Archäologen haben eine bemerkenswerte Entdeckung im Norden von Guatemala gemacht. Sie stießen auf eine rund 2.900 Jahre alte Maya-Stätte, die den Namen «Los Abuelos» trägt, was so viel wie «die Großeltern» bedeutet. Diese Entdeckung bietet nicht nur Einblicke in die frühere Maya-Zivilisation, sondern gibt auch Aufschluss über deren rituelle Praktiken und Lebensweise. Laut Antennen Münster gilt der Ort als eines der wichtigsten rituellen Zentren der Region.

Die Stätte erstreckt sich über etwa 16 Quadratkilometer in der Nähe von Uaxactún, einer indigenen Gemeinschaft, die im gleichnamigen archäologischen Park liegt. Dieser Park hat eine über hundertjährige Geschichte im Herzen des Maya-Biosphärenreservats und wird von der 154 Familien umfassenden Gemeinschaft verwaltet. Sie sind für das Management und die Erhaltung des OMYC-Waldes organisiert und fördern nachhaltige Entwicklung.

Faszinierende Funde

Zu den bemerkenswerten Funden in «Los Abuelos» gehören zwei anthropomorphe Steinskulpturen, die vermutlich dem Kult der Vorfahren gewidmet sind. Diese Figuren, die einen Mann und eine Frau darstellen, stammen aus der Zeit von 600 bis 400 v. Chr. und sind etwa anderthalb Meter hoch. Zudem entdeckte das Archäologenteam ein Observatorium, Pyramiden, Altäre sowie Fragmente von Stelen und Keramiken. Die Funde beinhalten auch absichtlich zerbrochene Keramiken, die in rituellen Kontexten verwendet wurden, was auf die kulturellen Praktiken der damaligen Zeit hinweist.

Der Ort wurde schätzungsweise rund 1.000 Jahre lang für rituelle Zwecke genutzt und danach aufgegeben. Um 800 n. Chr. fand eine Wiederbelebung statt, als die Stätte erneut von späteren Bewohnern in Gebrauch genommen wurde. Neben den Schätzen aus «Los Abuelos» stießen die Forscher auch an zwei weiteren Orten, Petnal und Cambrayal, auf beeindruckende Artefakte. In Petnal entdeckten sie eine 33 Meter hohe Pyramide, die größte in diesem Gebiet, was weitere Fragen zur Architektur und zu den gesellschaftlichen Strukturen der Maya aufwirft.

Uaxactún und seine Rolle

Die Uaxactún-Gemeinschaft lebt von der nachhaltigen Nutzung verschiedener Ressourcen, darunter Ornamentalpalme, Pfeffer und Holz. Darüber hinaus bietet sie Tourpakete an, die Reitausflüge, den Besuch des Juan Antonio Valdés Museums mit über 533 Exponaten und kulinarische Erlebnisse beinhalten. Diese Erlebnisse sind eine Möglichkeit für Touristen, mehr über die lokale Kultur und Küche zu erfahren, die unter anderem pürierte Palmherzen und Maisteig-Scones umfasst. Frauen aus der Gemeinschaft stellen auch Handwerkskunst aus getrockneten Maisblättern her, inklusive der bekannten Tuscan-Puppen, die eine wichtige Rolle in der regionalen Tradition spielen.

Zusammengefasst belegen die neuen Entdeckungen in «Los Abuelos» die kulturelle und architektonische Bedeutung der Maya-Zivilisation und deren Einfluss auf die heutigen Gemeinschaften in der Region. Das archäologische Erbe in und um Uaxactún trägt somit zur Förderung des Tourismus und zur Bewahrung der einzigartigen kulturellen Identität dieser indigenen Bevölkerung bei.