Ein schwerer Schlag für Macron

Nur wenige Wochen, nachdem er für eine zweite Amtszeit zum französischen Präsidenten gewählt wurde, befindet sich Emmanuel Macron nun im Amt, aber nicht unbedingt an der Macht. Der Verlust seiner absoluten parlamentarischen Mehrheit im Bundeswahlkampf am Sonntag wird es deutlich schwieriger machen, die von ihm versprochenen Reformen durchzusetzen, darunter eine umstrittene Reform des Rentensystems.

Die alte Maxime, Frankreich sei grundsätzlich unregierbar, wer auch immer den Elysée-Palast besetzt, wird in den kommenden Jahren erneut auf die Probe gestellt. Die Verluste waren erwartet worden, waren aber weitaus schlimmer als vorhergesagt und deuten darauf hin, dass die Wiederwahl von Herrn Macron im April mehr einer Abstimmung zum Stopp von Marine Le Pen geschuldet war als irgendeiner Begeisterung für die Amtsinhaberin.

Trotzdem gewann sie 42 Prozent der Stimmen, und die Parlamentswahlen zeigten in ganz Frankreich eine starke Unterstützung für Parteien, die in diesem Land als extrem gelten würden, darunter Kommunisten und die extreme Rechte. Frau Le Pens National Rally gewann 89 der 577 Sitze – weit mehr als 2017 – und Nupes, die Linkskoalition, 131. Insgesamt haben die beiden Extreme fast so viele Sitze wie Macrons Ensemble-Gruppe.

Präsident Macrons beste Hoffnung, eine politische Lähmung zu vermeiden, besteht darin, Verbindungen zu den Mitte-Rechts-Republikanern zu knüpfen, obwohl sie bisher eine formelle Koalition abgelehnt haben. Es kann erforderlich sein, dass er auf Ad-hoc-Basis verhandelt, was eine vollständige Änderung der großzügigen sozialen Bestimmungen Frankreichs schwieriger zu erreichen macht. Er hat sich kaum Mühe gegeben, Verbündete zu kultivieren, und zahlt möglicherweise den Preis.

Die Wahlen waren ein schwerer Schlag für das Ansehen des Präsidenten. Er hat große Ambitionen, Europa zu führen, aber er wird Schwierigkeiten haben, Frankreich zu führen.

Quelle: The Telegraph

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