Soziales

Der Bundesrat beschließt Widerspruchslösung: Neue Hoffnung für die Organspende

Bundesrat stimmt für Widerspruchslösung bei Organspende

Am 15. Dezember 2023 hat der Bundesrat auf Antrag von Baden-Württemberg für die Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende gestimmt. Die Initiative wurde auch von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen unterstützt. Die Widerspruchslösung sieht vor, dass jeder automatisch als Organspender gilt, es sei denn, er oder seine Angehörigen widersprechen. Diese Neuregelung soll dazu beitragen, eine Kultur der Organspende zu schaffen und so Menschenleben zu retten.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha, Mitinitiator der Initiative, äußerte sich erfreut über die Zustimmung des Bundesrats. Die Entschließung wird nun der Bundesregierung übermittelt, die für die weitere Behandlung zuständig ist. Die Widerspruchslösung soll in das Transplantationsgesetz aufgenommen werden und so die Zustimmungslücken bei Organspenden schließen.

Die Einführung der Widerspruchslösung als Grundlage für die Zulässigkeit der Organentnahme in Deutschland könnte zu einer erhöhten Zahl von Organspenden führen. Minister Lucha betonte, dass die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung groß sei, die Zahl der Organspenden in Deutschland jedoch seit etwa zehn Jahren stagniere. Die Widerspruchslösung könnte dazu beitragen, einen Paradigmenwechsel hin zu einer Kultur der Organspende zu schaffen.

Trotz Sensibilisierungskampagnen auf Intensivstationen war in Baden-Württemberg zuletzt nur bei 35 Prozent der potenziellen Organspender der Wille des Verstorbenen bekannt. Eine schriftliche Willensbekundung lag sogar nur bei 15 Prozent vor, was zu Ablehnungen durch Angehörige und dem Verlust dringend benötigter Organe führte.

Die Einführung der Widerspruchslösung könnte also dazu beitragen, die Zahl der Organspenden zu erhöhen und damit die Versorgung von Patienten, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind, zu verbessern. Die Schaffung einer Kultur der Organspende könnte sich langfristig positiv auf die Organspendebereitschaft in Deutschland auswirken und somit Menschenleben retten.

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Alexander Schneider

Alexander Schneider ist ein erfahrener Journalist aus Stuttgart, der sich auf Politik und Wirtschaft spezialisiert hat. Er hat Politikwissenschaften und Betriebswirtschaft an der Universität Hohenheim studiert und ist seitdem als Autor und Analyst für verschiedene regionale und überregionale Medien tätig. Alexander ist Mitglied des Verbands der Wirtschaftsjournalisten und hat bereits mehrere Auszeichnungen für seine tiefgründigen Analysen und investigativen Recherchen erhalten. In seiner Freizeit engagiert er sich in lokalen politischen Initiativen und ist ein begeisterter Anhänger des VfB Stuttgart.

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