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Klagen abgewiesen: Umstrittene Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot vor Gericht in Bonn.

Ulrike Guérot: Die Entscheidung des Arbeitsgerichts Bonn und ihre Auswirkungen

Im Arbeitsgericht Bonn wurde ein Verfahren in erster Instanz behandelt, bei dem die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot gegen die Universität Bonn wegen Plagiatsvorwürfen vorging. Die Lehranstalt hatte Guérot wegen dieser Anschuldigungen Anfang des letzten Jahres gekündigt. Trotz zahlreicher Unterstützer, die die Verhandlung verfolgen wollten, wies das Gericht die Klage ab und befand die Vorwürfe als gerechtfertigt.

Ulrike Guérot, eine angesehene Persönlichkeit im politischen Diskurs und Medien bis 2020, geriet nach Veröffentlichung ihres Buches „Wer schweigt, stimmt zu – Über den Zustand unserer Zeit. Und darüber, wie wir leben wollen“ im Mainstream in die Kritik als querdenkerische Maßnahmenkritikerin. Ihre kontroversen Ansichten zu Brexit, Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg wurden zum Anlass für ihre Entlassung durch die Universität Bonn genommen.

Mit der Veröffentlichung von Markus Linden, der mehrere Plagiate in Guérots Büchern aufdeckte, geriet sie weiter in die Schlagzeilen. Trotz Guérots Zugeständnis, nicht sorgfältig genug beim Verfassen bestimmter Werke gewesen zu sein, wurde die Kündigung der Universität Bonn als unwirksam bestritten. Ihr Anwalt Tobias Gall argumentierte, dass die Fehler in den Zitationen nur 1,5 Prozent der Bücher betreffen und daher keine Vertragsverletzungen darstellen.

Das Gericht stimmte jedoch der Universität zu und betrachtete Guérots Verhalten als Täuschung und Pflichtverletzung durch Plagiate. Besonders schwerwiegend war das nicht korrekte Zitieren in ihrem Buch „Warum Europa eine Republik werden muss!“, das für ihre Professur an der Universität Bonn relevant war. Trotzdem bleibt Guérot zuversichtlich für die Berufungsinstanz, wobei sie nach der Verhandlung nicht für Interviews zur Verfügung stand.

Siehe auch  Rechtmäßige Kündigung: Gericht sieht Täuschungsversuch bei Politologin Ulrike Guérot

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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