Am 11. November 2025 fand im Schönaicher Gemeindehaus die erste Vorstellung der Kandidaten zur Evangelischen Landessynode statt. Diese wichtige Veranstaltung leitet die bevorstehenden Wahlen ein, die am 30. November stattfinden werden. An diesem Tag wählen die evangelischen Kirchengemeinderäte sowie die Abgeordneten zur württembergischen Landessynode.
Wahlbezirk 3 umfasst die Dekanate Herrenberg, Böblingen und Leonberg. Insgesamt haben sich für die Wahl sieben Laien, drei Pfarrer und eine Pfarrerin zur Kandidatur entschlossen. Bei der Veranstaltung waren zehn Kandidaten anwesend, darunter vier vom Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ (LG), drei von „Offene Kirche“ (OK) und einer von „Evangelium und Kirche“ (EuK) berichtet die SZBZ.
Die Rolle der Landessynode
Die Landessynode stellt die gesetzgebende Versammlung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg dar. Zusammen mit dem Oberkirchenrat und dem Landesbischof bildet sie die Kirchenleitung. Die Synode ist für die Entscheidung über kirchliche Gesetze, die Vergabe der Kirchensteuergelder und die Verteilung der Pfarrstellen zuständig. Aktuell gehören 91 Mitglieder zur Landessynode, darunter 30 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie 60 Laien verrät die Seite der evangelischen Kirche in Möhringen.
Die Laien werden direkt von den Gemeindegliedern in einer Urwahl gewählt, was ein einzigartiges Merkmal für die Evangelischen Kirchen in Deutschland darstellt. Die nächste Wahl findet alle sechs Jahre statt, wobei die bevorstehende Wahl am 1. Advent 2025 abgehalten wird. Die Mitglieder der Landessynode, auch Synodale genannt, wählen zudem den Landesbischof. Die Synodalen treffen sich dreimal im Jahr in gemeinsamen Sitzungen, ergänzt durch die Arbeit verschiedener Gremien und Ausschüsse das ganze Jahr über.
Kandidaten und Gesprächskreise
In der Landessynode existieren Gesprächskreise, die ein wenig den politischen Parteien ähneln, jedoch ohne Fraktionszwang agieren. Diese umfassen „Lebendige Gemeinde“, „Offene Kirche“, „Evangelium und Kirche“ und „Kirche für morgen“. Derzeit wird die 16. Landessynode von Sabine Foth als Präsidentin geleitet. Die erste Synode wurde 1869 einberufen, was der Evangelischen Kirche in Württemberg mehr Eigenständigkeit gegenüber Staat und König verlieh. Die kommenden Wahlen werden also nicht nur über die Zusammensetzung der Synode entscheiden, sondern auch über die Richtung, in die sich die Kirche entwickeln möchte wird auch durch andere Entwicklungen unterstrichen.
In den kommenden Wochen werden weitere Präsentationen der Kandidaten stattfinden, um den Gemeindegliedern eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen. Die Vorfreude ist spürbar, während sich die Kirchengemeinden auf das Wahlereignis vorbereiten.