Sechs Jahre nach der verheerenden Sturzflut in Braunsbach

Sechs Jahre nach der verheerenden Sturzflut in Braunsbach

Sechs Jahre nach der Sturzflut in Braunsbach nutzen mehr als ein Viertel der baden-württembergischen Kommunen die Landesförderung zur Starkregenprävention. Das Land setzt seine Bemühungen konsequent fort, das Risiko von Überschwemmungen und Starkregen zu verringern.

Am 29. Mai 2016 ereignete sich in der Hohenloher Gemeinde Braunsbach eine durch Starkregen ausgelöste Sturzflut, die von erheblichen Trümmerlawinen begleitet wurde und zu großen Zerstörungen führte. Der Ort war im Frühsommer 2016 eine von vielen anderen betroffenen Regionen, die glücklicherweise mit weniger Schäden davonkamen. Braunsbach ist seither für viele ein Symbol für die Gefahren, die von Starkregenereignissen ausgehen können.

Staatssekretär für Umwelt André Baumann betont: „Im Hochwasserschutz haben wir schon viel erreicht. Aber die Bilder von der verheerenden Trümmerlawine durch Braunsbach oder den verheerenden Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im vergangenen Sommer haben uns deutlich gemacht, dass wir unsere Anstrengungen konsequent fortsetzen müssen, um die Risiken zu meistern Flut und Starkregen reduzieren.“

Starkregen kann alle Regionen des Landes treffen

Klimaexperten gehen davon aus, dass der zunehmende Temperaturanstieg in Folge der Klimakrise auch das Risiko von Starkregenereignissen erhöhen wird. Keine Region in Deutschland kann davon ausgenommen werden.

2016 veröffentlichte das Land Baden-Württemberg die Leitfaden „Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg“. Damit steht den Kommunen ein einheitliches Vorgehen zur Verfügung, um die Risiken von Starkregenereignissen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. „Das Land ist sich seiner Verantwortung bewusst und unterstützt die Erstellung solcher Starkregenrisikomanagementkonzepte über die wasserwirtschaftliche Förderrichtlinie mit einer Kostenübernahme von 70 Prozent“, sagt Staatssekretär Baumann.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Innerhalb von rund fünf Jahren wurden mehr als 300 Förderbescheide erlassen und Fördermittel in Höhe von rund 17,5 Millionen Euro bewilligt. Damit gehen bereits mehr als 25 Prozent aller baden-württembergischen Kommunen aktiv mit dem Risiko von Starkregen um. Knapp 10 Prozent konnten alle drei Schritte des Leitfadens – von der Gefahrenanalyse über die Risikoanalyse bis hin zum Maßnahmenplan – erfolgreich absolvieren.

Sie sind nun dabei, die identifizierten Maßnahmen aus den Bereichen Informations- und Flächenversorgung, Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie Krisenmanagement umzusetzen. Letztere wird vom Staat durch ständige Weiterentwicklung und Ausbildung unterstützt Hochwasserinformations- und Warnsystem FLIWAS3 unterstützt.

Kommunen können sich über den Konzeptentwicklungsprozess und alle notwendigen Unterlagen unter informieren Regina Stark – Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg oder basierend auf Praxisbeispiel Eningen unterhalb der Achalm.

Hilfreiche Informationen auch für die Bürger

Das Land unterstützt aber nicht nur die Kommunen, sondern bemüht sich auch, das Thema Hochwasserschutz der Öffentlichkeit und insbesondere den Bürgern näher zu bringen. Dies informiert zum Beispiel Hochwasserportal des Landeswie man sich vor, während und nach einem Hochwasser verhält. Im Zweifelsfall bleibt wenig Zeit, um zu entscheiden, wie Leib und Leben und Sachwerte vor Flusshochwasser oder Starkregen geschützt werden können. Seit Kurzem ist dies auch bequem vom Smartphone aus möglich.

Alle Informationen und einen Muster-Notfallplan finden Sie unter Hochwasserportal Baden-Württemberg – Bürgerinnen und Bürger.

Aktuelle Wetterberichte, Hochwasserwarnungen und -vorhersagen sind über Radio (SWR1, SWR4 Baden-Württemberg), Internet (Zentrum für Hochwasservorhersage, Deutscher Wetterdienst), Smartphone (Meine Level-App, WarnWetter-App) oder Videotext ab Seite 800.

Zusätzliche videogestützte Inhalte und Sensibilisierungsmaterialien sind unter erhältlich WBW Ausbildungsbetrieb – zum Beispiel auf YouTube, Instagram oder Facebook.

Inspiriert von Landesregierung BW

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