Ländlicher Raum

Pelosol ist Boden des Jahres 2022

Bei einer Festveranstaltung in der Landesvertretung in Berlin wurde das Pelosol zum Boden des Jahres 2022 gewählt. Böden sind unsere Lebensgrundlage, aber Böden weltweit sind von Versiegelung, Erosion und Verdichtung bedroht.

„Der Boden ist eine unterschätzte Ressource – aber von unschätzbarem Wert“: Darauf weist der Staatssekretär für Umwelt hin André Baumann in dem Festveranstaltung zum „Boden des Jahres 2022“ in dem Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin. Für das Jahr 2022 das „Pelosol“ – der Lehmboden – as Ende des Jahres für die das Umweltministerium Baden-Württemberg die Schirmherrschaft übernimmt. Diese Bodenart kommt vor allem im Südwesten Deutschlands auf den Tongesteinen des Keupers und Juras vor.

„Weltweit sind Böden durch Versiegelung, Erosion und Verdichtung bedroht“, warnte Baumann. Der Schutz des Bodens ist daher eine herausragende Aufgabe und braucht mehr Aufmerksamkeit und Öffentlichkeitsarbeit. Hier findet das jährliche Weltbodentag am 5. Dezember sowie die symbolische Ausrufung des „Boden des Jahres“ bundesweit.

Grundnahrungsmittel und Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Staatssekretär Baumann bedauerte, dass Böden vor dem Hintergrund der industrialisierten Landwirtschaft, des globalisierten Lebensmittelhandels und der zunehmenden Urbanisierung oft auf ihre Funktion als Nutzfläche, als Produktionsfaktor oder als Investition beschränkt seien. „Die existenzielle Bedeutung des Bodens als Grundlage unseres Lebens ist jedoch bis heute unverändert geblieben. 95 Prozent der Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung werden auf dem Boden produziert. Sie sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und beeinflussen das Klima. „Böden regulieren zudem Wasser- und Nährstoffkreisläufe und bilden die zentrale Grundlage aller terrestrischen Ökosysteme. Eine nachhaltige Klima- und Umweltpolitik müsse daher auch den Bodenschutz in den Mittelpunkt stellen, so Baumann.

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Neue Anforderungen an die Böden ergeben sich aber auch aus Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Energiewende – etwa dem Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie Stromleitungen. Staatssekretär Baumann: „Insofern ist es mir wichtig, dass beim dringend notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien ein bestmöglicher Bodenschutz gewährleistet ist.“ Böden auf Baustellen müssen so behandelt werden, dass ihre Funktionen erhalten bleiben. Dafür sollte eine bodenkundliche Bauüberwachung sorgen.

Internationaler Tag des Bodens

2002 wurde auf dem 17. Weltkongress der International Union of Soil Sciences (IUSS) in Bangkok der 5. Dezember zum „Internationalen Bodentag“ erklärt. Es dient dazu, den Menschen die Bedeutung und die Gefahren der knappen Ressource Boden näher zu bringen und das Bewusstsein für dieses Umweltmedium zu schärfen.

Anlässlich des Internationalen Bodentages wird unter der Schirmherrschaft eines Bundeslandes, in dem die Bodenart verbreitet ist, der „Boden des Jahres“ des Folgejahres ausgeschrieben. Die Wahl macht das Kuratorium für den Boden des Jahres im Auftrag des Umweltbundesamtes. Dies ist ein Körper von Deutsche Gesellschaft für Bodenkunde, von Bundesbodenverband ebenso wie Ingenieurgesellschaft für Altlastenmanagement und Flächenrecycling.

Für das Jahr 2022 wurde der Pelosol als Boden des Jahres bestimmt. Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab (pelos = weicher Ton, Schlamm) und drückt den hohen Tongehalt dieses Bodens aus.

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Inspiriert von Landesregierung BW

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