Chemische Sicherheit in Baden-Württemberg

Vorweihnachtliche Lebensmittelkontrolle

Apfel-, Nuss- und Mandelkerne sowie andere Produkte, die im Advent und Weihnachten stark nachgefragt werden, stehen derzeit im Mittelpunkt der Lebensmittelüberwachung.

Damit im vorweihnachtlichen Lebensmitteleinkauf keine Gesundheitsgefahren lauern und durch irreführende Informationen keine falschen Versprechungen gemacht werden, prüft die Lebensmittelkontrolle in Baden-Württemberg derzeit wieder Produkte, die während der Weihnachtszeit sehr beliebt sind. Zur Weihnachtszeit präsentierte das Verbraucherministerium die wichtigsten Forschungsbereiche der vier chemischen und veterinärmedizinischen Kontrollstellen in Freiburg, Karlsruhe, Sigmaringen und Stuttgart.

Kartoffelsalat und Weihnachtsplätzchen

An Heiligabend haben Würstchen mit Kartoffelsalat in vielen Familien Tradition. Vielleicht diesmal auch vom Gastronomen oder Caterer, den Sie in diesen schwierigen Zeiten unterstützen möchten. Aber was ist mit der mikrobiologischen Qualität von Kartoffelsalat aus der Gastronomie? Die Antwort ist kurz: Im Prinzip sehr gut. In den letzten sechs Jahren wurden 146 Proben schwäbischer Kartoffelsalate aus Restaurants auf ihre Hygiene überprüft. 96,6 Prozent der untersuchten Kartoffelsalate befanden sich in einem mikrobiologisch unbedenklichen Zustand. Dies deutet auf eine gute Produktion und Personalhygiene in den betroffenen Unternehmen hin.

Auch Weihnachtskekse und ihre Zutaten werden erneut auf die Probe gestellt: Eine ungeeignete Lagerung und Trocknung von Nüssen und getrockneten Früchten kann zur Entwicklung von Schimmel und damit verbundenen Schimmelpilzgiften, auch Mykotoxinen genannt, führen. Insbesondere die hochtoxischen Schimmelpilztoxine Aflatoxine und Ochratoxin A wurden intensiv getestet. In den letzten zwei Jahren wurden mehr als 200 Proben von Nüssen und getrockneten Früchten untersucht, und in Einzelfällen (einmal Mandeln, dreimal Feigen) wurden die Mykotoxinwerte überschritten. Die meisten Proben enthielten keine oder nur geringe Mengen der gefährlichen Schimmelpilzgifte.

Vanillepasten und geröstete Mandeln

Auch beim Weihnachtsbacken werden sogenannte Vanillepasten immer beliebter. Mit Aussagen wie „ein Teelöffel statt einer Vanilleschote“ beworben, deuten sie auf signifikante Anteile der Vanilleschote hin, eines der teuersten Gewürze der Welt. Tatsächlich haben erste Untersuchungen dieser Mischungen aus alkoholischem Vanilleextrakt und Zuckersirup ergeben, dass ein Teelöffel nur zwischen einem Zehntel und einem Zwanzigstel einer Vanilleschote enthält und die Werbeversprechen bei weitem nicht wahr sind. Die Produkte wurden als irreführend beurteilt.

Die Forschung konzentrierte sich auch auf die einst typischen weihnachtlichen süßen „gerösteten Mandeln“. Der Grund ist, dass Bittermandeln manchmal unbeabsichtigt mit der Mandelernte geerntet werden. Diese enthalten hohe Mengen an Cyanwasserstoff, die beim Verzehr zu gesundheitlichen Problemen wie Kopfschmerzen führen können, wenn Sie sie aufgrund des bitteren Geschmacks nicht ausspucken. Bei Untersuchungen von bisher neun Proben gerösteter Mandeln und des damit verbundenen Rohstoffs wurden gelegentlich Blausäuregehalte festgestellt, die wahrscheinlich auf Bittermandelbestandteile zurückzuführen sind. Das zuständige Ermittlungsbüro in Sigmaringen wird seine Ermittlungen fortsetzen, um einen repräsentativen Überblick über die Situation zu erhalten. Diese Ergebnisse sollen dazu beitragen, eine gesetzliche Höchstmenge an Cyanwasserstoff in Mandeln und Mandelprodukten festzulegen.

Auch gesundheitsschädliche Zutaten stehen im Mittelpunkt von Weihnachtskeksen: Neben köstlichen Aromen kann Acrylamid beim Backen auch als produktionsbedingter Schadstoff entstehen. Glücklicherweise wurde dieser unerwünschte Stoff nur in zwei von 38 Proben im Bereich des aktuellen EU-Richtwerts gefunden, die Werte in allen anderen Proben waren normal. Die aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass die europaweiten Minimierungsmaßnahmen für diesen problematischen Stoff wirksam sind.

Cumarin in Zimtsternen

Cumarin in Zimtsternen ist ebenfalls Teil des jährlichen Testprogramms für Weihnachtsplätzchen. Die EU-weite Höchstmenge von 50 Milligramm pro Kilogramm wurde in keiner der bisher untersuchten sieben Proben überschritten.

Nicht angemeldete Allergene, insbesondere Nussarten, werden auf den Schutz der besonders empfindlichen Verbrauchergruppe von Allergikern überprüft. Zwei von 16 Proben enthielten Allergene ohne entsprechende Kennzeichnung.

Bisher gab es wenig Grund, sich über Zutaten wie Vanille oder Butter zu beschweren. Dies ist jedoch anders, wenn die Kennzeichnung wie eine Liste der Zutaten oder Nährwertangaben vorgeschrieben ist. Letzteres gilt häufig auch für vorverpackte Backwaren aus handwerklicher Produktion. Drei von vier Proben hatten falsche oder unvollständige Etikettenelemente. Hier stützt sich die Lebensmittelüberwachung weiterhin auf Aufklärungsarbeit, um Verbesserungen im Bäckereibetrieb zu erzielen.

Untersuchungsbüros für Lebensmittelkontrolle und Tiergesundheit: Schwäbischer Kartoffelsalat

Büros für Lebensmittelinspektion und Tiergesundheitsforschung: Vanille

Untersuchungsbüros für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit: Von der Bäckerei bis zum Labor

Büros für Lebensmittelinspektion und Tiergesundheit: Geröstete Mandeln

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