Das Männertelefon wird für immer mehr Männer zur Anlaufstelle

Das Männertelefon wird für immer mehr Männer zur Anlaufstelle

Baden-Württemberg beteiligt sich seit einem Jahr am Hilfetelefon Gewalt gegen Männer. Das ursprünglich 2020 von Bayern und Nordrhein-Westfalen initiierte Angebot richtet sich an ratsuchende Männer, die Gewalt ausgesetzt sind oder erfahren.

Die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern haben im April 2020 ein bundesweit einzigartiges gemeinsames Projekt gestartet: Unterstützung und Hilfe für von Gewalt betroffene Männer. 2021 wird das sein männliches Hilfetelefon auf Baden-Württemberg ausgeweitet. Die Bilanz nach zwei Jahren zeigt, dass die Helpline im zweiten Jahr seit ihrer Einführung stark und zunehmend genutzt wird.

Am 22. April 2022 jährt sich das Beratungstelefon für Gewalt gegen Männer zum zweiten Mal. Das Angebot wird von Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen betrieben und richtet sich an Männer, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Rufnummer befindet sich das bundesweit einzigartige Hilfetelefon 0800 123 99 00 erreichen. Darüber hinaus finden Betroffene und ihre Angehörigen sowie Fachpersonen Informationen auf der Website „Helpline Gewalt gegen Männer“ weitere Informationen sowie ein digitales Beratungsangebot mit Live-Chat-Beratung.

Entkommen Sie der Gewalt mit dem Männertelefon

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Das Männertelefon wird für immer mehr Männer in Deutschland zur wichtigsten und ersten Anlaufstelle zur Flucht vor Gewalt. Das Unterstützungsangebot wird im zweiten Jahr immer mehr angenommen – entgegen der Befürchtungen und Vorurteile, dass Männer keine Hilfe suchen würden.Durch die Ankündigung des Angebots im Internet und in den sozialen Medien haben wir dafür gesorgt, dass immer mehr Männer davon erfahren des Männertelefons und haben weiter zum Tabubruch beigetragen. Die Bilanz zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ganz klar sagen: Nein zu Gewalt gegen Männer.“

Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf bekräftigt: „Die starke Nutzung des Männertelefons in den vergangenen zwei Jahren zeigt, dass Gewalt gegen Männer durchaus ein Thema ist, und das in allen Altersgruppen. Der Bedarf ist da! Das freut mich.“ Mit diesem Projekt können wir die Unterstützungsstrukturen für von Gewalt betroffene Männer verbessern. Von Gewalt betroffene Männer sind immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir hier ein echtes Vorzeigeprojekt auf den Weg gebracht haben. Das Hilfetelefon schließt eine wichtige Lücke im Versorgungssystem.“

Mann LucaMinisterin für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg: „Gewalt gegen Männer wird noch immer kaum öffentlich diskutiert. Umso wichtiger ist es, dass es entsprechende Hilfsangebote gibt und Betroffene nicht allein gelassen werden.“ Die gestiegene Nachfrage zeigt, dass Baden-Württemberg mit seinem Einstieg richtig gelegen hat.“

Um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, haben die Landesregierungen die Öffnungszeiten des Beratungstelefons im vergangenen Jahr und erneut im Jahr 2022 verlängert.

Doppelt so viele Kontakte wie 2020

Die Nachfrage nach Unterstützungsangeboten für gewaltbetroffene Männer ist eindeutig: Im zweiten Jahr des Hilfetelefons, 2021, gab es insgesamt 3.043 Kontakte per E-Mail und Telefon. Das waren mehr als doppelt so viele Kontakte wie 2020 (1.480 Kontakte). Von den erfassten Kontakten erfolgten 72 Prozent per Telefon, 27 Prozent per E-Mail und ein Prozent per Chat, Zoom oder Videoanruf. Die Mehrheit (61 Prozent) der direkt Betroffenen nutzt das Hilfetelefon und die Online-Beratung. Neun Prozent der Kontakte waren Personen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen (hauptsächlich enger Familienkreis/Freunde/Bekannte). Etwa ein Viertel der Kontaktpersonen (24 Prozent) sind Fachkräfte (darunter diverse psychosoziale Beratungsstellen, Gleichbehandlungsstellen, aber auch Opferschutzstellen der Polizei, Jugendämter und Ärzte).

Hinzu kamen weitere Personen (sechs Prozent), die häufig über Medien berichteten, aber auch Männer, die selbst Täter sind oder Personen, die andere als Probleme mit Gewalt haben. Alle Altersgruppen ab 16 Jahren nutzen die Helpline und Online-Beratung. Der Großteil der Betroffenen (73 Prozent) ist bis 50 Jahre alt, mit einem auffälligen Schwerpunkt bei den 31- bis 50-Jährigen (zusammen 55 Prozent). Männer über 60 Jahre und junge Männer bis 25 Jahre sind vergleichsweise selten vertreten.

Deshalb sind die Landesregierungen der drei Länder weiterhin daran interessiert, das Projekt weiter zu unterstützen.

Bundesweite Nachfrage aus verschiedenen Gründen

Nach der vorliegenden Auswertung waren im zweiten Jahr des Beratungstelefons unterschiedliche Formen von Gewalt der Grund für die gewünschte Beratung. Am häufigsten und zusätzlich am häufigsten wurde psychische Gewalt (67 Prozent), gefolgt von körperlicher Gewalt (42 Prozent) angegeben. Allerdings berichteten Hilfesuchende auch von sexualisierter und wirtschaftlicher Gewalt oder Stalking.

Die Gewaltexposition von Männern wird bisher kaum öffentlich diskutiert. Neben dem niederschwelligen und direkten Hilfsangebot für Betroffene verfolgen die drei Landesregierungen das Ziel, Gewalt aller Art öffentlich sichtbar zu machen und mit dem Hilfetelefon anzugehen.

das Auswertung (PDF) Das Institut für empirische Soziologie der Universität Erlangen-Nürnberg (ifes) hat das gemeinsame Hilfetelefon und die Online-Beratung für von Gewalt betroffene Männer eingerichtet.

Digitales Beratungsangebot auf der Website

Das Hilfetelefon für Gewalt gegen Männer wird von der betrieben Beratungsstelle man-o-mann Männerberatung in Bielefeld, die AWO Augsburgdas Sozialberatung Stuttgart und Pfunzekerle in Tübingen, gefördert durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg.

Unter der Nummer ist das Hilfetelefon gegen Gewalt an Männern 0800 123 9900 zugänglich. Die Sprechzeiten des Hilfetelefons „Gewalt an Männern“ sind montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr. Außerdem können Betroffene das Sofort-Chat-Angebot von montags bis donnerstags von 12 bis 13 Uhr nutzen und 17 bis 19 Uhr und finden Sie auf der Website digitales Beratungsangebot.

Männer-Hotline: Anonyme und kostenlose Online-Beratung

Männertelefon: Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation beim Aufbau eines Telefontelefons (PDF)

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