Innenministerium

klicken. klicken. Hassen.

Gemeinsam stellen wir uns entschieden gegen Hass und Hassreden im Internet. Das Symposium „Klick. Klick. Hass.“ macht deutlich, dass das Internet kein Ort für Hassreden ist.

„Wir tolerieren Hass und Hassreden nicht – weder im Internet noch anderswo, gegen niemanden und niemals! Das heutige Symposium hat gezeigt, dass wir den entschlossenen Willen haben, Hass und Hassrede gemeinsam entgegenzutreten. Durch Diskussionen und Austausch, durch Lernen und Zusammenwachsen sowie durch kritische Selbstreflexion und Bewusstseinsbildung wecken wir Achtsamkeit und Zusammenhalt, die Heilmittel für eine Gesellschaft ohne Hass und Hetze“, so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobel. Anlass war die „Klick. klicken. Hassen. – Das Internet – (kein) Platz für Hate Speech!“. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Polizei diskutierten im Haus der Geschichte Baden-Württemberg über die Entstehung von Hass und Hassreden und die besonderen Herausforderungen im Umgang damit.

Hate Speech hat viele Gesichter

„Hassverbrechen und Hassreden haben verschiedene Motive, wie Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus, Antifeminismus, Sexismus, Homo- oder Transphobie, Rechtsextremismus und andere Formen von Extremismus oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Damit dies nicht im Keim erstickt wird, brauchen wir einen Präventionsbaukasten, mit dem frühzeitig gesellschaftliche Werte erklärt und auch die klaren Grenzen des Rechtsstaats aufgezeigt werden können. Die Bekämpfung von Hass und Hassreden muss daher auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Kurzum: Alle sind aufgerufen, Hass und Hassreden entgegenzutreten. Dies kann aktiv in der Kommunikation geschehen oder durch Meldung bei einer Meldebehörde oder der Polizei. Darüber hinaus sollte aber jeder hinterfragen, wie er sich kommuniziert. Verunglimpfung, Anfeindungen, Beleidigungen, Drohungen und die Verbreitung von Vorurteilen – eine verrohte Sprache öffnet Hass und Hetze Tür und Tor, in der realen wie in der digitalen Welt. Ich sehe nicht nur die Polizei und gesellschaftliche Akteure in der Verantwortung: Deshalb ist es wichtig, im Dialog zu bleiben, zum Beispiel wenn es um die Zusammenarbeit zwischen privaten Netzbetreibern und dem Staat geht. Wir brauchen eine wissenschaftliche Betrachtung, eine professionelle und verantwortungsbewusste Aufgabenerfüllung der Betreiber, aber auch personelle und technische Ausstattung sowie rechtliche Befugnisse der Ermittlungsbehörden“, fasste Innenminister Thomas Strobl die Ergebnisse des Symposiums zusammen.

Der Direktor von Haus der Geschichte Baden-WürttembergProfessor Doktor. Paula Lutum-Lengerund Sina Laubenstein von dem Institut für strategischen Dialog verschiedene Aspekte von Hasskriminalität aus wissenschaftlicher Sicht dargestellt. Eine andere Perspektive zeigte die Keynote von Harmen Zell, Public Policy Manager beim Technologieunternehmen Meta, der Ansätze zur Bekämpfung von Hass und Hate Speech aus Sicht des Social-Media-Unternehmens vorstellte. An die Vorträge schloss sich eine Podiumsdiskussion mit Innenminister Thomas Strobl, Frau Laubenstein, Herrn Zell und dem Beauftragten des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, Herrn Dr. Michael Blumeund dem Präsidenten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, Herrn Dr Andreas Stenger, an. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Herausforderungen im Umgang mit Hasskriminalität im Internet.

Hass nimmt im Netz zu

Im ersten Quartal 2022 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 144 Fälle von Hasskriminalität erfasst, darunter drei Gewaltdelikte. Dies ist ein weiterer Anstieg im Vergleich zum ersten Quartal 2021 mit 123 Hassverbrechensfällen. Im Mittelpunkt stehen Hassreden und Gewaltdarstellungen, gefolgt von Beleidigungen. Insgesamt wurden 36 Fälle von Hasskriminalität unter Nutzung des Tatmittels „Internet“ verübt, darunter meist Volksverhetzung und Gewaltdarstellungen sowie Beleidigungen. Die meisten Fälle sind dem Phänomen PMK -juristisch- zuzuordnen, weit weniger Fälle sind dem Bereich PMK -nicht zuzuordnen- zuzuordnen. Im gesamten Jahr 2021 wurden 883 Fälle von Hasskriminalität erfasst, darunter 29 Gewaltverbrechen. Fast die Hälfte der Straftaten wurde online begangen. Viele Menschen sehen sich heute im persönlichen Alltag mit Hassworten, Drohungen oder Hetzbotschaften konfrontiert. Diese voreingenommenen Ansichten und Erzählungen manifestieren sich oft über längere Zeiträume und werden von hitzigen Stimmungen und vermeintlichen Fakten geschürt. Hass und Hass können im schlimmsten Fall die Wurzel schrecklicher Taten bilden, die in die analoge Realität überschwappen.


Eine Person tippt auf einer Laptop-Tastatur

Inspiriert von Landesregierung BW

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