Der Dirtpark in Herrenberg erlebte Mitte Mai 2025 eine feierliche Wiedereröffnung. Oberbürgermeister Nico Reith würdigte die engagierte Projektgruppe sowie die Unterstützer, die zur Belebung des Parks beigetragen haben. Die Initiative zur Reaktivierung des Dirtparks nahm ihren Ursprung im Herrenberger Jugendforum, wo im November 2024 der Wunsch geäußert wurde, diesen wieder befahrbar zu machen. Daraufhin formierte sich eine Projektgruppe aus mehr als 20 Jugendlichen und einigen Erwachsenen, die sich der Planung, Gestaltung und Organisation des Projekts widmeten. Katharina Reidick, Jugendreferentin für Jugendbeteiligung, begleitete die Gruppe und förderte somit die aktive Teilnahme junger Menschen an der Gestaltung ihres Lebensumfelds.

Am Bauwochenende im Mai packten die Jugendlichen an und arbeiteten zwei Tage lang intensiv daran, den Dirtpark für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wie KRZBB berichtet, wurde das Projekt im Rahmen des Programms „Jugend in Bewegung“ von der Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg gefördert. Das Amt für Technik und Grün unterstützte die Initiative mit Material, Werkzeugen, Erde und Baggern, um die Umsetzung der Pläne zu erleichtern.

Ein Ort für alle

Der Dirtpark, gelegen hinter dem Naturfreibad, steht allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen offen. Die Strecke wurde so gestaltet, dass sie sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen und sogar Kleinkindern mit Laufrädern Herausforderungen bietet. Sicherheitsvorkehrungen sind wichtig, weshalb das Tragen eines Helms dringend empfohlen wird. Der Dirtpark bietet somit nicht nur Möglichkeiten zur Bewegung, sondern auch einen Raum für Begegnung und Beteiligung, wie es in den Zielen des Projekts angestrebt wurde.

Der positive Einfluss der Jugendlichen auf die Gestaltung ihres Umfeldes spiegelt sich auch in den nationalen Bestrebungen zur Jugendbeteiligung wider. So verfolgt der Nationale Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung (NAP), entwickelt vom Bundesjugendministerium, das Ziel einer wirksamen Mitbestimmung junger Menschen. Die Ergebnisse dieses Dialogprozesses sollen die Einbindung von Jugendlichen in Entscheidungsprozesse stärken, was auch in Herrenberg durch das Jugendforum verwirklicht wird. Die Empfehlungen des NAP unterstreichen, wie wichtig eine direkte, verständliche und zugängliche Kommunikation zwischen Jugendlichen und Entscheidungsträgern ist. Dies wird auch von der Initiative BMFSFJ unterstützt.

Die Planungen für eine Freizeitanlage im Längenholz, die neben dem Dirtpark auch ein Multifunktionssportfeld, eine Boulderwand sowie Chill- und Grillmöglichkeiten umfassen, schreiten ebenfalls voran. Diese Ideen wurden bereits 2014 entwickelt und fanden ihren Niederschlag in einem Konzept, das zahlreiche Jugendlichen anspricht. Der Wunsch nach einer großen, vielfältig nutzbaren Grünfläche ist demnach nicht neu, erfreut sich aber wachsender Unterstützung durch die Gemeinschaft.

Der Erfolg des Dirtparks ist ein Beispiel dafür, wie Negativvoten in positive, aktive Beteiligung umgewandelt werden können. Interessierte Jugendliche sind eingeladen, sich jederzeit an den Stadtjugendring Herrenberg zu wenden, um Ideen oder Projekte einzubringen und so zur weiteren Entwicklung der Freizeitgestaltung in ihrer Stadt beizutragen.