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Von Buchwald bis Klinsmann: Die WM-Geschichte der VfB-Stars

Man sucht vergebens. Der Vereinsname VfB Stuttgart taucht im deutschen WM-Kader 2022 für Katar nicht auf. „Das ist extrem schade, keine Frage“, sagte Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB, den Stuttgarter Nachrichten: „Meine Vision ist es, bei der EM 2024 in Deutschland wieder einen VfB-Spieler im deutschen Team zu haben. Das wäre eine tolle Sache.“ Ding .“ Aber es ist ein Traum von der Zukunft.

Guido Buchwald als VfB-Weltmeister

Kein einziger VfB-Profi im deutschen WM-Kader, das ist nicht das erste Mal. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Stuttgarter, die seit 1954 bei Weltturnieren wichtige Akzente für Deutschland setzen konnten. Karlheinz Förster beispielsweise wurde zweimal Vizeweltmeister, Guido Buchwald gewann 1990 sogar den Goldpokal in Italien .

SWR Sport blickt auf die WM-Geschichte des VfB Stuttgart seit dem Zweiten Weltkrieg zurück:

1954 in der Schweiz

Fast hätte ein Stuttgarter beim „Wunder von Bern“ mitgeholfen. Der schnelle VfB-Verteidiger Eric Retter galt damals als gesetzt von Bundestrainer Sepp Herberger. Bis er sich kurz vor dem Turnier am Meniskus verletzte. Die Weltmeisterschaft für Retter, die „verhinderten Weltmeister“ aus Schwaben. Der erste deutsche WM-Titel wurde schließlich ohne Beteiligung Stuttgarts gewonnen.

1958 in Schweden

Der Stuttgarter Torhüter war beim WM-Turnier in Schweden eine Legende Günter Sawitzki neben Fritz Herkenrath und Heinz Kwiatkowski einer von drei Torhütern in Herbergers Kader. Essens Herkenrath war damals die klare Nummer eins. Sawitzki (er starb 2020), der bis 1971 insgesamt 15 Jahre lang für den VfB im Tor stand, kam nicht zum Einsatz.

Mit Mittelfeldspieler Rudy Hoffmann 1958 gab es sogar einen zweiten VfB-Spieler in Schweden. Der gebürtige Badener aus Östringen, der 2020 starb, spielte von 1957 bis 1960 für die Schwaben. Die deutsche Mannschaft verlor im Halbfinale unglücklich gegen Schweden und wurde am Ende Vierter. Hoffmann und Sawitzki wurden in Schweden nicht eingesetzt.

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1962 in Chile

VfB-Keeper Günter Sawitzki stand auch vier Jahre später in Südamerika im deutschen WM-Kader. Diesmal stand der Stuttgarter allerdings im Schatten von Wolfgang Fahrian aus Ulm, der von Sepp Herberger überraschend den erfahrenen Sawitzki und Tilkowski den Vorzug gab. Deutschland schaffte es in Chile nicht auf die vorderen Plätze und schied im Viertelfinale gegen Jugoslawien aus. Auch Günter Sawitzki kam bei seiner zweiten WM-Teilnahme nicht zum Einsatz.

1966 in England

Bei der ersten WM unter dem neuen Bundestrainer Helmut Schön erhielt auch ein Stuttgarter ein Ticket nach England. Der bullige Verteidiger Klaus Dieter Sieloff stand im deutschen Kader, kam aber nicht für den Vizeweltmeister von 1966 zum Einsatz. Sieloff (er starb 2011) trug von 1960 bis 1969 das Trikot mit dem roten Brustring. Nach seinem Wechsel nach Mönchengladbach wurde er mit Borussia zweimal Deutscher Meister .

1970 in Mexiko

Bei der Hitze-WM in Mittelamerika war der VfB mit keinem Spieler im deutschen Kader vertreten. Das Team von Helmut Schön wurde Dritter.

1974 in Deutschland

Auch beim zweiten deutschen WM-Titel 1974 im eigenen Land vertrat kein Spieler des VfB Stuttgart die Farben der Mannschaft von Helmut Schön.

1978 in Argentinien

Erst nach der Stuttgarter Bundesliga-Rückkehr 1977 wurden VfB-Spieler wieder interessant für die deutsche Nationalmannschaft. Mit Hansi Müller 1978 durfte das Top-Spielmachertalent aus Schwaben nach Argentinien reisen. Müller, damals 20, bestritt vier Spiele und erzielte ein Tor. Die WM endete jedoch hässlich mit der historischen „Schande von Coroba“ gegen Österreich und dem Aus nach der zweiten Finalrunde. Müller stand bei mir auf dem Rasen…

1982 in Spanien

Vier Jahre später in Spanien waren mit dabei Förster-Brüder Karlheinz und Bernd zwei Stuttgarter Verteidiger mit ihnen. Im WM-Kader stand wieder Hansi Müller, der ein Jahr zuvor vom VfB zu Inter Mailand gewechselt war. Am Ende war Deutschland Vizeweltmeister, aber auch das Skandalspiel gegen Österreich in der Vorrunde sorgte für Frust. Karlheinz Förster stand in allen sieben Spielen in der Startelf, Bernd kam viermal zum Einsatz. Hansi Müller machte 1982 nur zwei Spiele.

