In Spiegelau wird bald ein innovatives Projekt zur Revolutionierung der Glasherstellung Wirklichkeit. Das TechnologieAnwender-Zentrum (TAZ) der Technischen Hochschule Deggendorf hat die Förderzusage der Bayerischen Staatsregierung erhalten, um das Vorhaben „ReMelt4Zero“ umzusetzen. Diese Förderung erfolgt unter dem Programmschwerpunkt des Technologietransfers und stellt einen wichtigen Schritt in der hochentwickelten Glasindustrie dar, die als besonders energieintensiv und investitionsgetrieben gilt. Besonders die CSU-Landtagsabgeordneten Stefan Ebner und Stefan Meyer haben sich intensiv für die Realisierung dieses Projektes eingesetzt und sind überzeugt von dessen Potential.

Die Glasindustrie steht vor zahlreichen Herausforderungen, einschließlich hoher Energiekosten, internationalem Wettbewerb und dem digitalen Wandel. Auch demografische Veränderungen bringen neue Anforderungen an die Arbeitsbedingungen und den Fachkräftebedarf mit sich. Das TAZ wird sich auf die Entwicklung neuer Gläser sowie innovativer Fertigungsverfahren konzentrieren und plant eine enge Kooperation mit Technologiepartnern, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts obliegt dem Keylab Glastechnologie der Universität Bayreuth, das eine Schlüsselrolle in der erfolgreichen Umsetzung spielen wird.

Fokus und Leistungen des Projekts

Im Mittelpunkt des Projekts „ReMelt4Zero“ steht die Schmelztechnologie. Ziel ist die Entwicklung neuartiger Gläser und Glashalbzeuge, die auf spezifische Anforderungen hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Schmelzbarkeit, mechanischen und optischen Eigenschaften sowie Korrosionsbeständigkeit und Farbe abgestimmt sind. Zu den angestrebten Leistungen gehören unter anderem:

  • Entwicklung neuartiger Gläser und Fertigungsverfahren
  • Anpassung an voll elektrisches Schmelzen
  • Färbung und Entfärbung von Gläsern
  • Ersatz kritischer Bestandteile in Glasrezepturen
  • Machbarkeitsstudien zur verbesserten Schmelzbarkeit
  • Optimierung des Einschmelzverhaltens von Einsatzstoffen
  • Entwicklung von Verfahren zur Aufbereitung von EOL-Glas
  • Innovatives Design von Glashalbzeugen, insbesondere für den Automobilbereich, Batterien und Baustoffe

Ebenso wird das TAZ Verfahrensentwicklungen in der Heißformgebung vorantreiben, die es ermöglichen sollen, Endkonturen nah zu formen und Nachbearbeitungsschritte zu minimieren. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Recycling und dem Schließen von Stoffkreisläufen, was in Zeiten des Umweltbewusstseins von großer Bedeutung ist.

Die umfassenden Ansätze des TAZ sind nicht nur auf technische Verbesserungen fokussiert, sondern tragen auch aktiv zur Nachhaltigkeit in der Glasproduktion bei. Die Integration neuer Technologien und Verfahren soll der Glasindustrie helfen, nachhaltig und wettbewerbsfähig zu bleiben. Weitere Informationen zu diesem zukunftsträchtigen Projekt finden Sie in den Berichten von pnp.de und th-deg.de.