Meldepflichtiges Ereignis im stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim

Meldepflichtiges Ereignis im stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim

Eine falsche Feueralarmgruppe wurde versehentlich vom stillgelegten Kernkraftwerk in Obrigheim getrennt. Es bestand keine Gefahr für Mensch oder Umwelt.

Am 8. April 2021 trennte der Betreiber des stillgelegten Kernkraftwerks Obrigheim versehentlich eine noch aktive und nicht für den Abbau zugelassene Brandmeldegruppe. Die drei zugehörigen Detektoren des zu demontierenden Kernkraftwerks waren daher vier Tage lang außer Betrieb.

Der Fehler wurde während eines wiederkehrenden Tests entdeckt und sofort behoben.

Nicht mehr benötigte Brandmelder werden nach und nach abgebaut

Die automatischen Brandmeldeanlagen dienen dem technischen Brandschutz. Im Rahmen des Abbaus des Kernkraftwerks werden die nicht mehr benötigten Feuermelder nacheinander abgebaut und verschiedene Ersatzmaßnahmen ergriffen, um eine frühzeitige Branderkennung weiter zu gewährleisten. Die falsch ausgeschaltete Feueralarmgruppe sollte abgebaut werden, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Aufgrund der fehlerhaften Abschaltung war eine Brandmeldergruppe mit drei Feuermeldern in drei angrenzenden, nicht rauchgeschützten Räumen vier Tage lang außer Betrieb. Die Feuermelder in der Umgebung, auch nicht rauchgeschützte Räume, waren in dieser Zeit voll funktionsfähig. Ein Brand wäre daher rechtzeitig erkannt worden. Das betroffene Gebiet war auch nahezu frei von Brandlasten. Die sicherheitsrelevante Bedeutung ist daher gering.
Es bestand keine Gefahr für Mensch oder Umwelt.

Einstufung durch den Lizenzinhaber: Berichtskategorie N.
(Normale Nachricht); INES 0 (keine oder nur sehr geringe sicherheitsrelevante Bedeutung).

zusätzliche Information

Die Ereignisse, die für die nukleare Sicherheit von Bedeutung sind, müssen den Nuklearregulierungsbehörden der Bundesländer gemäß den nationalen Kriterien des Atomsicherheitsbeauftragten und der Meldeverordnung (AtSMV) gemeldet werden. Ziel des Meldeverfahrens ist es, den Sicherheitsstatus der Kernkraftwerke zu überwachen, das Auftreten ähnlicher Fehler in anderen Kernkraftwerken zu verhindern und die gewonnenen Erkenntnisse in Sicherheitsverbesserungen einzubeziehen.

Die meldepflichtigen Ereignisse sind verschiedenen Kategorien zugeordnet (Erläuterungen zu den Meldekriterien für meldepflichtige Ereignisse):

  • Kategorie S (sofortige Berichterstattung).
  • Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde unverzüglich gemeldet werden müssen, damit sie in kürzester Zeit Inspektionen einleiten oder Maßnahmen ergreifen kann. Dies schließt auch Vorfälle ein, die auf akute sicherheitsrelevante Mängel hinweisen.
  • Kategorie E (Bericht innerhalb von 24 Stunden).
  • Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden müssen, damit sie bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit Inspektionen oder Maßnahmen einleiten kann. Dies schließt auch Ereignisse ein, deren Ursache aus Sicherheitsgründen in kurzer Zeit geklärt und gegebenenfalls innerhalb einer angemessenen Frist behoben werden muss. In der Regel handelt es sich hierbei möglicherweise – aber nicht direkt – um wichtige Sicherheitsereignisse.
  • Kategorie N (Bericht bis zum fünften Arbeitstag).
  • Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde innerhalb von 5 Arbeitstagen gemeldet werden müssen, um sicherheitsrelevante Schwachstellen frühzeitig erkennen zu können. In der Regel handelt es sich dabei um Ereignisse von geringer sicherheitsrelevanter Bedeutung, die über routinemäßige technische Einzelereignisse hinausgehen, wenn sich das System in einem korrekten Zustand und Betrieb befindet. Die Nichtverfügbarkeit von Komponenten / Systemen, die vorübergehend absichtlich durch in der Bedienungsanleitung angegebene Verfahren verursacht werden, muss nicht gemeldet werden, wenn dies auch in der Sicherheitsspezifikation der Bedienungsanleitung entsprechend berücksichtigt wird.

Internationale Bewertungsskala INES: Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Betreibern von Kernkraftwerken und dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit werden meldepflichtige Ereignisse in Kernkraftwerken auch nach der INES (International Nuclear and Radiological Event Scale) klassifiziert ) der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) und der Kernenergieagentur (NEA) der OECD. Ziel ist eine schnelle und öffentlich verständliche Bewertung eines Ereignisses.

Die Skala umfasst sieben Ebenen:

  1. Störung
  2. Unfall
  3. schwerwiegender Vorfall
  4. Unfall mit lokalisierten Effekten
  5. Unfall mit weiteren Auswirkungen
  6. schwerer Unfall
  7. katastrophaler Unfall

Meldepflichtige Ereignisse, die gemäß dem INES-Handbuch nicht in die Skala (1 bis 7) eingestuft werden können, werden gemäß der nationalen Bewertung unabhängig von ihrer sicherheitsrelevanten Bedeutung der Stufe 0 zugeordnet.

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Inspiriert von Landesregierung BW

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