Ländlicher Raum

Klassiker für Advent und Weihnachten werden geprüft

Die Klassiker für Advent und Weihnachten werden wieder intensiver geprüft. Adventskalender, Gewürze, Weihnachtsgebäck, Wildgerichte und mehr stehen im Fokus des Lebensmittelmonitorings.

„Der Lebensmittelkontrolle in Baden-Württemberg zielen derzeit auf die begehrten Produkte für Advent und Weihnachten. Unsere Experten bei Chemische und Veterinärkontrollämter (CVUA) Freiburg, Karlsruhe, Sigmaringen und Stuttgart haben nicht nur die Lebensmittel im Blick, sondern auch Lebensmittelkontaktmaterialien“, so Verbraucherschutzministerin Peter Hauk.

Schokolade aus Adventskalendern kann man bedenkenlos essen

Was wäre die Vorweihnachtszeit ohne Adventskalender? Bei den meisten klassischen Kalendern kommt die Schokolade direkt oder indirekt mit der verarbeiteten Schachtel in Kontakt. Was aber, wenn durch die Verwendung von Recyclingpapier unerwünschte Stoffe entstehen? Dazu gehören Bisphenol A und einige seiner Substitute, die teilweise noch für Thermodruckerpapier (zB für Kassenbons) verwendet werden. Bisphenol A hat bekanntlich hormonelle Wirkungen und ist daher gesundheitsschädlich. „Die Experten des CVUA Stuttgart können hier Entwarnung geben. Schokolade aus Adventskalendern kann man bedenkenlos essen“, sagte Minister Peter Hauk.

Der CVUA Stuttgart hat 15 Adventskalender untersucht; Bisphenol A, Bisphenol S und vier weitere Substitute waren jeweils nicht nachweisbar. Sehr wahrscheinlich wurden die Kalender ausschließlich aus Frischfasermaterial hergestellt – dies ist zwar weniger nachhaltig, birgt aber auch weniger Risiken für die menschliche Gesundheit.

Weihnachtsplätzchen auch dieses Jahr wieder unauffällig

Auch die Prüfung auf gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe steht im Fokus der Untersuchungen von Weihnachtsplätzchen. Besonderes Augenmerk wird bei Zimtsternen auf den natürlich im Zimt enthaltenen Aromastoff Cumarin gelegt, da dieser bei übermäßiger Einnahme potenziell leberschädigend sein kann. Der sogenannte Cassia-Zimt kann erhöhte Mengen an Cumarin aufweisen, während Ceylon-Zimt nur geringe Mengen enthält. „Hier schnitten Industriewaren besser ab als handwerkliche Backwaren. Während mehr als zwei Drittel der industriell gefertigten Produkte kein Cumarin enthielten, war dies bei knapp einem Viertel der handwerklichen Produkte der Fall. Die 16 untersuchten handwerklichen Backwaren hielten jedoch bis auf eine Ausnahme auch den Grenzwert der Europäischen Union (EU) ein“, erklärte Hauk.

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Beim Backen von Zimtsternen und anderen weihnachtlichen Backwaren wie Spekulatius oder Lebkuchen kann auch der Schadstoff Acrylamid entstehen. Von 66 untersuchten Proben übertrafen nur eine Probe industriell hergestellter Spekulatius und zwei handwerklich hergestellte Lebkuchen die jeweiligen EU-Richtwerte. Alle anderen Proben lagen deutlich darunter. „Das zeigt, dass die Hersteller inzwischen gut getestet haben

Weihnachtsgewürze mit guten Ergebnissen

Damit ein leckeres Weihnachtsessen bedenkenlos mit Gewürzen wie Oregano, Rosmarin oder Dill verfeinert werden kann, hat CVUA Sigmaringen 31 solcher Gewürzproben wurden auf die krebserregenden Schimmelpilzgifte Aflatoxine und Ochratoxin A untersucht.

In jeder vierten Probe wurden Aflatoxine gefunden, die Mengen lagen jedoch durchweg unter den EU-Grenzwerten. Ochratoxin A war ausnahmslos nicht nachweisbar.

Vorsicht bei Vanillepasten und -extrakten

Vanille, eines der teuersten Gewürze überhaupt, ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Weihnachtsbäckerei. Auch Pasten und Extrakte, die echte Vanille enthalten und den Verbrauchern den Umgang mit diesem edlen Gewürz erleichtern sollen, werden zunehmend im Handel angeboten. Die Testergebnisse zeigten, dass ein Teelöffel der untersuchten Proben im Schnitt nur fünf Prozent der Geschmackswirkung einer Vanilleschote entsprach. Aussagen wie „Ein Teelöffel entspricht der Geschmackswirkung einer ganzen Vanilleschote“ waren falsch. Konventioneller Vanillezucker enthielt bereits deutlich höhere Anteile an echter Vanille als Vanillepasten und -extrakte. Wer die etwas kompliziertere Handhabung der klassischen Vanilleschote nicht scheut, ist wegen der höheren aromatischen Wirkung besser bedient. Zudem kann diese Variante – umgerechnet auf die Anteile echter Vanille – sogar die günstigere sein.

Bei Wild ist drin, was drauf ist

Wildgerichte wie Rehrücken oder Hirschgulasch sind Klassiker zu Weihnachten. Vor allem Wild aus der heimischen Jagd erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Werden jedoch verwandte Wildarten zu deutlich unterschiedlichen Preisen gehandelt oder sind Wildarten nur eingeschränkt verfügbar, ist die Verfälschungsgefahr hoch. Daher wurde die Richtigkeit der deklarierten Arten nochmals überprüft. Der CVUA Freiburg hat unter anderem fertige Wildgerichte untersucht, sei es aus dem gastronomischen Angebot oder aus dem Handel. „Unsere verstärkten Kontrollen in den letzten Jahren tragen auch hier Früchte, denn der Großteil der untersuchten Proben entsprach der Deklaration und dem Inhalt“, betonte Hauk.

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Lediglich bei drei von 27 der zuvor abgeschlossenen Proben wurden geringfügige Abweichungen festgestellt. In zwei Proben von Wildschweingulasch waren auch geringe Mengen an konventionellem Schweinefleisch nachweisbar.

Keine Süß- und Konservierungsstoffe in verarbeitetem Rotkohl

Auch Rotkohl, eine beliebte Beilage zum festlichen Braten, stand im Fokus der Untersuchungen. Erfreulich ist, dass die Angaben in der Zutatenliste zum Zusatz von Süß- und Konservierungsmitteln sowohl bei gefrorenem Rotkohl als auch bei Rotkohl in Dosen richtig waren und den 49 untersuchten Proben keine Süß- und Konservierungsstoffe zugesetzt wurden. „Dem Verzehr dieser gesunden Gemüsebeilage bei der Lebensmittelkontrolle steht nichts im Wege“, so die Ministerin abschließend.

Die Kontrollstellen für Lebensmittelkontrolle und Tiergesundheit

Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Sichere Lebensmittel – vom Feld auf den Teller

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Inspiriert von Landesregierung BW

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