"Expertengruppe Aerosole" beginnt nächste Woche

Expertengruppe Aerosole präsentiert zweiten Bericht

Die Aerosolexpertengruppe der Landesregierung hat ihren zweiten Bericht vorgelegt. Der Bericht fasst den aktuellen Wissensstand über Aerosole in Fahrzeugen, Lüftungskonzepte in Kulturinstitutionen und Virusmutationen zusammen und gibt Empfehlungen.

Aerosole gelten als einer der Hauptübertragungswege für SARS-CoV-2. Das elfköpfige Mitglied verankerte sich im Wissenschaftsministerium “Expertengruppenaerosole” sammelt den aktuellen Wissensstand in den relevanten Disziplinen für den luftgestützten SARS-CoV-2-Infektionsweg und zeigt Forschungslücken auf. Er berät die Landesregierung beim Infektionsschutz und übernimmt auch spezifische Arbeitsaufgaben. Auf Ersuchen der Landesministerien und der kommunalen Landesverbände befassten sich die Sachverständigen mit spezifischen Themen wie Aerosolverschmutzung und Infektionsrisiken in verschiedenen Arten von Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs. Im Hinblick auf schrittweise Öffnungsmöglichkeiten im Kulturbereich haben sie verschiedene Lüftungsprojekte evaluiert und Empfehlungen formuliert. Die Expertengruppe hat die Ergebnisse nun der Lenkungsgruppe der Landesregierung vorgelegt.

„Ich bin den Mitgliedern unserer Aerosol-Expertengruppe sehr dankbar, dass sie ihr hohes technisches Fachwissen zusammenbringen und damit die Landesregierung bei den richtigen Maßnahmen unterstützen. Unsere Gesellschaft braucht mehr denn je Wissenschaft, um dieser Pandemie zu begegnen. Unser Ziel ist es, nicht nur wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und seiner noch ansteckenderen Varianten zu ergreifen, sondern den Menschen, wo immer möglich, ein Stück Normalität wiederherzustellen – sei es in der Kultur oder an Universitäten. Die Empfehlungen der Expertengruppe in Bezug auf Belüftung und Abstände in Auditorien sind daher besonders wertvoll. Diese können auch für andere Innenräume genutzt werden “, sagte der Minister für Wissenschaft und Kunst Theresia Bauer.

Aerosolverschmutzung und Infektionsrisiko in Fahrzeugen

Die Expertengruppe hat auch mehrere Studien zur Aerosolverschmutzung und zum Infektionsrisiko von Fahrzeugen ausgewertet und Empfehlungen zu verschiedenen Fahrzeugtypen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr (Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder S-Bahn, Zug) abgegeben als private Fahrgemeinschaftsfahrzeuge. Im Allgemeinen gelten für Fahrzeuginnenräume dieselben AHA + L-Empfehlungen wie für andere Innenräume. Das Infektionsrisiko kann verringert werden, indem Abstand gehalten wird (im öffentlichen Verkehr), die Anzahl der Personen (außerhalb des Haushalts) im selben Raum minimiert wird, indem Ihre Hände gewaschen werden (wenn möglich, z. B. in Zügen) oder alternativ durch Desinfektion Ihre Hände, die eine Maske tragen, die so effektiv wie möglich ist, und durch die Verwendung einer Erhöhung der Luftwechselrate können reduziert werden. Studien zeigen außerdem, dass die Menge der gebildeten Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten können, vom Verhalten der Passagiere abhängt (lautes Sprechen erhöht die Exposition im Vergleich zum bloßen Atmen erheblich und sollte daher nach Möglichkeit vermieden werden).

