Ab Mitte 2026 wird in Esslingen eine neue große öffentliche Toilette eröffnet, die den Bedürfnissen von Bürgern und Besuchern gerecht werden soll. Die Einrichtung wird in Modulbauweise errichtet, ähnlich der bereits bestehenden Toilette am Bahnhofsvorplatz. Diese neue WC-Anlage wird über drei verschiedene WC-Räume verfügen: ein barrierefreies WC, ein Unisex-WC und einen WC-Raum mit Toilettensitz und Urinal. Das barrierefreie WC ist speziell auf die Anforderungen von Menschen mit Behinderungen ausgelegt und kann ausschließlich mit einem Euro-Schlüssel genutzt werden. Zudem ist es rollstuhlgerecht eingerichtet, mit einem unterfahrbaren Waschtisch und einem geneigten Spiegel für besseren Zugang.
Ein weiteres Highlight ist eine fest installierte, höhenverstellbare Liege für Erwachsene sowie ein Deckenlift, der es ermöglicht, Menschen mit Behinderung vom Rollstuhl auf die Liege zu heben. Die Nutzung der Toilette wird kostenfrei sein, mit einem Zugang, der zunächst rund um die Uhr möglich ist. In Anbetracht möglicher Vandalismusprobleme könnte jedoch die Einführung nächtlicher Schließzeiten erfolgen. Die Inneneinrichtung der Containermodule wird aus Edelstahl bestehen, während die Außenfassade mit dem Denkmalschutz abgestimmt gestaltet wurde. Diese WC-Anlage wurde vorgezogen und war ursprünglich für 2028 geplant; die Baugenehmigung wird voraussichtlich noch vor Weihnachten 2025 erteilt, mit der Installation der Module im Sommer 2026.
Sanierung der Burgtoiletten
Bereits ab dem 24. November 2025 wird die sanierte Toilette unter dem Kanonenbuckel auf der Burg wieder geöffnet. Diese Sanierung umfasst moderne, vandalismussichere und barriereärmere Anlagen, die den aktuellen Standards entsprechen und rechtzeitig zur Wintersaison wieder betriebsbereit sein sollen.
Ein Beispiel für eine bestehende barrierefreie Toilette in Esslingen ist das WC im Agneshof, das unter der Adresse Abt-Fulrad-Straße 3-5 liegt. Diese Toilette ist rund um die Uhr zugänglich, bedarf jedoch des Europaschlüssels. Sie ist als „Toilette für alle“ zertifiziert und bietet eine Vielzahl an Ausstattungselementen, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung abgestimmt sind.
Standards und Anforderungen
Bei der Planung öffentlicher Toiletten sind bestimmte Standards zu beachten. So muss in jeder Sanitäranlage mindestens eine rollstuhlgerechte Toilettenkabine eingeplant werden. Die Bewegungsflächen neben dem Klosettbecken müssen mindestens 90 cm breit und 70 cm tief sein. Vor dem Klosettbecken wird eine Fläche von mindestens 150 cm Breite und 150 cm Tiefe benötigt.
Die Höhe des Klosettbeckens sollte 48 cm betragen und klappbare Haltegriffe müssen auf beiden Seiten vorhanden sein. Diese Anforderungen sind nicht nur gesetzlich geregelt, sondern zielten darauf ab, die Nutzung öffentlichen WC-Anlagen für alle Menschen zu optimieren. Außerdem müssen Sanitärräume eine hygienische Abfallentsorgung sowie barrierefreie Waschbecken und Spiegel bieten. Diese Standards sollen sicherstellen, dass ein größtmögliches Maß an Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für alle gewährleistet wird.
Insgesamt zeigt sich, dass Esslingen bestrebt ist, die vielfältigen Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen und die sanitären Einrichtungen entsprechend den aktuellen Standards für Barrierefreiheit zu gestalten. Während die Vorbereitungen für die neue öffentliche Toilette in der Maille und die Sanierung der Burgtoiletten vorangetrieben werden, bleibt die städtische Verwaltung beständig im Dialog über weitere Verbesserungen im Bereich der Barrierefreiheit.