Land fördert die Produktion von ökologischen oder regionalen Qualitätsprodukten

Öko-Monitoring-Bericht 2020 vorgelegt

Verbraucherschutzminister Peter Hauk stellte den Öko-Monitoring-Bericht 2020 vor. Im Pandemiejahr 2020 wurden vermehrt Bio-Lebensmittel eingekauft. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Verbraucher auf Bio-Produkte vertrauen können.

„2020 war die Corona-Pandemie das beherrschende Thema. Da die meisten Mahlzeiten von den Menschen zu Hause zubereitet wurden, lag der Einkauf von Bio-Lebensmitteln in Deutschland im Jahr 2020 um rund 22 Prozent höher als im Vorjahr. Im Jahr 2020 sorgte das Konsumverhalten dafür, dass Bio-Lebensmittel rund 6,4 Prozent des gesamten Lebensmittelmarktes ausmachten. Verbraucher sollen den angebotenen Bio-Produkten vertrauen können“, so die Ministerin für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Peter Hauk im Rahmen der Präsentation der Öko-Monitoring-Bericht 2020 (PDF). Mit dem Öko-Monitoring führt das Land daher seit 2002 ein spezielles Analyseprogramm für biologisch erzeugte Lebensmittel durch.

Das Chemie- und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württemberg (CVUA) haben im Jahr 2020 rund 580 Bio-Produkte untersucht: von Obst und Gemüse unterschiedlicher Herkunft über Käse, Eier und Grünkern. Das Untersuchungsspektrum des Ökomonitorings reicht von Pflanzenschutzmittelrückständen über gentechnisch veränderte Organismen bis hin zu Prozessschadstoffen oder der Art der Fütterung in der Eierproduktion. Ziel des Programms ist es, Verbrauchertäuschungen im stark wachsenden Bio-Marktsegment besser zu erkennen und das Vertrauen der Verbraucher in die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel durch entsprechende Maßnahmen zu stärken.

„Wie in den Vorjahren gab es Einzelfälle, in denen weitere Recherchen notwendig waren, weil das Öko-Monitoring mögliche Schwachstellen aufgedeckt hat. Durch kompetente und schnelle Reaktionen im Kontrollsystem konnte entweder der Verdacht ausgeräumt oder die festgestellten Mängel schnell behoben werden“, so die Ministerin.

Wieder nur wenige Pestizidrückstände

Da die Bio-Verordnung der Europäischen Union (EU) den Einsatz von synthetisch-chemischen Pflanzenschutzmitteln praktisch nicht zulässt, untersucht das CVUA Stuttgart, ob solche Rückstände in Bio-Produkten nachgewiesen werden können. Ob diese Hinweise darauf hindeuten, dass die Anbauregeln für den ökologischen Landbau nicht eingehalten wurden, wird dann in Zusammenarbeit mit den am Kontrollsystem Beteiligten recherchiert.

Von den rund 343 Bio-Produkten, die 2020 risikobasiert auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht wurden, beanstandete der CVUA Stuttgart lediglich neun Proben wegen der irreführenden Umweltkennzeichnung, da in diesen Proben erhöhte Rückstandsgehalte festgestellt wurden.

Dies zeigt, dass 97 Prozent aller risikoorientierten Proben im Handel zu Recht das Öko-Siegel in Bezug auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tragen. Im Laufe der letzten Jahre ist die Zahl der Beschwerden zurückgegangen und seit Jahren stabil auf niedrigem Niveau. Der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel in Bioprodukten kann damit weitgehend ausgeschlossen werden.

Echtheit von Bio-Eiern und Bio-Milch

Mit einem Anteil von zwölf Prozent am Bio-Markt in Deutschland gehören Eier zu den am häufigsten vermarkteten Bio-Produkten.

Ob die Eier tatsächlich von Hühnern aus ökologischem Landbau gelegt wurden, lässt sich anhand der Fütterung der Hühner überprüfen: Konventionell erzeugte Eier haben teilweise eine viel intensivere Dotterfarbe als Eier aus ökologischer Erzeugung. Die Dotterfarbe wird durch die Einlagerung von gelben und roten Pigmenten verursacht. Durch den zugelassenen Zusatz von synthetischen Carotinoiden im Futter können herkömmliche Eier ein leuchtend orangefarbenes Eigelb aufweisen. Diese Futtermittelzusatzstoffe sind jedoch für Bio-Legehennen nicht zugelassen. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 49 Bio-Eiproben untersucht. Bei keinem von ihnen war ein Zusatz des synthetischen Additivs Canthaxanthin nachweisbar.

Auch auf Bio-Milch kann man vertrauen. Die unterschiedliche Futtergrundlage der Milchkühe bietet eine Möglichkeit, zwischen biologisch und konventionell erzeugter Milch zu unterscheiden und lässt auch Rückschlüsse auf die Haltungsform für die Produktion von Heu- oder Weidemilch zu. Die Angaben „Bio“ sowie „Heumilch“ oder „Weidemilch“ wurden im Labor für Milch und Milchprodukte geprüft. Alle 42 entsprechend ausgezeichneten Muster waren wie in den Vorjahren unauffällig.

Ökologischer Landbau in Baden-Württemberg

Seit Inkrafttreten der ersten EG-ÖKO-Verordnung im Jahr 1992 nimmt die Zahl der Betriebe in Baden-Württemberg tendenziell immer mehr zu. Ende 2020, knapp 28 Jahre nach Inkrafttreten dieser Regelung, waren in Baden-Württemberg rund 4.700 Biobetriebe tätig, die insgesamt 13,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche bewirtschafteten. Ende 2020 waren über 13.300 Unternehmen des Landes in den Bereichen Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Produkten tätig. Auch unter den Pandemiebedingungen blieb die Bio-Branche ein solider Wirtschaftszweig in Baden-Württemberg, der mit den natürlichen Lebensgrundlagen besonders ressourcenschonend ist und vielen Menschen entlang der Wertschöpfungskette Beschäftigung bietet.

Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen bis 2030 auf 30 bis 40 Prozent zu steigern. Um Marktverzerrungen zu vermeiden, soll diese Entwicklung im Einklang mit Angebot und Nachfrage erfolgen. Das Land hat die Studie im Juni 2020 genehmigt EVA – BIOBW 2030 (PDF) beauftragt, den aktuellen Status quo der baden-württembergischen ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft zu ermitteln und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Diese richten sich an alle Akteure der baden-württembergischen Land- und Ernährungswirtschaft: Wirtschaft und Verbände, Politik und Verwaltung.

Öko-Monitoring ist Teil der Aktionsplan Bio (PDF) unter der Maßnahme „Blick schafft Vertrauen“. Sie trägt damit entscheidend dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher in ökologisch erzeugte Lebensmittel zu stärken und bleibt damit ein wichtiger Baustein zur Förderung des ökologischen Landbaus im Land.

Und nicht zuletzt garantiert die Vielfalt der Biobetriebe als Teil der Ernährungswirtschaft des Landes gerade in Zeiten der Corona-Pandemie einen Beitrag zur Versorgung der Bürger mit regionalen, nachhaltig produzierten Lebensmitteln.

Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Öko-Monitoring 2020 – Ergebnisse der Untersuchungen von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau (PDF)

Bio aus Baden-Württemberg

Ministerium für Ernährung, ländliche Angelegenheiten und Verbraucherschutz: Landwirtschaft

Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Kontrolle von Bio-Produkten

Die Kontrollstellen für Lebensmittelkontrolle und Tiergesundheit

Ökomonitoring Baden-Württemberg

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