Im Kanton Uri wird das seit 2020 bestehende Projekt zur Integration durch Vereinsleben auch im Jahr 2025 fortgesetzt. Ziel ist es, Menschen mit Migrationshintergrund zu unterstützen, damit sie sich leichter in lokale Urner Vereine integrieren und gesellschaftliche Teilhabe erfahren können. Dieses Vorhaben wird von der Fachstelle Integration und Vernetzung Uri durchgeführt, die sich intensiv für die Bedürfnisse der Migranten einsetzt. Wie die Urner Zeitung berichtet, wurde bereits eine praxisnahe Broschüre mit Empfehlungen zur Integration durch Vereinsleben erstellt, die 2021 sogar für den Kanton Luzern angepasst wurde.

Die Umsetzung des Projekts liegt in den Händen von Olivia Herger und Livia Renggli, beiden Studentinnen der Hochschule Luzern für soziale Arbeit. Seit Herbst 2024 haben die beiden die Bedürfnisse von elf potenziellen Vereinsmitgliedern analysiert und Kontakte zu insgesamt 14 Urner Vereinen geknüpft. Bisher konnten fünf erfolgreiche Begleitungen in lokale Vereine, wie dem Lismerstübli der Frauengemeinschaft Altdorf und dem Frauenturnverein, realisiert werden.

Erfolgreiche Begleitungen und Engagement von Freiwilligen

Zwei Freiwillige, Aterore Bicurri und Hana Benovic, haben sich als wertvolle Begleiter für Migranten und Migrantinnen etabliert. Durch ihre eigenen Migrationsgeschichten schaffen sie eine Vertrauensbasis. Das Interesse von Migranten am Vereinsleben ist groß, und viele Urner Vereine zeigen sich offen für neue, interkulturelle Mitglieder. Die kontinuierliche persönliche Begleitung ist entscheidender Erfolgsfaktor für diese Integrationsinitiative.

Die Fachstelle Integration und Vernetzung Uri unterstützt die Freiwilligen und würdigt deren Engagement, um den langfristigen Austausch zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu fördern. Eine weitere Initiative zur sozialen Teilhabe ist das Projekt „mitenand“, das 2010 in Kooperation mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und dem Asyl- und Flüchtlingsdienst ins Leben gerufen wurde. Es zielt darauf ab, sozial benachteiligte Menschen, insbesondere Migranten, im Alltag zu begleiten und ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Der Kanton Uri unterstützt auch dieses Projekt aufgrund der positiven Erfahrungen, die gemacht wurden.

Gemeinschaftliches Engagement und Angebote

Darüber hinaus organisiert das Hilfswerk Uri verschiedene Veranstaltungen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Eine offene Weihnachtsfeier findet am 24. Dezember in Altdorf statt, zu der Einzelpersonen und Paare unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und Religion eingeladen sind. Diese Feier ist kostenlos, und bei Bedarf kann ein Fahrdienst bereitgestellt werden. Monatliche Treffen im Trauercafé, initiiert von Gesundheitsförderung Uri, Seelsorgenden und dem Hilfswerk der Kirchen Uri, bieten einen Raum für Austausch über Abschied und Verlust.

Ein zusätzliches Angebot richtet sich an armutsbetroffene Familien: Ab April 2024 werden kostenlose Eintrittskarten für den Tierpark Goldau zur Verfügung stehen, die den Besuch für bis zu vier Personen ermöglichen. Dieses Engagement wird durch die Dätwyler Stiftung finanziert und soll den Familien einen erholsamen Besuch ermöglichen, zumal der Tierpark über einen neuen Indoor-Spielplatz verfügt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Programme im Kanton Uri nicht nur auf die Integration von Migrantinnen und Migranten abzielen, sondern auch auf die Förderung einer solidarischen Gemeinschaft, in der soziale Teilhabe für alle gefördert wird. Dies verdeutlicht, wie wichtig gemeinschaftliche Engagements in der heutigen Gesellschaft sind und welche positiven Auswirkungen sie für alle Beteiligten haben können.