Krieg belastet Poltawa: Besuch aus den Fildern in kritischer Lage

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Poltawa, Partnerstadt von Filderstadt, unter Druck durch den Krieg: Besuch, Unterstützung für Flüchtlinge und tägliche Herausforderungen.

Poltawa, Partnerstadt von Filderstadt, unter Druck durch den Krieg: Besuch, Unterstützung für Flüchtlinge und tägliche Herausforderungen.
Poltawa, Partnerstadt von Filderstadt, unter Druck durch den Krieg: Besuch, Unterstützung für Flüchtlinge und tägliche Herausforderungen.

Krieg belastet Poltawa: Besuch aus den Fildern in kritischer Lage

Eine Delegation aus Poltawa ist momentan zu Besuch auf den Fildern, während die Situation in ihrer Heimatstadt weiter angespannt bleibt. Trotz der bedeutenden Besuche und der Unterstützung aus Deutschland hat der Krieg in der Ukraine seinen verheerenden Einfluss gezeigt: Heute meldet die ukrainische Stadt zwei Tote und elf Verletzte nach einem neuen Angriff auf ein Rekrutierungszentrum und ein nahegelegenes Wohnhaus. Dies geschieht genau während des Besuchs der Delegation aus Poltawa, die eine starke Verbindung zwischen den Partnerstädten aufrechterhalten möchte, auch in Zeiten des Krieges. [Krzbb] berichtet von der besorgniserregenden Lage, die den Zufluchtsort für Binnenflüchtlinge unter Druck setzt.

In Poltawa leben derzeit rund 45.000 Binnenflüchtlinge, viele von ihnen in Kindergärten, Hotels, Studentenwohnungen und Containerdörfern. Diese Menschen erhalten täglich warme Mahlzeiten und Hygieneartikel, die durch die örtliche Universität sowie die japanische Regierung finanziert werden. Inmitten dieser Schwierigkeiten ist das Projekt „Bridges“ entstanden, das von Frauen in Poltawa initiiert wurde, um Unterstützung während des Konflikts anzubieten. Es ist Teil des „Urban X-Change Network“ des Deutschen Volkshochschulverbandes International. Workshops in Poltawa und den Fildern finden parallel statt und fördern den Austausch zwischen den Kulturen.

Kultureller Austausch in Krisenzeiten

In Filderstadt wurden Maultaschen zubereitet, während in Poltawa Halushkas gekocht wurden. Darüber hinaus werden Workshops durchgeführt, bei denen Porzellan zerbrochen und wieder zusammengesetzt wird. Deutsche und ukrainische Erwachsene lernen gemeinsam über Märchen und Nationalliteratur, was den kulturellen Austausch während dieser schweren Zeiten fördert. Bislang haben bereits 2000 Menschen aus der Ukraine an diesem Austausch teilgenommen. Svitlana Nestulya, eine der Delegationsmitglieder, hat betont, dass die Situation in Poltawa sich weiter verschlechtert hat, doch die Frauen aus der Delegation hegen den Wunsch, nach ihrem Besuch in die Heimat zurückzukehren. Ihr Kampf für Unabhängigkeit und die tief verwurzelte Liebe zu ihrem Land bleiben ungebrochen.

Die politische Lage wirkt sich auch auf das tägliche Leben der Menschen in Poltawa aus. Seit Beginn des Krieges haben viele Ukrainer Zuflucht in Städten wie Poltawa gesucht, die bislang von Raketenangriffen verschont blieben. Pro Tag können dort bis zu 30.000 neue Flüchtlinge registriert werden. Gleichzeitig leidet die Stadt unter Stromausfällen, die nach einem strengen Plan zugeteilt werden: zwei Stunden Strom, gefolgt von vier Stunden ohne. Nachts sind Fenster abzudunkeln und Straßenlaternen müssen ausgeschaltet werden, was ein Dunkelheitsgefühl und Ausgangsbeschränkungen mit sich bringt.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Solidarität

Trotz der widrigen Umstände bleibt das soziale Leben in Poltawa aktiv. Theater, Museen und Bibliotheken bleiben geöffnet, sofern Strom vorhanden ist. Aber die wirtschaftlichen Herausforderungen sind enorm: Lebensmittelpreise sind um bis zu 50 Prozent gestiegen, und viele Bewohner müssen sich bei der Nahrungsmittelversorgung einschränken. Die örtlichen Behörden haben bisher 290.952 Euro auf einem gemeinsamen Spendenkonto gesammelt, um Lebensmittel für die Binnenflüchtlinge zu sichern.

Die gegenseitigen Besuche zwischen Poltawa und den Partnerstädten sind aufgrund des Krieges zur Herausforderung geworden. Dennoch plant die Kommune, den Schüleraustausch mit den Partnerstädten wieder zu aktivieren und hat die Zuschüsse für Reisende erhöht. In den kommenden Jahren sind auch größere Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Manosque und Leinfelden-Echterdingen angedacht. Diese Bestrebungen sind ein Lichtblick inmitten der dunklen Zeiten, die die Menschen in der Ukraine und die Partnerschaften in Deutschland belasten. [Stuttgarter Nachrichten] berichtet von diesen Entwicklungen, die zeigen, dass trotz des Krieges der Austausch und die Solidarität weiterleben.