14 Schüler des Freyunger Gymnasiums verbringen eine Woche im Freilichtmuseum Finsterau, um beim P-Seminar unter dem Motto „Leben und Wirtschaften früher“ praxisnahe Erfahrungen zu sammeln. Die von Lehrerin Ulrike Philipp-Rauscher geleitete Gruppe beschäftigt sich mit traditionellen Handwerkskünsten und alten Wirtschaftspraktiken.
Die Aktivitäten sind vielfältig und umfassen das Backen von Brot, die Herstellung von Butter und Marmelade sowie das Wetterfestmachen einer alten Holzhauerunterkunft. Hierbei kommt frische Rinde eines Baums zum Einsatz, die vom Forstbetrieb Neureichenau bereitgestellt wird. Betriebsleiterin Linda Madl hebt die Bedeutung der frischen Rinde hervor, die für die Arbeiten essenziell ist.
Praxisnahe Holzarbeiten
Am Mittwoch fällten Auszubildende des Forstbetriebs, darunter Niklas Mehringer, Xaver Ned, Max Schmöller und Jakob Starkl, in einem Waldstück bei Mauth eine Fichte. Unter Anleitung ihrer Ausbilder, Christian Gibis und Dietmar Fehrer, wurde die Rinde mit Scheps-Eisen und Handkeilen vom Baumstamm entfernt. Gibis erklärt, dass die Rinde frisch und vom Baum im Saft stehen muss, um leichter biegbar zu sein. Trotz der hohen Temperaturen von über 30 Grad arbeiten die Schüler und Azubis engagiert und motiviert.
Das Freilichtmuseum Finsterau bietet nicht nur dem Freyunger Gymnasium eine Plattform, um sich mit historischen Handwerkstechniken auseinanderzusetzen, sondern fördert auch das Verständnis für alte Wirtschaftsmethoden und die lokale Kultur.
Veranstaltungen im Museum
Ein Highlight des Seminars ist die „Waidlernocht“, die am Freitag, dem 4. Juli, von 18 bis 21 Uhr im Freilichtmuseum stattfindet. Diese Veranstaltung wird von den Schülern organisiert und beinhaltet verschiedene Elemente wie Musik, Handwerk und geschichtliche Darstellungen.
Das Freilichtmuseum selbst ist ein wichtiger Ort für die regionale Bildung und Kultur. Ähnlich wie im LWL-Freilichtmuseum Hagen, wo traditionelles Handwerk des 18. und 19. Jahrhunderts gezeigt wird, stehen im Freilichtmuseum Finsterau praktische Erfahrungen im Vordergrund. Das Hagen-Museum ist eines der wenigen reinen Technikmuseen in Deutschland und erlaubt Besuchern, tiefere Einblicke in verschiedene Gewerke wie Eisen-, Holz- und Keramikhandwerk zu gewinnen.
Mit rund 60 Werkstätten bietet das Museum in Hagen vielfältige Aktivitäten, wie Schmieden, Drucken und Backen, die auch für Schulgruppen und Vereine von großem Interesse sind. Durch Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte in der Adventszeit erhält das Gelände eine besondere Atmosphäre, die Tradition und Gemeinschaftsgefühl miteinander verbindet.
Auf diese Weise tragen sowohl das Freilichtmuseum Finsterau als auch das LWL-Freilichtmuseum Hagen dazu bei, historische Handwerkskünste und Techniken lebendig zu halten und Schülern sowie Besuchern eine wertvolle Lernerfahrung zu bieten.