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Medikamentenengpass: Krankenhäuser in der Region Stuttgart verschieben Untersuchungen

Im Katharinenhospital des Klinikums Stuttgart fallen täglich rund 50 Untersuchungen aus, weil das Medikament Technetium 99 nicht verfügbar ist, sagte eine Sprecherin des Klinikums Stuttgart dem SWR. Grund dafür sind Lieferschwierigkeiten, die auf den Ausfall eines Forschungsreaktors in Belgien zurückgehen, der das Medikament herstellt.

Nur vier Forschungsreaktoren in Europa

Technetium 99 wird nur in vier Forschungsreaktoren in Europa hergestellt. Der Ausfall am Standort im belgischen Mol sorgt nun europaweit für Engpässe, auch in Kliniken in der Region Stuttgart. Neben dem Klinikum Stuttgart sind auch andere Krankenhäuser betroffen: Im Klinikum Esslingen etwa ist ein Betrieb in der Nuklearmedizin nur eingeschränkt möglich. Technetium 99 ist nur eine Woche haltbar und daher kaum vorab zu beschaffen.

Radioaktives Medikament macht Krebszellen sichtbar

Das aktuell fehlende Medikament wird bei einer sogenannten Szintigrafie eingesetzt, einer Untersuchung beispielsweise von Krebs oder Untersuchungen von Organen wie Lunge, Niere oder Leber. Das Medikament ist leicht radioaktiv und wird dem Patienten injiziert. Mit viel technischer Unterstützung lassen sich stark durchblutete Stellen im Körper wie Tumorzellen beobachten. In Deutschland werden normalerweise jede Woche schätzungsweise 50.000 Menschen mit dieser Methode untersucht.

Siehe auch  Großrazzia wegen Betrugs bei Corona-Hilfen auch in Stuttgart

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