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Erwin Staudt über den VfB: Abstiegskampf ist Ausnahmezustand

Beim VfB Stuttgart, der den Winter auf Abstiegsplatz 16 verbringt, herrscht Ausnahmezustand, denn Abstiegskampf ist nichts anderes, sagt VfB Stuttgart-Ehrenpräsident Erwin Staudt. Er erwartet, dass der Verein alles daran setzt, den drohenden Abstieg abzuwenden.

„Wenn so etwas in einem Land passiert, der Ausnahmezustand ausgerufen wird, dann gibt es kein anderes Problem zu lösen als dieses Problem. Ich kann es nicht scharf genug sagen. Wir kämpfen gegen den Abstieg und brauchen dafür alle Kräfte.“ Ziel und je schneller desto besser.

Erwin Staudt, Ehrenpräsident des VfB Stuttgart

VfB-Ehrenpräsident Erwin Staudt: „Freundschaften und Sympathien zählen dort nicht“

Für Erwin Staudt, unter dessen Präsidentschaft der VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister wurde, steht fest: Alles und jeder muss hinterfragt werden, um den Klub mit dem roten Brustring wieder auf Kurs zu bringen. „Im Fußball zählt nur eines, das Ergebnis zählt. Freundschaften und Sympathien zählen dort nicht, nur das Ergebnis zählt. da müssen wir was ändern“, sagt der 74-Jährige.

Staudt rechnet mit personellen Veränderungen im Management

„Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Hintergrund an diesen Veränderungen, die Veränderungen bringen müssen“, sagt Staudt. Das sei nicht einfach, sagt der Ehrenpräsident, das wisse er aus eigener Erfahrung. Aber er erwartet bald ein gutes Ergebnis. Staudt geht aber auch davon aus, dass es personelle Veränderungen im Management geben wird. Interimstrainer Michael Wimmer und Sportvorstand Sven Mislintat stehen zur Diskussion. Es müsse alles und jeder hinterfragt werden, sagt Staudt, weil der Kader nicht die erhofften Ergebnisse liefere.

Offensichtlich haben wir von den Mitarbeitern, die wir in den letzten Jahren angesammelt haben, nicht die Ergebnisse erzielt, die wir uns erhofft hatten. Da gibt es gute Fußballer, muss ich sagen, viele, die mir beim Zuschauen viel Freude bereiten. Aber als Ergebnis liefern wir als Team nicht das, was wir uns alle erhoffen.

Erwin Staudt, Ehrenpräsident des VfB Stuttgart

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Petition per Mislintat: Kontinuität statt Wandel

Rund 11.000 VfB-Fans hoffen auf mehr Kontinuität statt der von Staudt angestrebten Veränderungen. In einer Petition unterstützen sie den Verbleib von Sven Mislintat. „Der Weg von Mislintat ist einer, mit dem sich viele VfB-Fans identifizieren können“, sagt Till Sariari, einer der beiden Initiatoren.

Sariari und Mit-Initiator Daniel Binder hoffen, dass der Weg „Kompetenz statt Name“ fortgesetzt wird und man nicht in die alte „Vetternwirtschaft“ zurückkehrt, sondern mit den „Menschen, die klar auf ein Ziel hinarbeiten“ weitergeht.

Staudt über die Zusammensetzung des Kaders

Staudt äußert sich nicht direkt zur Zukunft von Mislintat, fordert aber, alle Beteiligten zu befragen. Und dazu gehört auch Sven Mislintat, der für die Zusammenstellung des Kaders zuständig ist.

Wir müssen alles hinterfragen und auch jeden hinterfragen.

Erwin Staudt, Ehrenpräsident des VfB Stuttgart

Oberste Priorität: der Klassenerhalt

Um das Ziel des Klassenerhalts zu erreichen, sieht er Vorstand und Aufsichtsrat nun in der Pflicht, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Notfalls auch bei unangenehmen Personalentscheidungen. „Die müssen sich jetzt klar werden, wie sie das Projekt in den nächsten zwei bis drei Jahren angehen. Und da sind noch ein paar Punkte zu klären und die müssen einfach von Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam gelöst werden und dann sehen wir weiter.“ dass der VfB in ruhigeres Fahrwasser kommt, sagt Staudt.

Mit Themen meint Erwin Staudt ausdrücklich auch Personalfragen. Diese sollen nach der USA-Reise der Schwaben nun zeitnah geklärt werden. Gut möglich, dass längst klar ist, wie es mit Sportvorstand Sven Mislintat weitergeht, dessen Vertrag noch bis Sommer nächsten Jahres läuft. Auch das Coaching-Thema scheint mit seiner Person verbunden zu sein. Der VfB muss nun schnell beide Personalien klären, um in der Winterpause wieder durchstarten zu können. Endlose Personaldebatten oder Spekulationen wären nicht hilfreich.

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