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Öffentlicher Dienst: Warum 10,5 Prozent mehr Lohn für einen Arbeitnehmer wichtig sind

Am 24. Januar 2023 beginnen die Tarifverhandlungen.

Rocco Santoro arbeitet als Müllverlader bei den Stuttgarter Entsorgungsbetrieben. Er sammelt zusammen mit seinen Kollegen Mülleimer ein, leert sie und stellt sie wieder an ihren Platz. Er verdient knapp 2.000 Euro Nettoeinkommen für seine sechsköpfige Familie, was nicht ausreichend ist. Die Gewerkschaft ver.di fordert daher 10,5 Prozent mehr Geld, aber mindestens 500 Euro für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Dies würde vor allem für Beschäftigte mit eher geringeren Gehältern wie Santoro einen deutlich höheren Prozentsatz bedeuten. Am 24. Januar 2023 beginnen die Tarifverhandlungen, bei denen auch über die Löhne von Männern und Frauen im Bundesdienst, bei Gerichten und in der Bundeswehr verhandelt wird.

Wenn am 24. Januar 2023 die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst auf Bundes- und Kommunalebene beginnen, geht es auch um das Gehalt von Rocco Santoro.

Schlecht bezahlter Knochenjob für die Allgemeinheit

Er arbeitet als Müllverlader bei den Stuttgarter Entsorgungsbetrieben, das heißt, er sammelt zusammen mit seinen Kollegen Mülleimer ein, leert sie und stellt sie wieder an ihren Platz. Rocco Santoro zieht täglich 600 bis 800 Mülltonnen durch die Straßen zum Müllwagen und legt täglich eine Strecke von bis zu 25 Kilometern zurück.

Fünf Tage die Woche, immer morgens von 6:45 Uhr bis kurz vor 16 Uhr – bei jedem Wetter. Noch heute liegt Schnee auf den Bürgersteigen im Stuttgarter Stadtteil Heumaden. Das macht die Arbeit noch mühsamer als sonst, sagt Santoro, eingehüllt in orange Jacke und Wollmütze.

Knapp 2.000 Euro Nettoeinkommen für die sechsköpfige Familie

Seit 2018 arbeitet Santoro als Mülllader bei der Abfallwirtschaft Stuttgart, Mülldeponie Vaihingen. Sie gehört zum öffentlichen Dienst der Gemeinden. Er verdiene 1900 Euro netto, sagt er bei der Besprechung im Pausenraum vor Arbeitsbeginn. Nicht genug für den vierfachen Vater:

„Wenn du denkst, dass du im öffentlichen Dienst arbeitest und so viel verdienst wie eine ungelernte Reinigungskraft, dann denkst du manchmal an einen Jobwechsel.“

Rocco Santoro, Mülllader im öffentlichen Dienst

Siehe auch  Vereinsverbot des "Black Warriors MC Germany Chapter Sigmaringen"

Tarifvertrag TVöD: Was die Gewerkschaft ver.di fordert

10,5 Prozent mehr Geld, aber mindestens 500 Euro fordert die Gewerkschaft ver.di in den aktuellen Tarifverhandlungen für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Das würde laut ver.di vor allem für Beschäftigte mit eher geringeren Gehältern wie Santoro einen deutlich höheren Prozentsatz bedeuten. Diese brauchen am meisten eine Gehaltserhöhung, weil sie die Inflation besonders hart trifft. Richtig, sagt Santoro, die finanzielle Situation seiner Familie sei derzeit angespannt.

Dem Fachkräftemangel mit einem höheren Gehalt entgegenwirken

Santoro glaubt, wenn die Kommunen ihre Angestellten nicht besser bezahlen, werden ihnen irgendwann die Leute davonlaufen. Schließlich herrscht überall Fachkräftemangel.

Er selbst würde gerne in der Abfallwirtschaft bleiben, sagt er. Der Müllverlader hofft daher, dass die Gewerkschaft ihre Forderungen nach höheren Löhnen in den laufenden Tarifverhandlungen durchsetzen kann.

Für welche Berufsgruppen wird noch verhandelt

Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen sind Beschäftigte von Bundesministerien, Feuerwehrleute, Ärzte und Pflegekräfte in kommunalen Kliniken, Beschäftigte in Entsorgungsdiensten oder in Hallen- und Freibädern.

ver.di möchte, dass das Tarifergebnis auch für Männer und Frauen im Bundesdienst, bei Gerichten und in der Bundeswehr gilt. Bisher wurden drei Verhandlungsrunden mit Arbeitgebern auf Bundes- und kommunaler Ebene vereinbart – bis Ende März.

Quelle: SWR – Öffentlicher Dienst: Warum 10,5 Prozent mehr Lohn für einen Arbeitnehmer wichtig sind

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