Öffentliche Verkehrsmittel: Zirkulierende Luft minimieren, Außenluft reinigen

Wenn die Anzahl der Personen und ihre Entfernung sowie das Tragen wirksamer Masken vorgeschrieben sind, hängt das Infektionsrisiko weitgehend von der Luftwechselrate und dem Durchflussmanagement ab. Während dieser Luftwechselkurs in Autos durch das Lüftungssystem und die Fensterlüftung beeinflusst werden kann, steht in vielen Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs nur das Lüftungssystem zur Steuerung zur Verfügung, da einige Fenster nicht geöffnet werden können.

Die Expertengruppe empfiehlt daher, den Anteil der Umluft in Fahrzeugen als erste und einfach umzusetzende Maßnahme zu minimieren. Dies bedeutet, dass dem Fahrzeuginnenraum maximal Außenluft zugeführt wird. “Obwohl dies aus energetischer oder komfortabler Sicht nicht die ideale Lösung ist, senkt es effektiv die Konzentration potenziell virusbeladener Aerosolpartikel, da mit der zirkulierenden Luft – trotz der Filterstufe – auch potenziell virushaltige Aerosole zugeführt werden der Fahrgastraum, anstatt durch die Abluft ins Freie geführt zu werden “, sagten die Experten in ihrer Stellungnahme.

Ergebnisse von a unabhängige wissenschaftliche Studie zur Untersuchung des Risikos einer COVID-19-Infektion im öffentlichen Nahverkehr sind anwesend. Die Länder hatten unter dem Konferenz der Verkehrsminister gemeinsam beschlossen, diese Studie zu sponsern. Verantwortlich dafür ist das Land Baden-Württemberg.

Autos und private Fahrgemeinschaften: diagonal lüften

Da der Luftaustausch in Autos mit oder ohne Klimaanlage aufgrund des geringen Volumens der Fahrgastzelle sehr niedrig ist und ein effektiver Luftaustausch nicht allein mit der Klimaanlage erreicht werden kann, empfehlen die Experten eine effektive Fensterlüftung. Dies ist effektiv, wenn die Fahrgeschwindigkeit mindestens 30 km / h beträgt und idealerweise alle Fenster geöffnet sind. Ein gutes Ergebnis kann auch erzielt werden, wenn der Raum diagonal belüftet wird: zum Beispiel vorne rechts und hinten links. Die Luftumwälzung sollte deaktiviert sein. Alle Passagiere sollten Masken tragen, die so effektiv wie möglich sind und einen maximalen Luftaustausch während der gemeinsamen Reise gewährleisten.

Auswertung von Studien zu Auditorien in Kulturinstitutionen

Zur Frage der Mindestabstände und Lüftungskonzepte im Innenraum von Kulturinstitutionen bewerteten die Experten mehrere wissenschaftliche Studien im Auditorium von Veranstaltungsorten – zum Beispiel Dortmunder Konzertsaal / Fraunhofer-Institut Goslarzu Bayerische Staatsoper / Technische Universität München und an das Staatstheater Nürnberg / Universität Erlangen sowie das Hygienekonzept von Salzburger Festspieledas hat sich in der Praxis als geeignet für Pandemien erwiesen, und das Allgemeines Hygienekonzept für Kulturinstitutionen in Berlin. Zusätzlich wurden die Berechnungsgrundlagen für das Lüftungsprojekt „Berlin Model“ verwendet.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen wurden alle in Räumen durchgeführt, die in den Sitzreihen eine Luftversorgung haben und nach dem Verdrängungslüftungsprinzip funktionieren. Dies ist bei großen Häusern üblich, bei Seitenbühnen oder kleinen Veranstaltungsorten sind solche Lüftungs- und Klimaanlagen nicht unbedingt verfügbar.

