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Den deutschen Grünen wird wegen des Jobs-für-Freunde-Skandals „groteske Vetternwirtschaft“ vorgeworfen

Deutschlands Grünen wird wegen eines Jobs-for-Friends-Skandals im Wirtschaftsministerium „grotesker Akt der Vetternwirtschaft“ vorgeworfen.

Die Opposition und führende Medien rufen dazu auf, bei dem mächtigen Ministerium, das sowohl für Wirtschafts- als auch für Klimapolitik zuständig ist, Köpfe zu rollen, nachdem ein hochrangiger Berater seinen Trauzeugen für einen Spitzenposten in der Regierung empfohlen hat.

Im Mittelpunkt der Affäre steht Patrick Graichen, Staatssekretär für Energie- und Klimafragen und Berater des deutschen Vizekanzlers Robert Habeck.

Herr Graichen mit dem Spitznamen Mr. Energiewende gilt weithin als Kopf hinter Berlins umstrittenem Plan, Gasheizungen ab dem nächsten Jahr zu verbieten.

Seine engen Verbindungen zu Umweltlobbyisten haben jedoch zu Vorwürfen der Vetternwirtschaft geführt.



Herr Graichen, 51, war Teil eines Gremiums, das Kandidaten interviewte, um die staatliche Energiekommission zu leiten.

Aber er versäumte es, den Kollegen mitzuteilen, dass der erfolgreiche Kandidat der Trauzeuge bei seiner Hochzeit gewesen war.

Inzwischen arbeitet der Bruder von Herrn Graichen für ein Umweltinstitut, das Aufträge vom Ministerium erhalten hat; seine Schwester arbeitet für die nationale Wasserstoffkommission; und ein weiterer Top-Helfer im Dienst ist sein Schwager.

CDU-Chef Friedrich Merz forderte den Rücktritt von Herrn Graichen und sagte: „Wir werden Zeugen eines immer groteskeren Spektakels von Vetternwirtschaft und Niedertracht im Wirtschaftsministerium.“

Auch Deutschlands führendes Politmagazin Der Spiegel forderte den Rücktritt von Herrn Graichen.

„Der Minister muss seinen Staatssekretär entlassen und sein Haus aufräumen. Sonst gefährdet er die Energiewende“, forderte das Magazin Die Linke.

Herr Habeck, der in einigen Kreisen als zukünftiger Bundeskanzler angepriesen wird, hat „einen Fehler“ zugegeben, Herrn Graichen jedoch dafür verteidigt, dass er im vergangenen Jahr die Reaktion des Landes auf die Energiekrise organisiert hat.

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„Ohne Patrick Graichen wäre Deutschland heute in einer schweren Wirtschaftskrise“, behauptete er.

Parteifiguren verärgert

Die Affäre bringt die Grünen in Bedrängnis. Sie wirft großen Parteien wie der CDU traditionell lautstark Verleumdung vor und versucht, sich transparenter darzustellen.

Herr Graichen sagte, er habe „nicht richtig aufgepasst“ und „hätte sich aus dem Gremium zurückziehen sollen, damit kein falscher Eindruck entstehen kann“.

„Es war ein Fehler und ich bereue es aufrichtig“, sagte er in einer Erklärung.

Hinter den Kulissen sind Parteivertreter Berichten zufolge verärgert über den Skandal.

Doch öffentlich sind sie geschlossen, ein Parteivorsitzender bezeichnet die Rücktrittsforderungen als „rechte Kampagne“ zur Verzögerung der Energiewende.

Quelle: The Telegraph

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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