. Januar 2026 waren in Altdorf bereits 23 Sternsinger unterwegs, um dringend benötigte Spenden für den Kampf gegen Kinderarbeit zu sammeln. In einem besonders bewegenden Besuch brachten nun acht dieser Sternsinger, begleitet von ihren Betreuerinnen, den Segen in die Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben. Bürgermeister Daniel Salm (FWG) empfing die Kinder und dankte ihnen herzlich für ihr Engagement für Kinder in Not. Trotz der Kälte und schwierigem Wetter sammelten die Sternsinger über 2000 Euro an Spenden, die nun für wichtige Hilfsprojekte verwendet werden. Ein Teil der gesammelten Süßigkeiten fand zudem seinen Weg zur Tafel Edenkoben.

Die Sternsingeraktion 2026 steht unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsinger gegen Kinderarbeit“. Dieses Thema gewinnt an Bedeutung, da Experten schätzen, dass in Bangladesch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten, wobei 1,1 Millionen unter gesundheitsgefährdenden und ausbeuterischen Bedingungen beschäftigt sind. Die engagierten Sternsinger möchten auf diese Missstände aufmerksam machen und setzen sich aktiv für eine bessere Zukunft der betroffenen Kinder ein. Laut Dirk Bingener, Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen, das zahlreiche Hilfsprojekte in Bangladesch unterstützt, gibt es bereits positive Entwicklungen: Kinder wie Nour und Tazim konnten aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen befreit werden und besuchen nun wieder die Schule.

Stärkung der Aufklärungsarbeit

Die Sternsinger-Partnerorganisationen, wie die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF), setzen sich intensiv für die Rechte der Kinder ein, indem sie diese aus ihrer harten Realität befreien und deren Reintegration in die Schulen fördern. Diese Initiativen sind nicht nur auf Bildung fokussiert, sondern auch auf die Sensibilisierung der Gemeinschaften für die Rechte von Kindern. So informiert ARKTF Eltern und Arbeitgeber über die Vorteile eines Schulbesuchs und versucht, Bewusstsein für das Thema Kinderarbeit zu schaffen.

Bingener betont, dass nachhaltige Hilfe die Unterstützung der gesamten Familie erfordert, um ein stabiles Einkommen zu sichern. Ein Beispiel ist Nour’s Mutter, die durch einen Kredit zur Eröffnung eines Kiosks in der Lage ist, das Familieneinkommen zu verbessern. Trotz der Herausforderungen in der globalen Bekämpfung von Kinderarbeit fordert er dazu auf, die Sternsinger und ihre wichtigen Anliegen zu unterstützen. Diese Aktion hat sich nach der Pandemie auf das vorherige Niveau stabilisiert, mit etwa 300.000 Teilnehmern und 80.000 Begleitern.

Wachsendes Engagement für sozial benachteiligte Kinder

Die Zunahme der Spendeneinnahmen aus der Sternsingeraktion wird dringend benötigt, um weiterhin Projekte zur Bekämpfung von Kinderarbeit zu unterstützen. Bingener kritisiert zudem die Lockerung des Lieferkettengesetzes durch das Europaparlament und fordert eine stärkere Debatte über alternative Wege zur Beendigung von Kinderarbeit. Die Sternsingerinitiative ist eine der größten Hilfsaktionen von Kindern für Kinder weltweit, die rund um das Dreikönigsfest am 6. Januar entsteht, und ist stark auf das Bewusstsein und die Beteiligung der Bevölkerung angewiesen.