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1986 in Mexiko

VfB-Legende Karlheinz Förster war auch beim nächsten WM-Turnier in Mexiko dabei und wurde unter Teamchef Franz Beckenbauer erneut Vizeweltmeister. Förster, der erneut alle Partien machte, galt damals als bester Stopper der Welt. Beim 2:3 gegen Argentinien und Maradona reichten die Fähigkeiten der Odenwälder allerdings nicht aus, um eine Finalniederlage zu verhindern. Steht neben Förster Karl Allgower ein zweiter Stuttgarter im Kader. „Knalgöwer“ kam in Mexiko nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus und kam keine Minute zum Einsatz.

1990 in Italien

Italien war die Weltmeisterschaft von „Dieguido“. VfB-Kapitän Guido Buchwald wurde mit Deutschland Fußballweltmeister. Vor allem im Finale gegen Argentinien übertraf er sich im Duell mit Diego Maradona selbst und war ein wichtiger Leistungsträger im Team von Franz Beckenbauer. Auch Ex-VfB-Torschütze Jürgen Klinsmann war in der Weltmeister-Elf. Klinsmann war ein Jahr zuvor von Stuttgart zu Inter Mailand gewechselt. Buchwald war übrigens der erste und bisher einzige aktuelle VfB-Spieler, der den WM-Titel gewann.

1994 in den USA

In den USA war der VfB erstmals mit drei Spielern vertreten: Neben Guido Buchwaldder Weltmeister von 1990 stand auch Abwehrspieler Thomas Berthold und Mittelfeldspieler Thomas Strunt bei der WM 1994 in Stuttgart unter Vertrag. Das Turnier unter Bundestrainer Berti Vogts endete mit einer herben Enttäuschung und der Viertelfinalniederlage gegen Bulgarien.

1998 in Frankreich

Bei der WM in Frankreich stand kein aktueller VfB-Spieler im deutschen Kader. Jürgen Klinsmann spielte inzwischen bei seiner dritten und letzten WM für Tottenham Hotspur. Auch der Torschütze aus Schwaben konnte die vorzeitige 0:3-Niederlage im Viertelfinale gegen Kroatien (mit Zvonimir Soldo später aus Stuttgart) nicht verhindern.

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2002 in Japan und Südkorea

Nicht besonders attraktiv, aber wirkungsvoll: Unter Teamchef Rudi Völler wurde Deutschland 2002 Vizeweltmeister. Ohne einen Spieler des VfB Stuttgart.

2006 in Deutschland

Beim Deutschen Sommermärchen war der VfB erneut mit zwei Spielern vertreten. Timo Hildebrand war einer von drei Torhütern hinter Jens Lehmann und Oli Kahn und kam nicht zum Einsatz, dazu kam noch ein Mittelfeldspieler Thomas Hitzlsperger im Kader der Jürgen Klinsmann. Immerhin elf Minuten spielte „The Hammer“ im „kleinen Finale“ in Stuttgart gegen Portugal. Der frühere VfB-Torschütze Klinsmann war als Bundestrainer auf die WM-Bühne zurückgekehrt und begeisterte die Fans mit tollem Fußball und Platz drei.

2010 in Südafrika

Wie schon 1994 wurden drei VfB-Spieler in den WM-Kader 2010 berufen. Neben Verteidiger Serdar Tasci auch erhalten Sami Khedira und Stürmer Kakao ein Ticket nach Südafrika. Mit Bundestrainer Joachim Löw Sogar ein ehemaliger VfB-Trainer stand an der Seitenlinie. Khedira erzielte im Spiel um Platz drei gegen Uruguay den 3:2-Siegtreffer. Für ihn war es der Beginn einer großen Karriere bei Real Madrid. Auch Cacau stand in der Startelf, Tasci wurde in der Nachspielzeit eingewechselt.

2014 in Brasilien

Für den spannenden WM-Sieg in Rio stand kein aktueller VfB-Profi im Kader von Joachim Löw. Mit Sami Khedira von Real Madrid wurde jedoch ehemaliger Stuttgarter Weltmeister.

2018 in Russland

Nach seiner Rückkehr zum VfB Mario Gomez vor vier Jahren als letzter deutscher Spieler aus Stuttgart an einem Weltturnier teilnahm. Doch auch der damals fast 33-jährige Stürmer konnte das peinliche Aus der deutschen Mannschaft unter Joachim Löw als Gruppenletzter nach der Vorrunde nicht verhindern. Mit Josua Kimmich, Timo Werner und Sebastian Rudy Im russischen WM-Kader standen noch drei ehemalige Nachwuchsspieler des VfB Stuttgart.

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