Erster Prozess für die Nacht des Stuttgarter Aufstands

Sicherheitspartnerschaft ist wirksam

Bundesinnenminister Thomas Strobl und Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper einigen sich auf weitere Maßnahmen der Sicherheitspartnerschaft. Die Sicherheitspartnerschaft zeigt Wirkung: Die Zahl der Straftaten in der Stuttgarter Innenstadt ist bereits gesunken.

„Nach den frühen Morgenstunden des 21. Juni 2020 in der Landeshauptstadt war es meine klare Ansage, dass eine solche Krawallnacht in Stuttgart und anderswo im Land – und es wurde nicht wiederholt. Ich habe der Landeshauptstadt sofort eine Sicherheitspartnerschaft vorgeschlagen und zwar in dieser gemeinsamen Sicherheitspartnerschaft Die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg arbeiten eng zusammen und mit aller Kraft daran, die Sicherheitslage in Stuttgart zu verbessern – mit Erfolg! Auch 2021 gab es in der Stuttgarter Innenstadt wieder deutlich weniger Straftaten. Diesen positiven Trend wollen wir nun fortsetzen, damit die Stuttgarter und Gäste in der Landeshauptstadt nicht nur objektiv sicher sind, sondern sich noch sicherer fühlen“, so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobel. Innenminister Thomas Strobl und der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper weitere Maßnahmen für die Sicherheitspartnerschaft vereinbart.

Sicherheit in der Stuttgarter Innenstadt weiter verbessern

„Wir danken dem Innenministerium und dem Polizeipräsidium für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir werden alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Stuttgarterinnen und Stuttgarter – insbesondere in den Abendstunden an den Wochenenden – zu verbessern.“ so Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper.

Inhalt der Diskussion war unter anderem das erklärte Ziel: die Sicherheit in der Stuttgarter Innenstadt weiter zu verbessern und das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung weiter zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen Innenminister Strobl und Bürgermeister Dr. Nopper insbesondere folgende Maßnahmen um:

  1. Dass Haus der Jugendrechte in der Stuttgarter Innenstadt sollte so schnell wie möglich geöffnet werden. Damit wird das Handlungskonzept des Hauses des Jugendgerichts auf das gesamte Stuttgarter Stadtgebiet ausgeweitet und die Bearbeitung der Jugendkriminalität in den beiden Häusern des Jugendgerichts zentralisiert. Nach diesem Konzept sollte die Bestrafung unmittelbar erfolgen.
  2. Erweiterung der städtischen öffnen Videoüberwachung im Bereich des Schlossplatzes, des Kleinen Schlossplatzes und des Oberen Schlossgartens. Im Mai werden die ersten fünf neuen Kameras zur bestehenden Videoüberwachung hinzugefügt.
  3. Das Land gibt der Landeshauptstadt Stuttgart die Möglichkeit zu schaffen Keine Waffenzonen.
  4. Kurzfristige Umsetzung von Bühnenkonzept, die das Polizeipräsidium Stuttgart und die Landeshauptstadt Stuttgart zum situationsbezogenen Eingreifen geschaffen haben. Besonderes Augenmerk wird auf das Aggressionspotential der vor Ort befindlichen Personengruppen sowie auf die sogenannte Poser-Szene gelegt. Die einzelnen Stufen orientieren sich an der Anzahl der Menschen in der Innenstadt, der Größe der Menschenmengen, dem Aufkommen der motorisierten Unterhaltungsszene, der Anzahl der Beschwerden, dem Aggressionspotenzial und der Emotionalisierung. Je nach Stufe werden das Polizeipräsidium Stuttgart und die Stadt Stuttgart entsprechende Maßnahmen ergreifen.
  5. In der kommenden Freiluftsaison nutzt die Landeshauptstadt Stuttgart den städtischen Justizvollzug freitags und samstags nachts bis 1 Uhr, also zwei Stunden länger. Wie im Vorjahr wird die Stadt zudem einen privaten Sicherheitsdienst beauftragen, der an bestimmten Orten dauerhaft präsent sein und Ordnungsstörungen beheben soll. Zur Verbesserung der Sauberkeit werden ab Ende März am Kleinen Schlossplatz sowie ab Mitte April am Feuersee und am Marienplatz zusätzliche Toiletten aufgestellt. Wo nötig und möglich, werden zusätzliche Mülleimer aufgestellt. Die Beleuchtungssituation wird sukzessive verbessert.
  6. Mit der Einrichtung eines Hauses der Prävention wird die Zusammenarbeit zwischen dem Polizeipräsidium Stuttgart und der Landeshauptstadt Stuttgart intensiviert, um Straftaten vorzubeugen.

Objektive Sicherheitslage in Stuttgart verbessert

Die objektive Sicherheitslage in Stuttgart hat sich in den letzten Jahren – teilweise auch coronabedingt – verbessert. Die Gesamtzahl der Straftaten im öffentlichen Raum in Stuttgart-Mitte ging 2021 um 17,8 Prozent auf 5.920 (2020: 7.204) Fälle zurück. Die Zahl der Sexualdelikte im öffentlichen Raum ging um 8,2 Prozent auf 89 (2020: 97) Fälle zurück. Dieses Bild zeigt sich auch bei Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum. In diesem Kriminalgebiet sank die Zahl der Fälle im Jahr 2021 um 26,9 Prozent auf 1.084 (2020: 1.482). Innerhalb von Stuttgart-Mitte betraf die sogenannte Stuttgarter Krawallnacht insbesondere den Cityring, also die Bereiche Neue Vorstadt, Oberer Schlossgarten, Rathaus und Hauptbahnhof. Auch im Städtering sank die Gesamtzahl der im öffentlichen Raum begangenen Straftaten im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 21 Prozent auf 4.742 (2020: 6.018) Fälle. Die Zahl der Fälle von brutalen Verbrechen und Verbrechen gegen die persönliche Freiheit im öffentlichen Raum sank um beachtliche 28,9 Prozent auf 910 (2020: 1.279) Fälle. Die Rückgänge führten jeweils zu den niedrigsten Werten seit fünf Jahren. Die Zahl der Sexualdelikte im öffentlichen Raum im City-Ring sank 2021 um fünf auf 71 (2020: 76) Fälle. Insgesamt stagnieren die Sexualdelikte (2021: 109 Fälle, 2020: 106 Fälle). Das ist ein Rückgang von rund einem Viertel gegenüber dem Fünfjahreshöchststand im Jahr 2019 von 145 Fällen.

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig stärken

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper begrüßte im gemeinsamen Gespräch nachdrücklich die Bereitschaft des Landes, eine Verordnung zu verabschieden, die es der Landeshauptstadt ermöglicht, Waffenverbotszonen einzurichten. Er sagte: „Eine solche Waffenverbotszone sollte vor allem im Bereich Schlossplatz, Kleiner Schlossplatz, Oberer Schlossgarten und Stadtgarten eingerichtet werden. Wir müssen uns auch gegen die Poser-Szene an der Theodor-Heuss-Straße zusammenschließen und diese mit entsprechenden Mitteln lahmlegen.“ Maße.”

„Wir werden den eingeschlagenen erfolgreichen Weg zur Verbesserung der Sicherheitslage in der Stuttgarter Innenstadt gemeinsam weitergehen und damit auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig stärken. Und wir werden die notwendigen polizeilichen Maßnahmen weiterhin situationsgerecht ergreifen und konsequent durchsetzen“, betonte Bundesinnenminister Thomas Strobl.


Auch Schaufenster wurden bei den Stuttgarter Krawallen eingeschlagen.

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