Bildung & Wissenschaft

Sprachliche Integration im Sportunterricht

Das Pilotprojekt „Lernen für alle mit Rückenwind und Sport“ hat gezeigt, dass Sportunterricht in Vorbereitungsklassen einen positiven Effekt auf den Spracherwerb hat. Die Erfahrungen aus diesem Projekt sollen dabei helfen, die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen zu verbessern und den Ganztagsunterricht zu fördern.

Die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Theresa Schopper, hat sich am 21. Juli 2023 persönlich von den positiven Auswirkungen des Projekts überzeugen können. Gemeinsam mit Thomas Riecke-Baulecke, dem Präsidenten des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL), hat sie zwei Vorbereitungsklassen der Friedrich-Hoffmann-Gemeinschaftsschule in Reutlingen besucht und dort an einer Sport- und einer Schwimmstunde teilgenommen.

Schopper konnte dabei sehen, wie motiviert die Schülerinnen und Schüler am Sportunterricht teilnehmen und wie der Sportunterricht die Kommunikation zwischen Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Nationen fördert. Sie betonte, dass Sportunterricht nicht nur beim Spracherwerb hilft, sondern auch zur Integration und zum gemeinsamen Miteinander beiträgt.

Besonders positiv bewertete Schopper die Tatsache, dass das Sportangebot häufig die einzige Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler ist, sich sportlich zu betätigen, vor allem für Mädchen. Sie betonte außerdem die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen und dass das Projekt auch Talente in die Vereine bringen kann.

Aufgrund der positiven Erfahrungen plant das Kultusministerium, das Projekt auszubauen und den Sportunterricht zum festen Bestandteil des Stundenplans der Vorbereitungsklassen zu machen. Dafür sollen auch Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten werden. Bereits am Vortag des Besuchs von Ministerin Schopper fand eine Fortbildung in Schwäbisch Gmünd für VKL/DaZ- und Sportlehrkräfte statt.

Das Pilotprojekt „Lernen für alle mit Rückenwind und Sport“ wurde in Kooperation mit dem Landessportverband Baden-Württemberg durchgeführt und soll nun bis Juli 2024 in eine erweiterte Pilotierungsphase gehen. Dabei sollen auch Grundschulen und weiterführende Schulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt in das Projekt einbezogen werden.

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Die Erfahrungen aus der erweiterten Pilotierungsphase sollen sowohl in den weiteren Ausbau des Projekts als auch in die Lehrkräfte-Fortbildung einfließen. Für das kommende Schuljahr sind etwa 100.000 Euro aus den Mitteln von „Lernen mit Rückenwind“ für das Projekt vorgesehen.

Der Präsident des ZSL, Thomas Riecke-Baulecke, betonte die Bedeutung des Sportunterrichts für die körperliche und psychische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Er kündigte an, dass das ZSL den Sportunterricht im Bereich VKL und DaZ stärken und Impulse für eine Verknüpfung von Bewegungs- und Sprachlernen geben will.

Auch beteiligte Lehrkräfte äußerten sich positiv über das Projekt. Die Schulleiterin Daniela Halder sieht den Sport als eine Möglichkeit, Menschen unabhängig von kulturellen Unterschieden zusammenzubringen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Der Sportlehrer und Mitinitiator des Projekts, Jan Wachsmuth, hob die Bedeutung des Schwimmens hervor und betonte, dass dies wichtige Erfahrungen ermögliche.

Die Klassenlehrerin Ruth Smith betonte, dass es den Lehrkräften nicht nur um den Spracherwerb, sondern auch um die Teamfähigkeit, die Ausgeglichenheit und vor allem die Freude gehe, die der Sportunterricht mit sich bringt. Auch Schülerinnen und Schüler äußerten sich positiv zum Projekt. Sie betonten, dass sie durch den Sportunterricht nicht nur besser Deutsch lernten, sondern auch Spaß daran haben.

Der Landessportverband Baden-Württemberg freut sich über die Zusammenarbeit mit den Schulen und sieht das Projekt als eine Möglichkeit, den organisierten Sport weiter zu stärken. Er betont, dass die Erfahrungen aus dem Programm „Integration durch Sport“ in das Projekt einfließen sollen und sieht eine mögliche Zusammenarbeit mit den Schulen.

Das Kultusministerium plant nun, das Projekt weiter auszubauen und die Erfahrungen mittels Fortbildungen in die Fläche zu tragen. Es hofft, dass das Projekt zur Bildungs- und Chancengerechtigkeit beitragen kann und alle Beteiligten an der Schullandschaft bereichert. Durch die Erweiterung des Projekts sollen noch mehr Schülerinnen und Schüler von den Vorteilen des Sportunterrichts profitieren können.

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Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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