Energie, Umwelt & Verkehr

Regionale Wasserstoffbedarfe in Baden-Württemberg: Planung der Infrastruktur für eine klimaneutrale Zukunft

Die Nutzung von Wasserstoff als Treibstoff für eine klimaneutrale Industriegesellschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Um die Weichen für den Netzaufbau und -ausbau zu stellen, hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Kooperation mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) erstmals eine regionale Auswertung der Wasserstoffbedarfe für Baden-Württemberg vorgelegt.

Die Auswertung für die Jahre 2025, 2030, 2035 und 2040 zeigt, dass vor allem in den Regionen Karlsruhe-Stadt, Ostalb, Ortenau, Lörrach, Heilbronn-Land, Main-Tauber und Ravensburg ein höherer Bedarf an Wasserstoff ermittelt wurde. Mit dem Anstieg der Bedarfe in den Folgejahren, insbesondere ab 2032, wenn erste Pipelineverbindungen des bundesweiten Wasserstoff-Kernnetzes zur Verfügung stehen, werden weitere Industriebedarfe erwartet.

Die Auswertung liefert wichtige Erkenntnisse über die theoretisch erforderlichen Elektrolysekapazitäten zur Deckung der regionalen Bedarfe für die Jahre 2025 und 2030. Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Planung der Wasserstoffinfrastruktur im Land, wie Energieministerin Thekla Walker betonte. Die Auswertung bietet dem Bund entscheidende Anhaltspunkte für den weiteren Ausbau der Wasserstoffpipelines über das Kernnetz hinaus.

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass der Bedarf an Wasserstoff zwischen 2025 und 2040 deutlich höher ausfällt als in vorherigen Studien ermittelt. Vor allem die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise haben die Entwicklung beschleunigt. Der prognostizierte Bedarf an Wasserstoff steigt bis 2040 deutlich an.

Besonders die Industrie zeigt frühzeitig Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff, während der Energiesektor später in größeren Mengen Bedarf anmeldet. Der Verkehrssektor wird voraussichtlich einen begrenzten Einfluss auf den Gesamtbedarf haben, wobei Wasserstoff vor allem bei schweren Nutzfahrzeugen eingesetzt werden soll.

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Die Ergebnisse der Auswertung liefern wichtige Informationen für die zukünftige Planung und Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur in Baden-Württemberg. Sie verdeutlichen die wachsende Relevanz von Wasserstoff als Energieträger für eine klimaneutrale Zukunft und zeigen auf, in welchen Regionen verstärkt Maßnahmen zur Wasserstoffproduktion und -versorgung erforderlich sind.

Alexander Schneider

Alexander Schneider ist ein erfahrener Journalist aus Stuttgart, der sich auf Politik und Wirtschaft spezialisiert hat. Er hat Politikwissenschaften und Betriebswirtschaft an der Universität Hohenheim studiert und ist seitdem als Autor und Analyst für verschiedene regionale und überregionale Medien tätig. Alexander ist Mitglied des Verbands der Wirtschaftsjournalisten und hat bereits mehrere Auszeichnungen für seine tiefgründigen Analysen und investigativen Recherchen erhalten. In seiner Freizeit engagiert er sich in lokalen politischen Initiativen und ist ein begeisterter Anhänger des VfB Stuttgart.

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