Ländlicher Raum

Ökomonitoring 2022: Jahresbericht präsentiert

Bio-Lebensmittel genießen in der heutigen Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher legen Wert auf gesunde und nachhaltig produzierte Nahrungsmittel. Um das Vertrauen der Verbraucher in Bio-Lebensmittel zu stärken, führt das Ökomonitoring in Baden-Württemberg seit 2002 ein einzigartiges Untersuchungsprogramm für ökologisch erzeugte Lebensmittel durch.

Der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, erklärte bei der Vorstellung des Ökomonitoring-Berichts 2022 in Stuttgart, dass Bio-Lebensmittel zu Recht das Verbrauchervertrauen verdienen. Die Untersuchungen der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württemberg (CVUAs) haben erneut gezeigt, dass die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel sehr gut ist. Lediglich in Einzelfällen waren weitere Recherchen und Maßnahmen erforderlich.

Ein Bereich, auf den besonders geachtet wird, ist das Vorhandensein von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Die EU-Öko-Verordnung verbietet den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel. Das CVUA Stuttgart hat im Rahmen des Ökomonitorings über 400 Öko-Produkte auf Pestizid-Rückstände untersucht. Lediglich acht Proben wurden aufgrund erhöhter Rückstandsgehalte beanstandet. Das bedeutet, dass 98 Prozent aller untersuchten Proben das Öko-Siegel zu Recht tragen. Die Beanstandungsquote liegt seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau.

Auch hinsichtlich gentechnischer Verunreinigungen konnten gute Ergebnisse verzeichnet werden. Gentechnik ist in Bio-Lebensmitteln nicht erlaubt. Das CVUA Freiburg untersuchte Bio-Honig, Bio-Soja-Erzeugnisse und Bio-Mais-Erzeugnisse auf gentechnisch veränderte Organismen. Lediglich 2,4 Prozent der Bio-Soja-Erzeugnisse zeigten Spuren von GVO-Verunreinigungen, während fast jedes fünfte konventionelle Soja-Erzeugnis deutliche Verunreinigungen aufwies. Seit 21 Jahren konnte hier jedoch ein deutlicher Abwärtstrend beobachtet werden.

Die Authentizitätsprüfung von Bio-Eiern zeigte ebenfalls keine Auffälligkeiten. Alle untersuchten Bio-Hühnereier trugen die Bio-Auslobung zu Recht. Bei der Überprüfung von Bio-Milch und Bio-Milchprodukten wurde jedoch erstmals eine auffällige Bio-Milch festgestellt, die nicht aus Baden-Württemberg stammte. Hier sind die Untersuchungen der Öko-Kontrolle noch nicht abgeschlossen.

Siehe auch  Die Weihnachtsbaumsaison 2021 beginnt

Auch im Hinblick auf Umweltkontaminanten gab es keine Probleme. Die untersuchten Lebensmittel enthielten keine Auffälligkeiten bezüglich Nitrat- und Schwermetallgehalten. Sowohl in ökologisch als auch in konventionell erzeugten Produkten wurden vergleichbar niedrige Gehalte festgestellt.

Minister Hauk betont die Bedeutung des Ökomonitorings für das Verbrauchervertrauen und die Förderung des ökologischen Landbaus. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass dort, wo „Bio“ draufsteht, auch in den meisten Fällen „Bio“ drin ist. Besonders erfreulich ist, dass keines der beanstandeten Produkte aus Baden-Württemberg stammt. Der Kauf regionaler Bio-Produkte trägt zur Realisierung des Ziels bei, den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen in Baden-Württemberg bis 2030 auf 30 bis 40 Prozent zu erhöhen.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Öko-Betriebe in Baden-Württemberg nimmt seit dem Inkrafttreten der ersten EG-Öko-Verordnung im Jahr 1992 tendenziell zu. Die Vielfalt dieser Betriebe spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung mit regionalen und saisonalen „bio“ Produkten. Die Regional-Kampagne „Natürlich.VON DAHEIM“ unterstützt diese Bestrebungen.

Das Ökomonitoring leistet einen wertvollen Beitrag dazu, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich auf die Qualität von Bio-Lebensmitteln verlassen können. Die Ergebnisse zeigen, dass das Vertrauen in Bio-Lebensmittel zu Recht besteht und dass sie eine hochwertige und nachhaltige Lebensmittelproduktion fördern.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Adblocker erkannt

Bitte den Adblocker deaktivieren, um alle Inhalte sehen zu können.