Am 1. Juni 2025 eröffnete das Amtsgericht Göppingen das Insolvenzverfahren über die Kick GmbH, einen traditionsreichen Automobilzulieferer aus Baden-Württemberg. Die Kick GmbH, die 1960 als Schleith & Kick gegründet wurde, ist bekannt für die Produktion von Spritzgussformen und beliefert diverse Branchen, darunter auch die Automobilindustrie. Michael Wahl von der Anwaltskanzlei Pluta wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen und prüft nun Möglichkeiten einer übertragenden Sanierung, während gleichzeitig nach einem Investor gesucht wird. Trotz der Insolvenz sollen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld abgedeckt sein, und der Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkungen weiter.
Die Insolvenz der Kick GmbH ist Teil eines besorgniserregenden Trends in der deutschen Automobilbranche. In den letzten Jahren haben zahlreiche Zulieferer unter dem Druck eines sinkenden Auftragsbestandes und steigender Konkurrenz gelitten. HNA berichtet, dass seit 2018 fast 40.000 Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie abgebaut wurden, was etwa einem Drittel der Beschäftigten in dieser Branche entspricht. Ein anonymer Manager äußerte jüngst Bedenken über eine drohende Insolvenzwelle, die viele Unternehmen in Bedrängnis bringen könnte.
Herausforderungen durch den Strukturwandel
Die Gründe für die Insolvenzen sind vielschichtig. Die Umstellung von Verbrennungsmotoren auf Elektromobilität stellt vor allem für mittelständische Betriebe eine große Herausforderung dar. Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im ersten Quartal 2024 um 14,1 Prozent zurückgegangen, während der Verkauf von Benzinern um 2,1 Prozent stieg. Diese Entwicklungen haben spürbare Auswirkungen auf die Zulieferer, die auch mit gestiegenen Energiekosten infolge des Ukrainekriegs zu kämpfen haben. Die Automobilbranche ist damit in einer kritischen Lage.
In der Region Göppingen sind außerdem bereits andere Unternehmen, wie die Allgaier-Werke, insolvent gegangen. Diese Insolvenzen sind nicht nur wirtschaftliche Probleme für die betroffenen Firmen, sondern auch eine soziale Herausforderung für die betroffenen Mitarbeiter. Die EU plant darüber hinaus, bis 2035 den Verbrennungsmotor abzuschaffen, was viele Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, hat eine Überprüfung dieser Maßnahme für 2026 in Aussicht gestellt, was bei einigen Mittelständlern auf Widerstand stößt.
Die Situation für die Kick GmbH und die gesamte Branche bleibt angespannt. Während der Insolvenzverwalter die Zukunft des Unternehmens neu gestalten möchte, stehen die Zulieferer vor einer ungewissen Zukunft, die durch technologische Umbrüche und die damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist.