In der heutigen Sendung des BR Fernsehens um 17:45 Uhr steht ein wichtiges Umweltthema im Fokus: Der Lebensraum der Gelbbauchunke und ihre besonderen Schutzmaßnahmen im Landkreis Würzburg. Lothar Deppisch, der für die Überwachung und Kontrolle der Laichplätze dieser stark gefährdeten Amphibienart verantwortlich ist, gibt Einblicke in seine Arbeit und die aktuellen Herausforderungen.

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist in Europa stark gefährdet. Besonders in Nordrhein-Westfalen, wo es nur noch etwa 40 Vorkommen gibt, steht die Art vom Aussterben bedroht. In der Region Stolberg-Aachen sind größere Populationen mit über 100 erwachsenen Tieren zu finden, die eine Höchstbedeutung für den Erhalt der Art haben. Die Unken benötigen für die Fortpflanzung spezielle Lebensräume, die immer seltener werden.

Herausforderungen für den Artenschutz

Die Herausforderungen, vor denen die Gelbbauchunke steht, sind vielfältig. Neben der zunehmenden Trockenheit sind insbesondere die Verbauung der ursprünglichen Laichplätze ein großes Problem. Lothar Deppisch schildert, dass er mit einfachen Methoden wie dem Einsatz von Löffel und Teesieb Laich und Kaulquappen retten muss. Diese Maßnahmen sind für den Fortbestand der Population unerlässlich.

Für die Gelbbauchunke sind voll besonnte, meist pflanzenarme Kleinstgewässer von zentraler Bedeutung. Diese Gewässer, die teilweise kleiner als 0,3 Quadratmeter sind, müssen regelmäßig neu entstehen, um die notwendigen Lebensbedingungen zu schaffen und ältere, verkrautete Gewässer zu ersetzen. In solchen neuen Gewässern sind kaum Fressfeinde wie Libellenlarven oder Fische anzutreffen, was die Entwicklung der Kaulquappen begünstigt.

Initiativen zur Erhaltung der Art

Die Biologische Station Aachen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Populationen der Gelbbauchunke im Aachener Raum zu erhalten. Neben der Optimierung der Lebensräume wird auch an der Schaffung geeigneter Laichgewässer gearbeitet. Erfolgreich angenommen werden dabei verschiedene künstlich angelegte Laichgewässer wie Folienteiche und tonabgedichtete Kleingewässer.

Ein bemerkenswertes Projekt, das bereits 2017 ins Leben gerufen wurde, ist der „LIFE-Amphibienverbund“. Im Rahmen dieses Projekts werden technogene Gewässer wie Brunnenringe und Foliengewässer angelegt, die sich als attraktiv für die Gelbbauchunke erweisen. Die Schaffung neuer Gewässer durch Fahrspuren mit Panzern zeigt den Pioniercharakter dieser Maßnahmen und hilft, das Überleben der Gelbbauchunke zu sichern.

Der Artenschutz der Gelbbauchunke ist nicht nur eine lokale Herausforderung, sondern ein europäisches Anliegen, das durch verschiedene Initiativen unterstützt wird. Weitere Informationen zu diesem Thema bietet BR und Biologische Station Aachen. Es bleibt zu hoffen, dass die Anstrengungen der Natur- und Artenschützer auch weiterhin Früchte tragen, um das Überleben der Gelbbauchunke zu sichern.