Michael Leiters, der designierte CEO der Porsche AG, wird am 1. Januar 2026 offiziell sein Amt antreten. Er steht vor der Herausforderung, das Unternehmen durch eine Ertragskrise zu führen, während die Eigentümerfamilien Porsche und Piech schnelle Ergebnisse fordern. Laut der Börsen-Zeitung hat Leiters, der noch keine umfangreiche Hausmacht bei Porsche hat, weil er erst kürzlich ins Unternehmen zurückgekehrt ist, einen steinigen Weg vor sich.

Seine Karriere bei Porsche begann 2000 und dauerte bis 2013, während er unter anderem als Assistent des früheren CEO Wendelin Wiedeking tätig war. Fünf der acht Mitglieder des Porsche-Vorstands sind neu im Amt und stehen ebenfalls vor Herausforderungen. Leiters, der als „Externer“ von Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche eingestellt wurde, muss schnell einen Kreis von Vertrauten um sich scharen, um sein Machtgefüge innerhalb der Porsche-Volkswagen-Gruppe zu festigen.

Herausforderungen und Gelegenheiten

Die Vorgänger von Leiters, Oliver Blume, der seine Doppelrolle als CEO von Porsche und Volkswagen abgab, hinterließ eine schwierige Situation. Unmittelbar muss Leiters dem Quartalsverlust von fast 1 Milliarde Euro entgegenwirken und ein beschlossenes Sparprogramm umsetzen, das den Abbau von 1.900 Stellen vorsieht. Diese Schritte sind notwendig, um den geschäftlichen Niedergang von Porsche zu stoppen, was an die Erfolge von Wiedeking in den 1990er Jahren erinnert.

Leiters wird den bereits von Blume eingeleiteten Strategiewechsel in Richtung Elektromobilität fortsetzen und zugleich mehr Modelle mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren anbieten. Diese Strategie könnte insbesondere in Europa erfolgreich sein, während die Verkaufszahlen in China rückläufig sind. Laut der Porsche Newsroom benötigt Leiters Zeit für eine genauere Analyse der komplexen Marktsituation in China.

Die Rolle des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat spielt eine zentrale Rolle in dieser Umbruchphase. Er hat ein Kompetenzprofil beschlossen, um sicherzustellen, dass alle Mitglieder über die notwendigen Sachkenntnisse verfügen, um ihre Kontrollfunktion effektiv wahrzunehmen. Zu den wesentlichen Kompetenzen zählen Kenntnisse der Automobilbranche, der Elektromobilität sowie Erfahrungen in Führungspositionen.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses bringen tiefgreifende Erfahrungen in Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Nachhaltigkeitsberichterstattung mit. Der Aufsichtsrat gewährleistet zudem, dass trotz einer Internationalität und Diversität in Nationalitäten und Altersgruppen eine kritische Distanz zur Gesellschaft und zum Vorstand gewahrt bleibt. Vier Anteilseignervertreter werden unabhängig gemäß Kodex betrachtet, was die Unternehmensführung weiter stärkt.

Der Druck auf Michael Leiters ist enorm, da er nicht nur die aktuelle Herausforderung meistern, sondern auch die Weichen für die Zukunft von Porsche stellen muss. Die Ohnmacht, die Trends der Automobilbranche zu ignorieren, könnte für das Unternehmen schwerwiegende Folgen haben. In dieser kritischen Phase ist es entscheidend, dass der neue CEO sowohl strategische Visionen entwickelt als auch gleichzeitig pragmatische Lösungen umsetzt.