In Stuttgart zeichnet sich eine bedeutende Neuerung im S-Bahn-Netz ab. Der Verband Region Stuttgart plant die Einführung einer siebten S-Bahnlinie, die innerhalb der nächsten zehn Jahre realisiert werden könnte. Diese neue Linie soll Heimerdingen im Landkreis Ludwigsburg mit Stuttgart-Vaihingen verbinden, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet. Obwohl das S-Bahn-System derzeit mit Herausforderungen konfrontiert ist, zeigen die Planungen Optimismus und Fortschritt.

Die Strohgäubahn soll in das S-Bahn-Netz integriert werden, um eine verbesserte Anbindung zu gewährleisten. Ein wesentlicher Aspekt der Planungen ist die Panoramabahn, welche zwischen dem Nordbahnhof und Vaihingen verkehrt und im Jahr 2027 von der Deutschen Bahn aufgegeben werden soll. Region, Landeshauptstadt und das Land streben an, die Panoramabahn zu erhalten.

Neue Haltestellen und Fahrplan

Für die neue Linie sind drei Haltestellen in Stuttgart vorgesehen. Eine geplante Haltestelle an der Heilbronner Straße soll insbesondere Schulzentren und Stadtbahnlinien (5, 6, 7, 15) erschließen. Die Haltestelle Lenzhalde wird dicht besiedelte Gebiete bedienen sowie einen Schulstandort ansteuern. Die Haltestelle Herderplatz soll den Umstieg zur Stadtbahn erleichtern und das Gebiet des ehemaligen Westbahnhofs bedienen.

Der geplante Betrieb visiert einen 30-Minuten-Takt an, wodurch die Attraktivität der Nutzung für Pendler und Besucher deutlich steigt. Um diese Pläne umzusetzen, sind umfassende Umbauten an der Strohgäubahn notwendig, einschließlich Elektrifizierung und Gleiserweiterung.

Kosten und Investitionen

Die geschätzten Kosten für eine Grundsanierung der Panoramabahn belaufen sich auf etwa 93 Millionen Euro, während eine kreuzungsfreie Verknüpfung mit der Bestandsstrecke beim Nordbahnhof zusätzlich 61 Millionen Euro kosten wird. In Summe ergeben sich für die Ertüchtigung der Panoramabahn sowie den Bau der neuen Stationen Gesamtkosten von rund 211 Millionen Euro. Zudem sind für die Instandsetzung und Elektrifizierung der Strohgäubahn weitere 96 Millionen Euro eingeplant. Damit beläuft sich die gesamte Investitionssumme auf mehr als 307 Millionen Euro, wobei auch die Anschaffung von zehn neuen Zügen für die Linie mit geschätzten Kosten zwischen 80 und 100 Millionen Euro zu berücksichtigen ist.

Das bestehende S-Bahn-Netz von Stuttgart umfasst mittlerweile 215 km und 83 Haltestellen. Im Jahr 2021 beförderte die S-Bahn etwa 69,5 Millionen Fahrgäste. Mit diesen neuen Entwicklungen wird weitere Kapazität geschaffen, um dem steigenden Bedarf an öffentlichem Nahverkehr gerecht zu werden, wie die S-Bahn Stuttgart berichtet.

Nahverkehrsplan Stuttgart

Ein zentrales Element zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in Stuttgart ist der Nahverkehrsplan (NVP), der gesetzlich vorgeschrieben ist und Mindeststandards sowie Vorgaben für die gesamte Region setzt. Im Rahmen des NVP werden Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Nahverkehrs vorgeschlagen und berücksichtigt Umweltschutz sowie demographische Entwicklungen. Die Revisionsfortschreibung des NVP wurde im Jahr 2023 beschlossen, mit einer ausführlichen Bürgerbeteiligung, die für 2024 geplant ist. Die Verabschiedung des aktualisierten NVP fällt in das Jahr 2025, was sich positiv auf die zukünftige Planung und Entwicklung des Verkehrsnetzes auswirken soll, wie die Stadtverwaltung auf ihrer Seite stuttgart.de darstellt.