Lüftungssysteme sind entscheidend

Die Sitzabstände zwischen den Zuschauern und der Sitzanordnung – unter der Annahme einer 7-Tage-Inzidenz von weniger als 35 pro 100.000 Einwohner – in den untersuchten Innenräumen betragen meist einen Meter zwischen den Zuschauern. Bei einer Standard-Sitzbreite von 50 Zentimetern würde dies bedeuten, dass jeder zweite Sitz in einer Reihe von Zuschauern belegt werden kann. Im Falle einer Sitzanordnung in einem Schachbrettmuster, das auf den Testergebnissen in basiert Dortmunder Konzertsaal wurde von den Autoren in alle Richtungen abgeleitet – seitlich mit 1,10 Metern, vorwärts mit 1,40 Metern, diagonal mit 0,89 Metern – der ansonsten geltende Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen ist unterboten.

Da der Einfluss der Belüftung in den ausgewerteten Studien nur teilweise berücksichtigt wurde, hält sich die Expertengruppe im Allgemeinen nicht an den in den Studien vorgeschlagenen Mindestsitzabstand: Wenn die Belüftung von unten gewährleistet ist und die Aerosolströme von den Personen im Auditorium sind nach oben umgeleitet, der minimale Abstand kann auch vergrößert werden. Das Belüftungssystem ist daher entscheidend. Die Expertengruppe schlägt daher vor, die Ergebnisse der bisher bekannten Studien in weiteren Untersuchungen auf ihre Übertragbarkeit auf andere Räume zu überprüfen. Darüber hinaus sollten Kriterien für die Raumklimatisierung, insbesondere die Art der Luftaustritt in die Halle, der Einfluss der Anzahl der Zuschauer und damit der Wärmebelastung auf mögliche Auftriebsströme sowie die Lüftungswirksamkeit, in die Bewertung einbezogen werden. Im Falle einer Eröffnung betont die Expertengruppe in ihrer Erklärung insbesondere mehrere Maßnahmen, einschließlich des kontinuierlichen Tragens einer FFP2-Maske. Darüber hinaus sollten die Hallen nach dem Prinzip der Verdrängungslüftung betrieben werden. Lüftungssysteme sollten kontinuierlich mit einer Außenluftversorgung betrieben werden. Die AHA-Regeln gelten für Veranstaltungen im Freien. Wenn Abstände nicht eingehalten werden können, empfiehlt die Expertengruppe, eine möglichst wirksame Maske zu tragen.

Virusvarianten erfordern eine noch strengere Einhaltung der Maßnahmen

Die Expertengruppe befasste sich auch mit Varianten des SARS-CoV-2-Virus, die sich leichter verbreiten und daher in einigen Regionen die überwiegende Mehrheit aller Infektionen ausmachen. Dies gilt insbesondere für die als B.1.1.7 bezeichnete Variante, die erstmals ab Ende September 2020 in Proben aus Südengland gefunden wurde. Neue Varianten mit wahrscheinlich erhöhter Infektiosität wurden auch aus Südafrika und Brasilien sowie aus Südafrika gemeldet aus Kalifornien.

Die möglicherweise erhöhte Infektiosität der neuen Varianten beruht auf Veränderungen des Spike-Oberflächenproteins von SARS-CoV-2. Diese können eine verbesserte Anhaftung an Zielzellen und eine verbesserte Penetration des Virus in die Zelle vermitteln. Die physikalischen Eigenschaften des Virus ändern sich dagegen in keiner der neuen Varianten nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. In dieser Hinsicht gelten auch für die neuen Varianten die gleichen Übertragungswege und Schutzmechanismen wie für die bisher bekannten Varianten des SARS-CoV-2. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass aufgrund der höheren Infektiosität der Varianten eine geringere Virusmenge für eine Infektion ausreichen könnte. Die Expertengruppe betont daher, dass eine noch strengere Einhaltung der bereits festgelegten Schutzmaßnahmen erforderlich ist. Wie bei den bisher bekannten Varianten sind sowohl die Konzentration des infektiösen Virus als auch die Expositionsdauer für die neuen Varianten von entscheidender Bedeutung; Eine kritische Konzentration oder Zeit, unterhalb derer kein Risiko besteht, kann daher auch hier nicht angegeben werden.

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