Am 1. November 2025 genießen die Gänse von Landwirt Thomas Rott in Aidlingen die frische Luft auf der Weide. Der Kreis Böblingen, in dem sich der Geflügelhof befindet, ist derzeit vogelgrippefrei. Diese gute Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in anderen Teilen Deutschlands Maßnahmen aufgrund von Vogelgrippe erforderlich sind. In bestimmten Regionen sind Gänse und andere Geflügelarten gezwungen, in Stallhaltung zu bleiben, um die Ausbreitung des H5N1-Virus zu kontrollieren.

In jüngster Zeit mussten im Alb-Donau-Kreis nach einem Nachweis der Vogelgrippe 15.000 Tiere getötet werden. Außerdem wurde im benachbarten Kreis Reutlingen ein verendeter Kranich gefunden – auch dieser war am Virus gestorben. Solche Vorfälle werfen Schatten auf die Situation vor Ort und verdeutlichen die anhaltende Bedrohung durch die Geflügelpest im gesamten Bundesgebiet.

Hochrisikogruppen unter den Vögeln

Wie Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit, erklärt, sind Kraniche besonders gefährdet. Die hauptsächliche Infektionsquelle für diese Vögel ist der Kontakt zu Wildvögeln, insbesondere Wildenten und Wildgänsen, die das H5N1-Virus tragen können, ohne selbst zu erkranken. Diese Gefahr wird durch die enge Lebensweise von Kranichen in Gruppen verstärkt, was die Ansteckung begünstigt.

Aktuell werden in verschiedenen Bundesländern, darunter Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, sowie am Kelbra-Stausee Todesfälle von Kranichen beobachtet, die auf H5N1 zurückzuführen sind. Experten warnen vor einem Anstieg der Fälle, insbesondere während des Vogelzugs, der in dieser Saison zu einer Zunahme des Influenzageschehens führt. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Situationen in den jeweiligen Regionen zu beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

Während in Aidlingen die Gänse vorerst auf der Weide bleiben dürfen, hoffen Landwirte und Geflügelhalter, dass der Seuchenkelch an ihnen vorübergeht. Auch wenn die gegenwärtige Lage in Böblingen stabil ist, bleibt die Aufmerksamkeit auf mögliche Entwicklungen hoch.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickeln wird. Die Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Für detaillierte Informationen zur Vogelgrippe und den Schutzmaßnahmen empfiehlt sich ein Blick auf die Berichte von Kreiszeitung Böblingen und das Wissensangebot des MDR.