Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Bei Wartungsarbeiten im Kernkraftwerk Philippsburg (Block 2) wurde festgestellt, dass die Aktivierung eines Kühlkreislaufs gemäß der kürzlich überarbeiteten Betriebsanleitung nicht mehr zulässig ist. Es bestand keine Gefahr.

Es befinden sich derzeit im Lagerbecken der bereits stillgelegten Kernkraftwerk Philippsburg 2 noch verbrauchter Brennstoff. Daher ist weiterhin eine aktive Kühlung erforderlich. Seit der endgültigen Abschaltung ist jedoch die abzuführende Nachzerfallswärme durch den Zerfall der Radioaktivität deutlich reduziert. In diesem Zustand können bestimmte Anforderungen an die drei Kühlkreisläufe gemäß den atomrechtlichen Vorschriften reduziert werden. Der Betreiber hat daher ein Änderungsverfahren durchgeführt, um die Vorschriften in seiner Betriebsanleitung entsprechend anzupassen. Die geänderte Betriebsanleitung ist am 12.11.2021 in Kraft getreten.

Bei einer routinemäßigen Wartung an einem der Kühlkreisläufe am 15.11.2021 stellte der Betreiber fest, dass die geänderte Betriebsanleitung eine Wartung dieses Kühlkreislaufs nicht mehr zulässt. Die Wartung wurde noch nach der alten Betriebsanleitung geplant. Der Betreiber hat daraufhin die Wartung abgebrochen und den aktivierten Kühlkreislauf noch am selben Tag wieder betriebsbereit gemacht.

Sicherheitstechnische Bedeutung ist gering

Beim aktuellen Anlagenzustand reicht jeder der drei Kreisläufe aus, um das Brennelement-Lagerbecken zu kühlen. Grundsätzlich ist es vorschriftsmäßig und sicherheitstechnisch zulässig, jeden der drei Kühlkreise für die Wartung freizugeben, wenn die anderen beiden Kühlkreise zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz dazu wurden die Verfügbarkeitsanforderungen an die Kühlkreisläufe in der geänderten Betriebsanleitung so ausgelegt, dass einer der Kreisläufe sicherheitstechnisch nicht mehr berücksichtigt werden kann. Dadurch konnte nur dieser Kühlkreislauf zur Wartung aktiviert werden. Für die anderen beiden Kühlkreisläufe gab es diese Möglichkeit nicht mehr.

Betriebsanleitung muss erneut geändert werden

Die Betriebsanleitung muss erneut geändert werden, damit die Verfügbarkeitsanforderungen an die Poolkühlung wieder den Vorschriften entsprechen und sicherheitsrelevante Instandhaltungsmaßnahmen gemäß Betriebsanleitung möglich sind. Die mangelhafte Betriebsordnung, deren Änderung nun erforderlich ist, rechtfertigt die Meldepflicht dieses Ereignisses.

Bei der Ursachenanalyse ist insbesondere zu prüfen, warum die Unzulänglichkeiten der neuen Betriebsordnung nicht bereits im Änderungsverfahren erkannt wurden und warum der Betreiber die Instandhaltungsmaßnahme genehmigt hat, obwohl sie der gültigen Betriebsanleitung widersprach.

Einstufung durch den Bewilligungsinhaber: Meldekategorie N (normale Meldung); Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse 0 (keine oder sehr geringe sicherheitsrelevante Bedeutung).

Berichtsebenen

Die für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Ereignisse sind die atomrechtlichen Aufsichtsbehörden der Länder nach den nationalen Kriterien der Nuklearsicherheitsbeauftragter und Meldeverordnung Bericht an. Ziel des Meldeverfahrens ist es, den Sicherheitszustand der Kernkraftwerke zu überwachen, das Auftreten ähnlicher Fehler in anderen Kernkraftwerken zu verhindern und die gewonnenen Erkenntnisse in sicherheitstechnische Verbesserungen einfließen zu lassen.

Die meldepflichtigen Ereignisse werden verschiedenen Kategorien zugeordnet (Erläuterungen der Meldekriterien für meldepflichtige Ereignisse):

  • Kategorie S (Sofortmeldung): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde unverzüglich gemeldet werden müssen, damit diese in kürzester Zeit Kontrollen einleiten oder Maßnahmen ergreifen kann. Dazu gehören auch Vorfälle, die auf akute sicherheitsrelevante Mängel hinweisen.
  • Kategorie E (Meldung innerhalb von 24 Stunden): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden müssen, damit diese innerhalb kurzer Zeit Kontrollen einleiten oder Maßnahmen ergreifen kann. Hierzu zählen auch Ereignisse, deren Ursache aus Sicherheitsgründen in kurzer Zeit geklärt und gegebenenfalls in angemessener Frist behoben werden muss. Dies sind in der Regel potenziell – aber nicht unmittelbar – sicherheitsrelevante Ereignisse.
  • Kategorie N (Meldung bis zum fünften Werktag): Ereignisse, die der Aufsichtsbehörde innerhalb von fünf Werktagen gemeldet werden müssen, um etwaige sicherheitsrelevante Schwachstellen frühzeitig erkennen zu können. Dies sind in der Regel Ereignisse von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung, die bei ordnungsgemäßem Zustand und Betrieb der Anlage über routinemäßige technische Einzelereignisse hinausgehen. Nicht meldepflichtige Nichtverfügbarkeiten von Komponenten / Systemen, die vorübergehend durch in der Betriebsanleitung beschriebene Vorgänge absichtlich herbeigeführt werden, sind nicht meldepflichtig, wenn dies auch in der Sicherheitsspezifikation der Betriebsanleitung entsprechend berücksichtigt wird.

Internationale INES-Bewertungsskala

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Betreibern der Kernkraftwerke und dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden meldepflichtige Ereignisse in Kernkraftwerken auch nach der INES (International Nuclear and Radiological Event Scale) von das Internationale Atomenergie-Organisation und der Kernenergieagentur der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bewertet. Ziel ist es, eine Veranstaltung schnell und für die Öffentlichkeit verständlich zu bewerten.

Die Skala umfasst sieben Stufen:
1. Störung
2. Vorfall
3. Schwerer Vorfall
4. Unfall mit lokalisierten Auswirkungen
5. Unfall mit weiteren Auswirkungen
6. schwerer Unfall
7. katastrophaler Unfall

Meldepflichtige Ereignisse, die laut INES-Handbuch nicht auf der Skala (1 – 7) eingeordnet werden können, werden nach nationaler Bewertung unabhängig von ihrer sicherheitstechnischen Bedeutung dem „Level 0“ zugeordnet.

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Inspiriert von Landesregierung BW

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