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WM in Katar: Zuschauen oder abschalten? Die Meinung der Bundesliga-Trainer aus dem Südwesten

Die Weltmeisterschaft vom 20. November bis 18. Dezember findet erstmals im Advent statt. Grund sind die hohen Temperaturen in dem Wüstenstaat, besonders im Sommer. Infolgedessen mussten alle teilnehmenden Nationen ihre jeweiligen Zeitpläne anpassen. Die Kritik entzündet sich viel mehr an der Menschenrechtssituation vor Ort und den Bedingungen für Gastarbeiter in Katar. Auch Homosexualität ist in Katar illegal und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis geahndet.

Christian Streich kritisiert die „Machthaber“ im Fußball

Kurz vor Beginn der WM hat Trainer Christian Streich vom Tabellenzweiten SC Freiburg die Entscheidung, die Endrunde an Katar zu vergeben, und die Verantwortlichen des internationalen Fußballs scharf kritisiert. „Es gab im Stadion eine Choreographie mit der WM-Kritik, da sind sich alle einig“, sagte Streich nach dem 4:1-Heimspiel am Sonntag gegen Union Berlin: „Das Problem im Fußball ist, dass die Leute im Fußball die Macht haben, nicht die Liebe Fußball, sondern andere Dinge.“ Die Freiburger Anhänger hatten in der Kurve ein Transparent mit der Aufschrift „Boykott Katar“ ausgerollt. Christian Streich weiß noch nicht, wann und ob er sich die WM-Spiele überhaupt ansehen wird: „Im Moment genieße ich es, keinen Fußball zu haben. Ich bin wirklich glücklich.“

Der „Privatmann“ André Breitenreiter ignoriert die WM

Cheftrainer André Breitenreiter von der TSG 1899 Hoffenheim wird die WM genau beobachten. „Ich glaube nicht, dass ich mir die Vorrunde überhaupt anschaue. Vielleicht schaue ich mir danach ein Spiel an, besonders wenn unsere Mannschaft spielt“, sagte der 49-Jährige. Andererseits erklärte er, dass es seine Aufgabe als Bundesliga-Cheftrainer sei, nach Trends zu suchen. „Aber als Privatperson muss ich Ihnen sagen, dass es mir eigentlich egal ist, weil mich diese WM überhaupt nicht interessiert.“ Breitenreiter findet es „völlig falsch, dass die WM in Katar stattfindet“.

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Aber er akzeptiert und respektiert jeden Fußballer, der dort antritt. Auch die verbale Entgleisung von Katars WM-Botschafter Khalid Salman, der Homosexualität als „geistigen Schaden“ bezeichnet hatte, machte die Massen wütend: „Das ist verrückt.“

Unter anderem will Michael Wimmer mehr über die Spieler des VfB erfahren

Michael Wimmer – Interimstrainer vom VfB Stuttgart – will sich bei der anstehenden WM auf die Spiele der deutschen Nationalmannschaft und die Profis des schwäbischen Bundesligisten konzentrieren. „Ich werde mir die Spiele anschauen – vor allem die der deutschen Mannschaft“, sagte der 42-Jährige über das umstrittene Wüstenwinter-Event in Katar. Die Spiele der Japaner mit den Stuttgartern Wataru Endo und Hiroki Ito gehören für ihn ebenso zum Pflichtprogramm wie die Spiele der Kroaten mit VfB-Verteidiger Borna Sosa. „Wenn es die Zeit zulässt, schaut man sich noch ein paar Spiele an. Ansonsten kann man daheim ein bisschen abschalten“, sagte Wimmer.

Bo Svensson hat noch keinen WM-Plan

Bo Svenssons Vorfreude auf die WM in Katar ist gedämpft. Wie und in welchem ​​Umfang er das Turnier im Fernsehen verfolgen wird, weiß der Trainer des FSV Mainz 05 noch nicht. „Es ist nicht so eine normale Aufregung um die WM, weil dieses Jahr alles anders ist als sonst. Ich werde sehen, wie es läuft, wenn es losgeht, wie die Stimmung in den Stadien ist und wie die Berichte von dort sind. Mal sehen, wie alles entwickelt sich“, sagte der 43-jährige Däne. Laut Svensson geht es vielen, mit denen er gesprochen hat, genauso.

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