Neues Klärschlammkraftwerk in Walheim: Genehmigung ist erteilt!
EnBW plant eine Klärschlammverbrennungsanlage in Walheim. Erfahren Sie mehr über Genehmigungen und lokale Auswirkungen.

Neues Klärschlammkraftwerk in Walheim: Genehmigung ist erteilt!
EnBW plant den Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage auf dem Gelände des Kraftwerks in Walheim, Landkreis Ludwigsburg. Diese Anlage soll nicht nur die Effizienz der Abfallverwertung steigern, sondern auch die Transportlogistik für Klärschlamm optimieren. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat bereits die erste Teilgenehmigung sowie einen Vorbescheid erteilt, wodurch der Weg für das Projekt geebnet ist. Die Genehmigung erfolgt in einem gestuften Verfahren, das einen Vorbescheid und zwei Teilgenehmigungen umfasst. Der Antrag wurde am 17. Februar 2023 eingereicht und am 16. Januar 2024 ergänzt. RP berichtet, dass das Verfahren auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung beinhaltete, die mit der Bekanntmachung des Vorhabens am 19. Januar 2024 begann.
Die Antragsunterlagen waren vom 26. Januar bis 26. Februar 2024 öffentlich zugänglich, wobei insgesamt 731 Einwendungen beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht wurden. Ein Erörterungstermin zur Klärung der Einwendungen fand vom 24. bis 26. Juni 2024 statt. Mit der ersten Teilgenehmigung ist nun der Bau und die Installation der Anlage möglich, während die zweite Teilgenehmigung für den Betrieb der Anlage noch aussteht. EnBW informiert dazu, dass bereits erste Bauarbeiten begonnen haben, deren vorzeitiger Beginn am 14. August und 30. Oktober 2024 genehmigt wurde.
Ökologische Vorteile und Verkehrsbelastung
Durch den Bau der Klärschlammverbrennungsanlage werden die Transportwege für Klärschlamm erheblich verkürzt. Aktuell wird Klärschlamm bis zu 500 Kilometer ins Braunkohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig transportiert, jedoch sollen viele der Klärschlämme, die nach Walheim gebracht werden, bereits über die B27 angeliefert werden. Es ist nicht zu erwarten, dass das Verkehrsaufkommen vor Ort signifikant zunimmt, da kein Anlieferverkehr durch den Ortskern von Walheim vorgesehen ist. Laut EnBW werden etwa 60 LKW pro Tag das Kraftwerksgelände anfahren, um Klärschlamm anzuliefern und Betriebsstoffe abzutransportieren.
Ein unabhängiges Gutachten hat die Auswirkungen des Vorhabens auf den lokalen Verkehr überprüft und festgestellt, dass zusätzlicher Verkehr entsteht. Die Leistungsfähigkeit der Verkehrsknotenpunkte wird jedoch nicht beeinträchtigt. Zudem ist EnBW bereit, mit den Gemeinden über eine Abwasserdruckleitung zur Kläranlage Nesselwörth zu sprechen, um den LKW-Verkehr zu reduzieren.
Wasserrechtliche Genehmigungen und nächste Schritte
Für den reibungslosen Betrieb der Klärschlammverbrennungsanlage ist auch ein wasserrechtliches Verfahren zur Grundwasserentnahme am Standort erforderlich. Eine Entscheidung zu diesem Verfahren wird zwischen dem 30. Juni und dem 14. Juli 2025 veröffentlicht und online einsehbar sein. Die betroffenen Kommunen Walheim, Gemmrigheim, Kirchheim am Neckar und Besigheim wurden bereits über diese Entscheidung informiert.