Baden-Württemberg

Drittklässler in Baden-Württemberg mit Nachholbedarf – Neue Studie enthüllt Bildungsdefizite

In Baden-Württemberg zeigt sich in den neuen Vergleichsarbeiten ein alarmierender Trend: Viele Drittklässlerinnen und Drittklässler haben hinsichtlich ihrer Rechen-, Lese- und Zuhörfähigkeiten noch deutliche Defizite.

Die Ergebnisse der bundesweiten Vergleichsarbeiten (VERA) zeigen, dass rund 24 Prozent der etwa 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Klasse 3 die Mindeststandards beim Lesen nicht erreichen. Beim Zuhören verfehlten 28 Prozent die Anforderungen, beim Rechnen sogar 29 Prozent.

Besonders auffällig ist, dass Kinder, die zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch sprechen, vermehrt Schwierigkeiten haben, die Mindeststandards zu erreichen. Die Auswertung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler mit deutscher Alltagssprache in der Regel höhere Kompetenzstufen erlangen.

Kultusministerin Theresa Schopper (63, Grüne) interpretiert die Ergebnisse als Bestätigung für die bereits gesetzten Schwerpunkte in der Bildungspolitik. Sie betont die Wichtigkeit der konsequenten Umsetzung von Bildungsreformen, insbesondere in der Frühförderung, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

Im Zuge der Ergebnisse haben Grün-Schwarz ein Programm zur Sprachförderung an Kitas und Grundschulen beschlossen. Dieses Programm soll Kinder mit Sprachproblemen frühzeitig unterstützen. Sollten die Kinder trotzdem nicht ausreichend Deutsch sprechen, um eine Grundschule zu besuchen, ist ab dem Schuljahr 2026/2027 die Förderung in Juniorklassen vorgesehen.

Die Koalition plant im kommenden Doppelhaushalt Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr für das Programm. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen, wobei erste Maßnahmen bereits im kommenden Schuljahr greifen sollen. Der vollständige Ausbau ist für das Jahr 2028/2029 geplant.

Baden-Württemberg setzt auf gezielte Fördermaßnahmen

Die alarmierenden Ergebnisse der Vergleichsarbeiten in Baden-Württemberg haben zu einem verstärkten Fokus auf die Sprach- und Lernförderung bei jungen Schülerinnen und Schülern geführt. Die geplanten Maßnahmen sollen dazu beitragen, Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt entgegenzuwirken, um allen Kindern eine optimale schulische Entwicklung zu ermöglichen.

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NAG

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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